Falsche Ärztin: Erste Hinweise

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Fritzlar/Homberg (dpa/eb). Bei der Polizei sind erste Hinweise aus der Bevölkerung im Fall der mutmaßlich falschen Ärztin in Nordhessen eingegangen. Die Ermittler in Homberg/Efze sprachen am Samstag von einer niedrigen zweistelligen Zahl. Zum Inhalt machten sie keine Angaben. Die Frau sitzt wegen mehrerer Todesfälle in einer Klinik in Fritzlar in Untersuchungshaft.

Die 48-Jährige soll ohne entsprechende Ausbildung Patienten betäubt haben. Durch fehlerhafte Anästhesien soll sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft in vier Fällen den Tod der Patienten verursacht haben; in acht weiteren Fällen sollen Gesundheitsschäden eingetreten sein. Ob es weitere Opfer gibt, prüfen die Behörden noch. Sie richteten am Freitag eine Telefonnummer für Hinweise und Fragen von Betroffenen sowie Angehörigen ein. Die Frau war von 2015 bis 2018 als Assistenzärztin in einer Klinik in Fritzlar tätig. Doch die 48-Jährige hatte laut Gutachten nicht die erforderlichen Fachkenntnisse. Sie habe nicht einmal eine ärztliche Zulassung.

Die Frau, die zuletzt in Kiel wohnte, war am Dienstag in Untersuchungshaft gekommen. Sie ist keine Unbekannte in Nordhessen: Die 48-Jährige wollte 2012 Bürgermeisterin in Bad Emstal werden, scheiterte aber. 2013 war sie für die SPD in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung aktiv. Die 48-Jährige war Ortsvereinsvorsitzende der SPD im Kasseler Stadtteil Brasselsberg und Mitglied im Unterbezirksvorstand der Kasseler SPD. In einem Gespräch 2014 mit der HNA hatte sie angegeben, Zahn- und Humanmedizin studiert zu haben.

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