Fitnessstudios: Die Bundesnotbremse regelt Öffnungen. Das sorgt für einen föderalen Flickenteppich. (Symbolbild)
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Fitnessstudios: Die Bundesnotbremse regelt Öffnungen. Das sorgt für einen föderalen Flickenteppich. (Symbolbild)

Sport

Fitnessstudios in „Schockstarre“: Corona-Regeln lassen wenig Spielraum

  • Alexander Gottschalk
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  • Lena Karber
    Lena Karber
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Die Bundesnotbremse sollte für eine klare Linie bei den Corona-Regeln sorgen. Was Fitnessstudios angeht, wurde dieses Ziel offenkundig verfehlt.

Update, 10.05.2021, 14.34 Uhr: Der Frust bei den Betreibern von Fitnessstudios wächst. Zwar sind in manchen Landkreisen dank sinkender Corona-Fallzahlen wieder (Teil-)Öffnungen möglich, ein Großteil der Gyms muss aber weiterhin geschlossen bleiben. Die Branche leidet unter den wirtschaftlichen Folgen, der föderale Regel-Flickenteppich scheint viele Sportlerinnen und Sportler zu verunsichern (siehe Update vom 26.04.2021). „Die Fitnessindustrie befindet sich aktuell in einer Art Schockstarre und mit dem Rücken an der Wand“, fasst Hagen Wingertszahn, Geschäftsleiter von McFit Deutschland gegenüber „infranken.de“ die Lage zusammen. Zuletzt wurde die Kritik an der Politik für den niedrigen Stellenwert, den die Sporteinrichtungen innehaben, immer lauter.

Wo die Inzidenz hoch ist, bleibt den Fitnessstudios neben Online-Kursen aktuell nur die Möglichkeit, Outdoor-Training anzubieten. So hat McFit beispielsweise in Leipzig, Berlin oder Kassel die Parkplätze vor dem „Fitti“ fürs Gewichtestemmen freigeräumt– unter strengen Hygieneauflagen und mit Terminvereinbarung. Andere große Ketten wie Clever fit fahren Medienberichten zufolge ähnliche Konzepte, auch kleinere Anbieter wie das Muskelkater in Gießen werben mit Individualtraining zu zweit im Freien. Allerdings: Die Recherche, was wo möglich und erlaubt ist, bleibt Kundinnen und Kunden auch mit dieser Option nicht erspart. Das letzte Wort haben die Ordnungsämter. In München und Dresden beispielsweise verbot die Behörde jüngst McFit das Outdoor-Training, wie das Fitnessstudio-Franchise auf Facebook mitteilte. In einem Post kündigte man an, dagegen vor Gericht ziehen zu wollen.

Selbst dort, wo die Inzidenz unter 100 liegt, müssen Sportlerinnen und Sportler um ihre Trainingsmöglichkeiten zittern, wie das Beispiel Bayern zeigt. Dort beschloss die Landesregierung jüngst zwar Öffnungen für Außengastronomie, Kinos und Hotels, wenn der Notbremsen-Grenzwert unterlaufen wird, Gyms gingen aber leer aus. Sie sollen auch in Unter-100-Inzidenz-Gebieten geschlossen bleiben, wie nordbayern.de berichtet. Begründung: Ersatzsport wie Joggen sei ja problemlos möglich. Das dürften tausende Menschen in Deutschland weniger entspannt sehen. Eine Online-Petition, die eine möglichst rasche Öffnung der Fitnessstudios fordert, hat ihr Ziel von 150.000 Unterstützern fast erreicht.

Fitnessstudios: Outdoor-Training als Ersatz in Corona-Zeiten?

Update, 26.04.2021, 07.52 Uhr: Es ist entmutigend für tausende Sportlerinnen und Sportler in ganz Deutschland. Nachdem die Bundesnotbremse am Samstag (24.04.2021) in Kraft getreten ist, mussten in allen Landkreisen, in denen die Inzidenz an drei Tagen nacheinander über 100 lag, die Fitnessstudios schließen. Die Betreiber erwarten nun Wochen der Unsicherheit, sind Öffnungen doch direkt an die Entwicklung der regionalen Fallzahlen geknüpft. Sinkt die Inzidenz in einem Landkreis mehrere Tage unter 100, wären Öffnungen möglich. Steigen die Infektionszahlen heißt es abermals: Alles dicht machen. So soll es bis Ende Juni gehen. Ein ständiges Auf- und zu?

„Wir hoffen, dass es jetzt nicht zur Regel wird, dass die Studios öffnen, schließen, öffnen, schließen“, sagte Christophe Collinet von der Fitnessstudio-Kette Fitness First jetzt der „Frankfurter Rundschau“*. Er fürchtet, dass Vertrauen in die „Nachhaltigkeit der Mitgliedschaft“ zerstört werde, wie es in dem Bericht heißt, was bei einer Wiedereröffnung dazu führen könne, dass weniger Kunden zurückkommen. Mit seiner Kritik an den Corona-Regeln ist er nicht allein, sondern hat Unterstützer in den Branchenverbänden (siehe Eintrag 20.04.2021) und sogar im Bundestag (siehe Eintrag 22.04.2021), die den fehlenden Stellenwert der Fitnessstudios bemängeln.

Vorerst bleibt es aber dabei: Wer im Fitnessstudio trainieren möchte, muss einen Blick auf die Inzidenz-Zahlen seiner Heimatregion werfen – oder auf die Website der Fitnessstudios. So haben erste Betreiber angekündigt, Training im Freien anbieten zu wollen, wie im Lockdown des Frühjahrs 2020. Henrick Gockel, Geschäftsführer von Primetime-Fitness, hält beispielsweise „zwischen fünf und 15 Personen pro Zeitslot zwischen 6 und 21 Uhr“, die an Trainingsstationen mit Abstand allein oder mit einer weiteren Person trainieren, für machbar, wie er in der „Frankfurter Rundschau“ erklärte. In der Vergangenheit habe das örtliche Ordnungsamt solches „Outdoor-Training“ erlaubt. Möglich machen sollen es jetzt erneut die Regelungen zum Individualsport im Freien.

Wo die Inzidenz über 100 liegt, müssen Fitnessstudios schließen. Betreiber erwarten Wochen der Unsicherheit. (Symbolbild)

Haben Fitnessstudios künftig geöffnet? Diese Regeln sieht die Bundesnotbremse vor

Update, 22.04.2021, 19.35 Uhr: Die Bundesnotbremse ist beschlossen. Damit sieht es so aus, als dürften Fitnessstudios in Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die Inzidenz über 100 liegt, schon ab Samstag (24.04.2021) nicht mehr öffnen. Ab dem Grenzwert 100 müssen laut dem neuen Infektionsschutzgesetz Freizeiteinrichtungen schließen und es ist nur noch kontaktloser Individualsport allein, zu zweit oder mit den Mitgliedern eines Hausstandes erlaubt. Von einer Ausnahme für Fitnessstudios ist bislang nichts bekannt. Betroffene Landkreise sind verpflichtet, am morgigen Freitag (23.04.2021) über die regional notwendigen Maßnahmen zu informieren.

Update, 20.04.2021, 16.23 Uhr: In den Entwürfen für die geplante „Bundesnotbremse“ taucht der Begriff „Fitnessstudios“ bisher nicht explizit auf, es ist jedoch zu vermuten, dass diese in Regionen mit einer hohen Sieben-Tage-Inzidenz künftig deutschlandweit nicht öffnen dürfen. Darauf deutet die Absicht, Freizeiteinrichtungen zu schließen und Sport nur noch in Form von kontaktlosem Individualsport zu erlauben, hin (siehe Eintrag 15.04.2021). Zwar hat der Geschäftsführer des Deutschen Sportstudio-Verbandes (DSSV) Florian Kündgen gefordert, dass der Besuch des Fitnessstudios als „gesundheitsförderndes Training“ betrachtet werden soll (siehe Eintrag 20.04.2021, 08:45 Uhr), doch eine Episode aus dem Bundestag lässt vermuten, dass die Bundesregierung diesem Aspekt eher keine systemrelevante Bedeutung zusprechen wird, die eine Öffnung bei hohen Inzidenz-Werten begründen könnte.

So hat die FDP-Bundestagsabgeordnete Britta Dassler in Form einer kleinen Anfrage bei der Bundesregierung nachgefragt, wieso Fitnessstudios nicht öffnen dürfen, obwohl diese ihrer Meinung nach einen wesentlichen Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung leisten. „Diesem Ziel dienen aber auch Aktivitäten im Alltag wie Gartenarbeit, Fahrradfahren, Laufen und häufig lange Spaziergänge“, zitierte sie nun jüngst im Bundestag aus der Antwort der Bundesregierung, die sie als „bodenlose Frechheit“ bezeichnete, die jedem Fitnessstudio-Betreiber seine Existenz abspreche. Die Bundesregierung verkenne den gesundheitsfördernden Wert der Fitnessstudios, die zudem ein monetärer Wirtschaftsfaktor seien, so Dassler.

Neue Corona-Regeln: Fitnessstudios hoffen auf Klarheit durch „Bundesnotbremse“

Update, 20.04.2021, 08.45 Uhr: Die anhaltende Unsicherheit über die Corona-Regeln macht den Fitnessstudios in Deutschland zu schaffen. Seitdem die Öffnungen immer nur verschoben würden, hätten die Menschen einfach keine Geduld mehr, sagte der Vorsitzende des Deutschen Industrieverbands für Fitness und Gesundheit (DIFG), Ralph Scholz, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Sie stellen sich die Frage: Warum sollen wir für eine Leistung bezahlen, die wir nicht in Anspruch nehmen können?“ Immer mehr Mitglieder kündigen dem Bericht zufolge die Verträge.

Ab welcher Inzidenz dürfen Fitnessstudios öffnen und unter welchen Voraussetzungen? Bislang legen dies die Bundesländer einzeln fest. Der „föderale Flickenteppich“ mache es kaum möglich, den Überblick zu behalten, sagte Benjamin Roth, Co-Gründer des Sport-Flatrate-Anbieters Urban Sports Club. Mehr Klarheit soll künftig die „Bundesnotbremse“ schaffen, über die am Mittwoch (21.04.2021) der Bundestag abstimmt – auch wenn in den ersten Entwürfen Fitnessstudios im Wortlaut nicht vorkommen, sondern lediglich Festlegungen zu Freizeit- und Kultureinrichtungen (siehe Eintrag 15.04.2021).

„Fitnessstudios sollten nicht als Freizeit-Aktivität betrachtet werden, sondern als das was es ist - ein gesundheitsförderndes Training“, sagte Florian Kündgen der dpa. Er ist der stellvertretende Geschäftsführer des Deutschen Sportstudio-Verbandes (DSSV). Den Trend zum Online-Training von zu Hause aus, auf den viele Fitnessstudios erfolgreich aufgesprungen sind, sieht er auf Dauer nicht als unproblematisch an: „Das ist aber bei weitem kein gleichwertiger Ersatz für ein Ausdauer- und/oder Krafttraining im Fitnessstudio.“

Neue Corona-Regeln für Fitnessstudios durch „Bundesnotbremse“ wahrscheinlich

Update, 15.04.2021, 18.54 Uhr: Wo dürfen Fitnessstudios ab wann wieder öffnen und wo bleiben sie geschlossen? Diese Frage hat in den vergangenen Wochen für einige Verwirrung gesorgt. Während in Hessen – anders als zunächst angekündigt – trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz im dreistelligen Bereich nach Termin-Buchung trainiert werden durfte, blieben McFit und Co. anderenorts komplett geschlossen (siehe unten). Deutschland glich einem Flickenteppich, ständig änderten sich die regionalen Bestimmungen. So beschloss zuletzt das Saarland, trotz steigender Infektionszahlen nach Ostern gründlich zu lockern, während andere auf einen härteren Lockdown setzten. Doch damit soll nun Schluss sein: Mit einer bundesweit einheitlichen Notbremse sollen die Freiheiten der einzelnen Ministerpräsidenten eingeschränkt werden und zumindest gemeinsame „Mindeststandards“ definiert werden. Das hat das Bundeskabinett am Dienstag (13.04.2021) beschlossen.

Die geplante „Bundesnotbremse“, die zunächst noch durch den Bundestag und den Bundesrat muss, hätte sehr wahrscheinlich auch Auswirkungen auf die Fitnessstudios. In den Angaben, die die Bundesregierung auf ihrer Homepage zu den geplanten inzidenzabhängigen Maßnahmen veröffentlicht hat, taucht der Begriff zwar nicht explizit auf, einige Medien berichten jedoch dennoch bereits, dass Fitnessstudios im Rahmend der Notbremse schließen müssten. Denn die Ausführungen zum Freizeitbereich sowie zum Thema Sport deuten darauf hin.

„Bundesnotbremse“ geplant: Fitnessstudios dürfen wohl vielerorts nicht öffnen

So sollen Freizeit- und Kultureinrichtungen bei einer Inzidenz über 100 schließen müssen, zudem soll Sport dann nur noch alleine, zu zweit oder nur mit Mitgliedern des eigenen Hausstandes erlaubt sein. In dem Entwurf für das Gesetz ist auch explizit von kontaktlosem Individualsport die Rede – dass Fitnessstudios trotz dreistelliger Inzidenz geöffnet bleiben oder gar öffnen dürfen scheint also unwahrscheinlich.

Da sich die Maßnahmen weiterhin nach den regionalen Inzidenzen richten, wird es wohl auch künftig einen Flickenteppich geben. Allerdings soll die „Bundesnotbremse“ zumindest verbindlich regeln, welche Schritte bei welchem Wert umgesetzt werden müssen. Dabei gilt: Überschreitet die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen den Wert von 100 gelten verschärfte Maßnahmen, zu denen auch die Schließung von Fitnessstudios zählen könnte. Nur eine Maßnahme ist an einen höheren Inzidenz-Wert gekoppelt: die Aussetzung des Präsenzunterrichts an Schulen sowie die Umstellung auf Notbetreuung in Kitas. Diese soll erst ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 umgesetzt werden.

Fitnessstudios: Öffnungen je nach Bundesland anders gehandhabt

Update, 09.03.2021, 11.03 Uhr: Die Fitnessstudio-Kette McFit will den Lockdown für Fitnessstudios, der aktuell in fast allen Bundesländern Bestand hat, nicht länger akzeptieren und startet unter dem Titel „Sport im Freien für alle!“ eine Protest-Aktion für weitere Öffnungen. „Ab sofort schieben wir in den Bundesländern, die Fitnessstudios weiterhin den Betrieb verbieten, unsere Geräte auf die Parkplätze. Mit diesen Außenflächen wollen wir die Fitness-Community in ganz Deutschland motivieren mitzumachen und für ihr Recht auf Fitness einzustehen“, heißt es auf der Homepage des Unternehmens. Eine Anmeldung bei McFit soll für das Outdoor-Training nicht erforderlich sein, allerdings dürfen nur maximal fünf Personen aus zwei Haushalten gleichzeitig trainieren. „Wir achten auf Regeln und Abstände, aber machen auch deutlich, dass wir auf keinen Fall länger warten können“, kündigte McFit an.

Mit der Protest-Aktion will McFit nach eigenen Angaben „die anderen Bundesländer dazu auffordern, dem Beispiel von Hessen, Schleswig-Holstein oder Bayern zu folgen“, wo die Öffnung von Fitnessstudios mittlerweile erlaubt wurde – wenn auch unter Auflagen und mit deutlichen Einschränkungen. So ist in Schleswig-Holstein, wo die Schließung von Sportanlagen zum 1. März aufgehoben wurde, Training nur alleine, mit Angehörigen des eigenen Hausstandes oder mit einer zweiten Person aus einem anderen Haushalt gestattet. In Hessen ist das Training nach vorheriger Terminvereinbarung („Click and Meet“) und unter Einhaltung einer Quadratmeter-Begrenzung erlaubt. Und in Bayern dürfen Fitnessstudios zumindest ihre Außenbereiche öffnen.

Fitnessstudio-Öffnungen: Ziehen bald weitere Bundesländer nach?

Nachdem die Fitnessstudio-Kette McFit am Montag zehn Studios in Hessen geöffnet hat, folgen am heutigen Dienstag drei Standorte in Schleswig-Holstein und am morgigen Mittwoch die Öffnung von fünf Outdoor-Bereichen in Bayern. „Dafür wollen wir uns bei den Ministerpräsidenten der genannten Bundeslänger herzlich bedanken. Es ist ein richtiger, notwendiger und für die Branche auch ein überlebenswichtiger Schritt“, schreibt McFit auf seiner Homepage und kündigt an, weiter für Fitnessstudio-Öffnungen im Rest des Landes zu kämpfen.

Ob bald weitere Bundesländer nachziehen und die Öffnung von Fitnessstudios erlauben, bleibt abzusehen. In den Beschlüssen zwischen Bund und Ländern zu weiteren Lockerungen in Deutschland war dieser Schritt frühestens ab den 22. März 2021 angesehen und zudem von der Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenz abhängig gemacht worden. Zudem ist auch die Frage nach der Ansteckungsgefahr beim Besuch im Fitnessstudio umstritten. So hat das Hermann Rietschel Institut der Technischen Universität Berlin im Februar ein Modell zur Bewertung des Infektionsrisikos in Innenräumen veröffentlicht, bei dem der Aufenthalt im Fitnessstudio gleich hinter dem Besuch der Oberschule sowie dem Arbeiten im Mehrpersonenbüro rangierte.

Nach dem Corona-Gipfel: Fitnessstudios bleiben geschlossen – Doch es gibt Ausnahmen

Beim Corona-Gipfel am vergangenen Mittwoch (03.03.2021) haben Bund und Länder sich auf Lockerungen geeinigt, die auch den Sportbereich und die Fitnessstudios in Deutschland betreffen. Diese Beschlüsse orientieren sich jedoch nicht nur an Daten, sondern sind auch an bestimmte Inzidenz-Werte gekoppelt. Dies sowie die Tatsache, dass die Länder die Beschlüsse des Bundes nicht alle eins zu eins übernommen haben, führt dazu, dass es in Deutschland aktuell einen Flickenteppich an Regelungen gibt.

Grundsätzlich ist die Öffnung von Fitnessstudios in den Lockerungen, die zum heutigen Montag (08.03.2021) in den meisten Bundesländern in Kraft getreten sind, nicht vorgesehen. Sie soll erst zu einem späteren Zeitpunkt erlaubt werden können. Doch es gibt Ausnahmen: Nicht überall haben Fitnessstudios aktuell komplett geschlossen.

Lockdown in Deutschland: Wann dürfen Fitnessstudios öffnen?

Grundsätzlich wurde beschlossen, dass kontaktfreier Individualsport im Freien bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 mit maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten wieder erlaubt is bei einer Inzidenz von unter 50 sind bis zu zehn Teilnehmer möglich. Kinder unter 14 Jahren dürfen ab sofort wieder in Gruppen von bis zu 20 Teilnehmern gemeinsam im Freien trainieren.

Erst ab dem 22. März sollen laut Bund weitere Lockerungen im Sportbereich möglich sein – und das auch nur bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50. Dies betrifft etwa die Ausübung von Kontaktsportarten oder auch die Öffnung von Fitnessstudios. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 könnte der Besuch in der Muckibude mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest möglich sein.

Fitnessstudios in Deutschland: Wo haben sie geöffnet und wo geschlossen?

In den meisten Bundesländern wurden die Beschlüsse des Corona-Gipfels im Großen und Ganzen übernommen. Doch auch hier gibt es Ausnahmen und Abweichungen. So hat Berlin die Altersgrenze auf 12 Jahre runtergesetzt. In Thüringen treten aufgrund der hohen Inzidenz gar keine Lockerungen in Kraft. Und vereinzelt gibt es auch abweichende Regelungen für Fitnessstudios: So dürfen diese etwa in Bayern ihre Außenbereiche öffnen und in Hessen ist sogar der Innenbereich von Fitnessstudios wieder geöffnet. Hier greift das „Click und Meet“-System, das in vielen Bundesländern im Einzelhandel Anwendung findet: Vor dem Training ist eine Terminvereinbarung erforderlich.

Die Regelungen der einzelnen Bundesländer für Fitnessstudios, Sportanlagen und Individualsport ab dem 8. März im Überblick:

  • Baden-Württemberg: Fitnessstudios bleiben geschlossen. Erlaubt ist lediglich kontaktloser Individualsport im Freien mit höchstens fünf Teilnehmern aus nicht mehr als zwei Haushalten. Kinder der beiden Haushalte bis einschließlich 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Paare, die nicht zusammenleben, zählen als einen Haushalt. Kontaktarmer Gruppensport im Freien mit bis zu 20 Kindern bis einschließlich 14 Jahre ist erlaubt. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Stadt oder in einem Landkreis an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 50 können kann auch kontaktarmer Sport im Freien und auf Außenanlagen mit maximal 10 Personen erlaubt werden.
  • Bayern: Fitnessstudios bleiben geschlossen. Erlaubt ist bei einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 lediglich kontaktloser Individualsport im Freien mit höchstens fünf Teilnehmern aus nicht mehr als zwei Haushalten. Bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 erhöht sich die Maximalzahl der Teilnehmer auf zehn. Fitnessstudios in Bayern dürfen ihre Außenbereiche öffnen.
  • Berlin: Fitnessstudios bleiben geschlossen. Erlaubt bei einer Sieben-Tage-Inzident zwischen 50 und 100 lediglich kontaktloser Individualsport im Freien mit höchstens fünf Teilnehmern aus nicht mehr als zwei Haushalten; bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 erhöht sich die Maximalzahl der Teilnehmer auf zehn. Anders als in der Vorlage des Bundes sind in Berlin Kinder bis 14 Jahren nicht ausgenommen, stattdessen gilt für gemeinsames Training mit bis zu 20 Teilnehmern im Freien eine Altersgrenze von 12 Jahren.
  • Brandenburg: Fitnessstudios bleiben geschlossen. Erlaubt ist lediglich kontaktloser Individualsport im Freien mit höchstens zehn Teilnehmern in dokumentierten Gruppen.
  • Bremen: Fitnessstudios bleiben geschlossen. Erlaubt ist lediglich kontaktloser Individualsport im Freien mit höchstens fünf Teilnehmern aus nicht mehr als zwei Haushalten.
  • Hamburg: Fitnessstudios bleiben geschlossen. Erlaubt ist lediglich kontaktloser Individualsport im Freien mit höchstens fünf Teilnehmern aus nicht mehr als zwei Haushalten. Diese Lockerung gilt jedoch nur, wenn die Inzidenz für mindestens 14 Tageunter 100 liegt.
  • Hessen: Fitnessstudios dürfen wieder öffnen. Das Training ist jedoch nur nach vorheriger Terminvereinbarung („Klick & Meet“) gestattet. Zudem gibt es eine Begrenzung der Personenzahl nach dem Schlüssel: Eine Person pro 40 Quadratmeter. Die Öffnung ist daran geknüpft, dass die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Wird dieser Wert an drei Tagen in Folge überschritten, soll die Lockerung zurückgenommen werden.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Fitnessstudios bleiben geschlossen. Erlaubt ist lediglich kontaktloser Individualsport im Freien mit höchstens fünf Teilnehmern aus nicht mehr als zwei Haushalten. Zulässig ist im Freien auch der vereinsbasierte Trainingsbetrieb im Kinder- und Jugendsport mit bis zu 20 Teilnehmern in allen Sportarten bis zur Vollendung des 20. Lebensjahres, der in Landkreisen und kreisfreien Städten angeboten wird, in denen der Schulbetrieb als täglicher Präsenzunterricht in Gestalt eines Regelbetriebes unter Pandemiebedingungen gemäß der 2. Schul-Corona-Verordnung stattfindet.
  • Niedersachsen: Fitnessstudios bleiben geschlossen. Erlaubt ist lediglich kontaktloser Individualsport im Freien mit höchstens fünf Teilnehmern. aus nicht mehr als zwei Haushalten. Kinder bis 14 Jahre dürfen im Freien in Gruppen von bis zu 20 Teilnehmern trainieren.
  • Nordrhein-Westfalen: Fitnessstudios bleiben geschlossen. Erlaubt ist lediglich kontaktloser Individualsport im Freien mit höchstens fünf Teilnehmern aus nicht mehr als zwei Haushalten. Kinder bis 14 Jahre dürfen im Freien in Gruppen von bis zu 20 Teilnehmern trainieren. Zwischen den verschiedenen Personen oder Personengruppen, die gleichzeitig Sport auf Sportanlagen unter freiem Himmel treiben dürfen, ist dauerhaft ein Mindestabstand von fünf Metern einzuhalten. Sporthallen und Schwimmbäder bleiben dagegen vorerst für den privaten Sport geschlossen.
  • Rheinland-Pfalz: Fitnessstudios bleiben geschlossen. Erlaubt ist lediglich kontaktloser Individualsport im Freien mit höchstens fünf Teilnehmern. aus nicht mehr als zwei Haushalten.
  • Saarland: Fitnessstudios bleiben geschlossen, dürfen jedoch ihre Außenbereiche nach Terminvereinbarung (Click and Meet) öffnen. Das Training ist nur gemeinsam mit einer weiteren Person aus einem anderen Hausstand gestattet. Ansonsten ist kontaktfreier Individualsport im Freien mit höchstens fünf Teilnehmern aus nicht mehr als zwei Haushalten erlaubt. Kinder bis 14 Jahren dürfen im Freien in Gruppen von bis zu zehn Teilnehmern trainieren.
  • Sachsen: Fitnessstudios bleiben geschlossen. Erlaubt ist lediglich kontaktloser Individualsport im Freien mit höchstens zwei Personen. Kleingruppen dürfen erst dann zusammen im Freien trainieren, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Kinder bis 14 Jahren dürfen im Freien in Gruppen von bis zu 20 Teilnehmern trainieren.
  • Sachsen-Anhalt: Fitnessstudios bleiben geschlossen. Erlaubt ist lediglich kontaktloser Individualsport im Freien mit höchstens fünf Teilnehmern aus nicht mehr als zwei Haushalten.Kinder bis 14 Jahren dürfen im Freien in Gruppen von bis zu 20 Teilnehmern trainieren.
  • Schleswig-Holstein: Bereits zum 1. März durften Sportanlagen wieder öffnen. Allerdings gelten dabei strenge Kontaktbeschränkungen: So ist die Nutzung einer Sportanlage nur alleine, mit Angehörigen des eigenen Hausstandes oder mit einer zweiten Person aus einem anderen Haushalt gestattet. In diesen Konstellationen darf auch gemeinsam Kontaktsport betrieben werden, nicht jedoch Mannschafts- oder Gruppensport.
  • Thüringen: Fitnessstudios bleiben geschlossen. Aufgrund der hohen Sieben-Tage-Inzidenz in Thüringen treten zum 8. März keine Lockerungen in Kraft. Individualsport ohne Körperkontakt ist alleine, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands ausschließlich unter freiem Himmel erlaubt. Private und öffentliche Sportanlagen im Freien dürfen genutzt werden,  solange der Mindestabstand stets gewährt ist.

Prinzipiell gilt auch für den Sport-Bereich eine Notbremse: Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 steigt, sollen Lockerungen zurückgenommen werden. Auch Lockerungen sind an die Inzidenz gekoppelt. Wann Fitnessstudios in den einzelnen Bundesländern wieder öffnen dürfen, hängt also von der Entwicklung der Corona-Zahlen ab. *giessener-allgemeine.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.DIGITAL.

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