Dr. Viktoria Wex und Leon Pawlak stehen vor einem Boot in den Masuren
+
Dr. Viktoria Wex (Claudia Eisinger) und Leon Pawlak (Sebastian Hülk) versuchen im Auftakt der „Masuren-Krimi“-Reihe den verschwundenen Onkel der Berliner Kriminaltechnikerin zu finden.

Ab 20.15 Uhr im Ersten

„Masuren-Krimi“-Reihe hat heute ARD-Premiere: Drehorte, Darsteller und Kritiken zu „Fryderyks Erbe“

  • VonSebastian Schmidt
    schließen

Das Erste zeigt heute (20.05.2021, ARD) ab 20.15 Uhr den Auftakt der neuen „Masuren-Krimi“-Reihe. In „Fryderyks Erbe“ begibt sich eine Kriminaltechnikerin auf die Suche nach ihrem verschollenen Onkel.

Pasym – Donnerstagabend, Primetime in der ARD: Mit dichten Wäldern, ursprünglichen Mooren und tausend Seen lockt die neue Krimi-Reihe der ARD in die polnischen Masuren. Im „Masuren-Krimi“ ermittelt die Berliner Kriminaltechnikerin Dr. Viktoria Wex zusammen mit dem Dorfpolizisten Leon Pawlak an der polnischen Seenplatte. In der heute (20.05.2021) gezeigten Folge „Fryderyks Erbe“ begibt sich Viktoria Wex auf die Suche nach ihrem vermissten Onkel und stößt dabei auf eine Leiche.

„Der Masuren-Krimi“ heute in der ARD: Worum geht es in „Fryderyks Erbe“?

Kriminaltechnikerin Dr. Viktoria Wex reist von Berlin aus in die polnische Kleinstadt Pasym in den Masuren, weil ihr Onkel Fryderyk dort seit Tagen vermisst wird. In einem Abschiedsbrief deutet sich ein Selbstmord des von Viktoria als Ersatzvater und Mentor geliebten Onkels an. Im Keller des Hauses findet die Kriminaltechnikerin dann aber eine unbekannte Leiche.

Obwohl Viktoria Wex in Polen keinerlei Zuständigkeit oder Befugnisse hat, beginnt sie daraufhin mit Ermittlungen. Während der Dorfarzt nur einen Unfall festellt, erkennt Viktoria – dank ihrer besonderen Fähigkeiten –, dass die Leiche manipuliert wurde, um die Todesursache zu verschleiern. Bei dem Toten handelt es sich um Antoni Trudzinski, einen skrupellosen Investor.

Zusammen mit dem Dorfpolizisten Leon Pawlak versucht Viktoria Wex nun ihren Onkel zu finden und gleichzeitig das Rätsel um die Leiche aus dem Keller zu lösen. Die gemeinsamen Ermittlungen der Kriminaltechnikerin und des Dorfpolizisten missfallen aber sowohl den Dorfbewohnern, die Trudzinskis Tod gerne als Unglücksfall zu den Akten legen würden, als auch der Kommissarin Zofia Kowalska – Leons Exfrau. Viktoria versucht trotzdem mit allen Mitteln die Wahrheit herauszufinden.

„Der Masuren Krimi“ in der Mediathek

„Fryderyks Erbe“ ist bis zum 20.08.2021 auch in der ARD-Mediathek als Internet-Stream abrufbar.

„Der Masuren-Krimi“ heute in der ARD: Das sind die Drehorte von „Fryderyks Erbe“

Die ersten beiden Filme der neue „Masuren-Krimi“-Reihe – „Fryderyks Erbe“ und „Fangschuss“ – wurden zeitgleich vom 12.08.2020 bis zum 12.10.2020 an der polnischen Seenplatte gedreht. Was die Region der Masuren besonders ausmacht, ist die große Anzahl an Gewässern: an die 2700 Seen befinden sich auf einer Fläche von 1700 Quadratkilometern. Die beiden größten Seen Polens, der Śniardwy  und der Mamry, liegen hier.

Neben den Seen zeichnet sich die Landschaft vor allem auch durch ihre Urwälder und Moore aus. Bei Schauspieler Sebastian Hülk (Leon Pawlak im Film) hat dieser Drehort laut ARD-Interview einen bleibenden Eindruck hinterlassen: „Dies zu erleben und an diesen traumhaften Orten zu drehen, war sehr beeindruckend und bleibt mir nachhaltig in lebendiger Erinnerung.“

„Fryderyks Erbe“ spielt in der polnischen Kleinstadt Pasym, wo auch ein Teil der Dreharbeiten stattfand. Pasym hat etwas mehr als 5000 Einwohner und liegt in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Architektonisch fallen in der Stadt vor allem backsteingotische Gebäude, wie zwei Kirchen und Überreste der alten Stadtmauer ins Auge. Auch das Rathaus hat einen herausstechenden neugotischen Stil.

„Der Masuren-Krimi“: „Fryderyks Erbe“ heute in der ARD: Woher kennt man die Darsteller?

Die weibliche Hauptrolle der Kriminaltechnikerin Dr. Viktoria Wex wird von Claudia Eisinger gespielt. Die 36-Jährige war bereits in zahlreichen Theatervorführungen zu sehen, so zum Beispiel in „Ein Sommernachtstraum“ oder „Das goldene Vliess“ am Deutschen Theater Berlin. Auch im Fernsehen hat die Berlinerin schon in einigen Filmen und Serien mitgewirkt. Sie trat im „Tatort“ in den Folgen „Zorn Gottes“ und „Nachbarn“ auf. Außerdem erhielt sie 2010 den Günter-Strack-Fernsehpreis für „13 Semester“ und 2016 den Deutschen Schauspielerpreis für „Mängelexemplar“. An der Rolle der Viktoria Wex gefiel Claudia Eisinger vor allem das Spannungsfeld, in dem sich der Charakter bewege: „Eine Figur die sich an Wissenschaft und Fakten festhält und gleichzeitig einen so großen Zugang zu ihrer Intuition und der metaphysischen Welt hat, ohne dass sie das möchte oder es ihr bewusst ist.“

Hauptdarsteller Sebastian Hülk, der den Dorfpolizisten Leon Pawlak gibt, hat ebenfalls Theatererfahrung und eine enge Verbindung nach Hessen. Der 46-Jährige gehörte zum Ensemble des Staatsheaters Kassel und spielte dort in Stücken wie der „Rocky Horror Pciture Show“ oder „Romeo und Julia“ mit. Hülk war bereits in deutschen Krimis wie „Tatort“ („Der treue Roy“) oder „Polizeiruf: 110“ („Wölfe“) zu sehen. Darüber hinaus hatte Hülk aber auch Nebenrollen in großen US-Produktionen wie „Inglourious Basterds“ oder „Red Sparrow“. An der Figur des Leon Pawlak habe ihn vor allem die Vielschichtigkeit des Charakters gereizt, sagt Hülk: „Er ist Familienvater und Polizist. Er braucht seine Freunde und ist genauso gern allein. Er besitzt eine große Leichtigkeit, aber auch die emotionale Tiefe um auf die Schwächen und Probleme anderer einzugehen. “

Eine wichtige Rolle im Auftakt der „Masuren-Krimi“-Reihe nimmt auch die Ex-Frau des Dorfpolizisten ein. Kommissarin Zofia Kowalska wird von Karolina Lodyga verkörpert. Die 37-Jährige hat unter anderem im „Tatort“ Krimi-Erfahrung gesammelt und war dort in den Folgen „Kaltblütig“ und „Das Recht, sich zu sorgen“ zu sehen. Sie hatte aber auch schon Rollen in Film-Produktionen wie „Der Alte und die Nervensäge“. An der Figur der Zofia Kowalska gefiel Karolina Lodyga besonders, dass sie „eine harte und durchsetzungsvolle Seite gepaart mit weiblicher Wärme“ hat. 

RolleDarsteller und Darstellerin
Dr. Viktoria WexClaudia Eisinger
Leon PawlakSebastian Hülk
Zofia KowalskaKarolina Lodyga
Fryderyk JankowskyWieslaw Zanowicz
Marta JankowskyNatalia Bobyleva
Pfarrer DemskiKrzysztof Franieczek
Anastazja SawickiCornelia Heyse
Dr. BaronowskiKrzysztof Leszczynski
Emilia PawlakMatilda Jork
Tymon AdamskiJakub Sierenberg
Notar WójzikPawel Burczyk
AureliaAleksandra Przeslaw
Viktoria als KindÚna Lir
FelixPiotr Witkowski
Anwältin Milena MazurKatarzyna Dalek
und weitere

Kritiken zum „Masuren-Krimi“: Lohnt es sich, „Fryderyks Erbe“ heute in der ARD einzuschalten?

Das Magazin Quotenmeter hat einiges zu kritisieren an „Fryderyks Erbe“. Christian Lukas stört sich zum einen daran, dass es niemanden in Pasym zu interessieren scheine, dass es einen Mord in dem Städtchen gab. Die Figur der Dr. Viktoria Wex beschreibt der Kritiker als „unsympatisch“. Wex habe eine Sozialphobie, die im Krimi mit einem Trauma erklärt werde. Es falle schwer eine emotionale Verbindung zu der Hauptfigur aufzubauen. Außerdem mangele es dem Film an Spannung und Überraschungen.

Zu einem ganz anderen Urteil kommt Maximilian Haase in der Online-Ausgabe von Prisma: Eine „wunderbar wundersame Ermittlerin“ nennt er Viktoria Wex und lobt den „Masuren-Krimi“ für seine „erstklassige Besetzung der Hauptrollen“. In den Donnerstags-Krimis treten oft besondere Landschaften in das Scheinwerferlicht, in der neuen Krimi-Reihe werde das „Spannungsfeld in einer von Mythen und Geschichte reichen Region vielschichtig“ abgebildet.

Etwas zurückhaltender drückt sich Oliver Armknecht vom Portal Film-Rezensionen.de aus. Er sieht bei dem Fall noch „Luft nach oben“. Da es sich um eine Auftaktfolge handele, die gleichzeitig erst einmal die Grundlagen für den Rest der Reihe legen muss, aber auch eine eigene Geschichte erzählen soll, trete der eigentliche Fall immer wieder in den Hintergrund. Lobend erwähnt Armknecht aber die „schönen Bilder“ und die „melancholische Atmosphäre“. Um sich im Krimi-Segment zu behaupten, müsse aber noch mehr geschehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare