Herzultraschall im Krankenhaus
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In Israel sollen nach der Impfung mit dem Vakzin von Biontech in mehreren Fällen Herzprobleme aufgetreten sein. Ob ein Zusammenhang besteht, wird nun untersucht. (Symbolbild). (Symbolfoto)

Corona-Pandemie

Herzmuskelentzündungen nach der Impfung: Was steckt hinter Studie zu Biontech-Impfstoff aus Israel?

  • Lena Karber
    VonLena Karber
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Medien berichten über eine vorläufige Studie aus Israel, die Herzmuskelentzündungen in Folge von Impfungen mit Biontech/Pfizer beschreibt. Doch ein Zusammenhang ist nicht bestätigt.

Ausnahmsweise nicht der Impfstoff von AstraZeneca, sondern der des Herstellers Biontech/Pfizer sorgt aktuell für Schlagzeilen: So berichten zahlreiche Medien von einer vorläufigen Studie aus Israel, die auf Fälle von Herzmuskelerkrankungen nach einer Biontech-Impfung hinweist. Inwiefern zwischen den Myokarditis-Fällen und den Impfungen tatsächlich ein Zusammenhang besteht, ist jedoch nicht geklärt.

Biontech-Impfungen in Israel: Vorläufige Studie zu Herzmuskelentzündungen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gehört Israel mit einer Impfquote von über 60 Prozent bei den Erstimpfungen und einer fast ebenso hohen Quote bei den vollständig Geimpften zu den Vorreitern. Zum Einsatz kommt dort fast ausschließlich der Impfstoff von Biontech/Pfizer, da es ein Abkommen zwischen den beiden Parteien gibt: Israel erhält regelmäßige Impfstoff-Lieferungen, der Hersteller Biontech/Pfizer erhält dafür Daten.

Laut Medienberichten verweist eine vorläufig erschienene Studie nun auf „Dutzende von Fällen“ von Herzmuskelerkrankungen nach Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer. Den Angaben von Nachman Ash, dem israelischen Koordinator für die Pandemiebekämpfung, seien diese vor allem nach der zweiten Impfung aufgetreten. Die Rede ist von 62 Myokarditis-Fällen, von denen offenbar zwei tödlich verlaufen sind. Eine 22-jährige Frau und ein 35-jähriger Mann ohne Vorerkrankungen sollen demnach verstorben sein. Die Autoren der Studie gehen offenbar davon aus, dass das Risiko einer Herzmuskelentzündung durch die Impfung vor allem bei jungen Menschen bis 30 Jahren zunimmt. Männer könnten stärker gefährdet sein.

Studie aus Israel: Zusammenhang zwischen Impfungen und Herzmuskelentzündungen noch unklar

Wie die vorläufige Studie an die Medien gelangt ist, ist unklar. Das israelischen Gesundheitsministerium hat sie nach eigenen Angaben nicht veröffentlicht, untersucht die Fälle jedoch. Bislang wurde kein Hinweis auf eine erhöhte Gefahr für Herzmuskelerkrankungen durch die Impfung nachgewiesen. Ein Zusammenhang wurde noch nicht bestätigt.

Der Hersteller teilte indes mit, dass er über die Beobachtungen aus Israel informiert sei, dass es jedoch aus anderen Ländern keine entsprechenden Berichte geben würde und auch in den Studien des Unternehmens keine erhöhte Myokarditis-Rate festgestellt wurde. „Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass Myokarditis ein Risiko im Zusammenhang mit der Anwendung des Covid-19-Impfstoffs von Pfizer/Biontech darstellt“, wird die Firma zitiert.

Herzmuskelentzündung

Eine Herzmuskelerkrankung wird in der Fachsprache als Myokarditis bezeichnet. Sie lässt sich behandeln, wird jedoch häufig nicht erkannt, weil sie unspezifische Symptome wie eine mangelnde Leistungsfähigkeit verursacht. Unbehandelt kann eine Herzmuskelentzündung zu einer Herzmuskelschwäche führen. Insbesondere bei hoher körperlicher Belastung kann eine Herzmuskelentzündung auch tödlich verlaufen. Sie entsteht häufig in Folge von viralen Infekten. Auch eine Corona-Infektion kann eine Herzmuskelentzündung auslösen.

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