Drei Jahre Haft für Altenpflegerin

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Ulm (dpa). Eine Altenpflegerin ist in Ulm wegen sexuellen Missbrauchs von Heimbewohnern zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht sah es am Montag als erwiesen an, dass die 47-Jährige in einem Pflegeheim in Göppingen (Baden-Württemberg) eine Seniorin vergewaltigt und den Übergriff gefilmt hatte. Das Handy-Video sowie Fotos von vier weiteren, halb nackten Heimbewohnern schickte die Deutsche an einen Mann, den sie zuvor in einem Online-Chat kennengelernt hatte und der ihr im Gegenzug kinderpornografisches Material lieferte.

Verurteilt wurde die Frau unter anderem wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung. Ein Pflegeheim sei "eine Einrichtung, auf die alle vertrauen", sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Fischer. "Darum muss die Strafe deutlich ausfallen." Aber man wolle der Angeklagten auch "nicht alle Lebensperspektiven nehmen".

Weiteres Verfahren

Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Gefängnis gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe. Die Übergriffe ereigneten sich zwischen August und Oktober im Jahr 2017.

Laut Urteil setzte die Altenpflegerin ihre sexuellen Übergriffe auch dann noch fort, als eines ihrer Opfer Schmerzen äußerte. Strafmildernd wirkten sich die schwierigen Lebensumstände der Frau aus: erst die Trennung von ihrem Mann, dann der Tod der Mutter, schließlich selbst ein Schlaganfall und das gemeinsame Haus kurz vor der Zwangsversteigerung.

In dieser Situation lernte die Angeklagte ihren Chat-Partner über eine Online-Partnerbörse kennen. Er würde sich finanziell um sie kümmern, glaubte sie. Im Gegenzug musste sie seine Aufträge erfüllen. Dazugehörte auch die Beschaffung der pornografischen Bilder im Pflegeheim. Aufgrund ihrer "emotionalen Abhängigkeit, ja Hörigkeit", so Fischer, habe sie die Anweisungen ihres Bekannten befolgt.

Der mutmaßliche Komplize muss sich laut Medienberichten ab Mitte November vor dem Landgericht Tübingen verantworten. Der 37-Jährige aus Ellwangen soll demnach weitere Frauen dazu angestiftet haben, pornografische Handy-Filme zu beschaffen.

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