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Bekannt aus „Die Höhle der Löwen“: Beliebtes Backunternehmen meldet Insolvenz an

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Von: Teresa Toth

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Die Idee von Kuchentratsch war es, dass vor allem Senioren die Kuchen zubereiten und dadurch mehr soziale Kontakte haben.
Die Idee von Kuchentratsch war es, dass vor allem Senioren die Kuchen zubereiten und dadurch mehr soziale Kontakte haben. © Alexander Heinl/dpa

Bei „Die Höhle der Löwen“ stieß das Backunternehmen Kuchentratsch auf Begeisterung. Nun ist das Start-up jedoch insolvent – die wirtschaftliche Lage ist Schuld.

München – Das Start-up Kuchentratsch aus München ist Pleite gegangen – kurz vor der Eröffnung einer neuen Backstube. Vor knapp acht Jahren hatte Katharina Mayer, Geschäftsführerin und Initiatorin des jungen Sozialunternehmens, das originelle Backunternehmen ins Leben gerufen. Dass das Projekt nun scheitert sei für die 33-jährige „eine Katastrophe“.

Die Idee des Münchner Backunternehmens Kuchentratsch war es, dass die Kuchen ausschließlich von Omas und Opas gebacken werden, die anschließend online erworben werden konnten. Dies sollte für die Senioren die Möglichkeit bringen, sich mit anderen Senioren zu vernetzen und etwas dazuzuverdienen. Bekannt geworden war das Backunternehmen durch die Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ im Jahr 2018, wo sich vor allem der Unternehmer Carsten Maschmeyer von dem Konzept begeistert zeigte.

Insolvenz für Start-up aus „Die Höhle der Löwen“: Crowdfunding-Kampagne gescheitert

„Wir geben älteren Menschen die Möglichkeit, zu backen, zu tratschen und sich etwas dazu zu verdienen. Für mich ist das ein Herzensinvestment“, so der Löwe damals. Er entschied, sich an dem Unternehmen finanziell zu beteiligen und erhielt im Gegenzug Firmenanteile an Kuchentratsch. Dass das Münchner Start-up nun dennoch Insolvenz anmelden muss, liegt Geschäftsführerin Meyer zufolge an der angespannten wirtschaftlichen Lage.

Eine Crowdfunding-Kampagne, die gestartet wurde, um den Umbau der Backstube zu finanzieren, sei gescheitert. Es sei weniger Geld zusammen gekommen als geplant war. „Die insgesamt angespannte Lage in der Wirtschaft hat auch uns geschadet und die Kampagne war nicht so erfolgreich wie nötig“, erklärt Mayer. Auch die Pandemie habe das junge Unternehmen finanziell belastet.

Unternehmen aus „Die Höhle der Löwen“ meldet Insolvenz an: Nur „vorübergehend“ geschlossen?

Am Mittwoch (20. Juli) stellte das Start-up beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Max Liebig. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, wie es mit Kuchentratsch und den rund 80 Beschäftigten – darunter viele Senioren – weitergeht. Meyer selbst scheint die Hoffnung jedenfalls noch nicht ganz verloren zu haben. Auf der Website von Kuchentratsch steht zwar, man habe geschlossen, aber nur „vorübergehend“.

Ebenfalls positives Feedback bei „Die Höhle der Löwen“ bekamen zwei Gründer aus Berlin. Mit „ROLLYZ BERLIN“ wollen sie Umzüge vereinfachen. (tt)

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