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Wie schlimm ist die Corona-Welle aktuell? Die RKI-Zahlen haben ein Vergleichs-Problem

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Von: Jennifer Lanzinger

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Menschen gehen durch die Fußgängerzone in Potsdam. © Fabian Sommer/dpa/Symbolbild

Die Corona-Zahlen in Deutschland bleiben auf einem hohen Niveau, erneut meldet das RKI mehr als 100.000 Infektionen. Doch wie aussagekräftig sind die aktuellen Zahlen noch?

Berlin - Die Corona-Pandemie in Deutschland scheint in den vergangenen Wochen langsam aber sicher abzuflauen, das Robert Koch-Institut meldete am Montag, 9. Mai 2022, eine Corona-Inzidenz unter der 500er-Marke. Nun steigt die Inzidenz jedoch wieder. Wie das RKI betont, liefert die Inzidenz aktuell jedoch kein vollständiges Bild der Infektionslage.

Corona in Deutschland: RKI meldet erneut steigende Inzidenz

Das RKI hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 522,7 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 499,2 gelegen (Vorwoche: 632,3 Vormonat: 1097,9). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Corona-Zahlen im Wochen-Vergleich nur noch schwer zu vergleichen

Die Zahl der erfassten Infektionen innerhalb von 24 Stunden ist im Wochen-Vergleich jedoch leicht gesunken. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 107.568 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 113.522 registrierte Ansteckungen) und 218 Todesfälle (Vorwoche: 240) innerhalb eines Tages.

Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25 406 868 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Einer Studie zufolge hängt die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus auch von der eigenen Blutgruppe ab. Eine Blutgruppe neigt demnach zum Superspreader.

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