Foodwatch attackiert Klöckner

  • vonDPA
    schließen

Berlin (dpa). Listerien in der Wurst, Durchfallerreger in der Milch, Plastik im Brot: Regelmäßig rufen Hersteller Lebensmittel wegen Verunreinigungen zurück. Zwar sollen Kontrollen die Sicherheit der Produkte gewährleisten. Doch die jüngsten Vorfälle um keimbelastete Wurst und Milch zeigen Schwächen des derzeitigen Kontrollsystems. Nun ist eine Debatte entbrannt, wer dafür die Verantwortung trägt.

Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) nahm am Wochenende die Bundesländer für die Lebensmittelkontrollen in die Pflicht. "Ich lege Wert darauf, wenn die Länder stets ihre Zuständigkeit hier betonen, dass sie ihrer Verantwortung auch mit ausreichend Personal für diese Aufgabe gerecht werden", sagte sie der "Bild"-Zeitung vom Samstag. "Die Länder müssen bereit sein, über stärkere Konzentration und Bündelung von Verantwortlichkeiten zu sprechen, um die Lebensmittelkontrolle zu optimieren."

Dagegen warf die Verbraucherorganisation Foodwatch Klöckner schwere Versäumnisse vor. "Indem Frau Klöckner allein an die Bundesländer appelliert, unternimmt sie einen ebenso plumpen wie billigen Versuch, von der eigenen Verantwortung abzulenken", erklärte Geschäftsführer Martin Rücker am Sonntag. Klöckner habe in ihrer Amtszeit "keinerlei Initiative" ergriffen. Derweil plädierte der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure Deutschlands (BVLK) für mehr Kontrolleure in den Behörden. (Seite 4)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare