Bei einer Gasexplosion in einem Plattenbau in Blankenburg im Harz ist am Freitag ein 78 Jahre alter Mann getötet worden. FOTO: DPA
+
Bei einer Gasexplosion in einem Plattenbau in Blankenburg im Harz ist am Freitag ein 78 Jahre alter Mann getötet worden. FOTO: DPA

"Ein Bild der Verwüstung"

  • vonDPA
    schließen

Ein Mensch stirbt, zahlreiche werden verletzt. Eine Explosion in einem Mehrfamilienhaus im Harz-Ort Blankenburg hat dramatische Folgen. Es gebe lediglich eine "einzige gute Nachricht" an diesem Tag.

Glassplitter liegen auf der Straße, zahlreiche Autoscheiben sind zerstört, die Fenster auf der gegenüberliegenden Straßenseite haben Risse und Löcher. Gegen 8.50 Uhr werden die Anwohner der Bertolt-Brecht-Straße in Blankenburg am Freitag, dem 13., aus ihrem Alltag gerissen. Eine Explosion - ausgelöst womöglich durch elf Kilogramm schwere Gasflaschen, berichten Feuerwehr und Polizei - erschüttert die Anwohner in der 20 000-Einwohner-Stadt im Harz. Drei Menschen liegen bewusstlos auf der Straße als die ersten Einsatzkräfte am Unglücksort eintreffen, in einer Wohnung finden sie eine Leiche. Von einem "Bild der Verwüstung" spricht Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU).

THW stabilisiert Innenräume

"Ich zittere jetzt noch", sagt eine 63 Jahre alte Frau von ihrem Balkon aus rund zweieinhalb Stunden nach der Explosion. Sie habe die Erschütterung gespürt. "Da kam lauter schwarzer Qualm. Es hat auch nicht lange gedauert, da kamen die Stichflammen", so die Augenzeugin. "Helfen Sie mir, retten Sie mich", habe sie einen älteren Mann rufen hören.

Das Haus, in dem es zur Explosion kam, ist schwer beschädigt und laut Wohnungsgesellschaft vermutlich für mehrere Wochen unbewohnbar. Über mehrere Stockwerke zieht sich Ruß an der Außenfassade des Mehrfamilienhauses. Auch auf der Rückseite sind die Schäden gravierend. Noch am Nachmittag ziehen Einsatzkräfte dort einen Fensterrahmen aus einem Baum. Statiker prüfen die Sicherheit, das Technische Hilfswerk (THW) hat Holzbalken herangeschafft, um die Innenräume zu stabilisieren. Zunächst war von einem Toten und 25 Verletzten die Rede, später korrigiert die Polizei die Verletzenzahl nach unten. "Die einzige gute Nachricht an diesem Tag", sagt ein Polizeisprecher. Am frühen Nachmittag hieß es von den Beamten, zwei Bewohner seien mit Brandverletzungen in das Spezialkrankenhaus Bergmannstrost nach Halle geflogen worden. Zudem erlitten drei Bewohner schwere und zehn leichte Verletzungen. Vier Polizisten zogen sich beim Rettungseinsatz Rauchvergiftungen zu, die aber nur mit etwas Sauerstoff hätten behandelt werden müssen.

Der Tote sei vermutlich der 78 Jahre alte Mieter der Wohnung, von der die Explosion ausging. Warum die Gasflaschen in der Wohnung waren, ist unklar. Thomas Kempf, der Geschäftsführer der Blankenburger Wohnungsgesellschaft, betont, es sei ausdrücklich untersagt, zusätzliche Heizkörper in den Wohnungen aufzustellen. Eigentlich werde das Gebäude durch Fernwärme geheizt.

Für die Betroffenen der Explosion soll ein Spendenkonto eingerichtet werden. Von den etwa 50 Bewohnern des Gebäudes seien fast alle bei Angehörigen untergekommen, erklärte Breithaupt. Wann die Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren können, war zunächst unklar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare