Von Namasté bis Star Trek

Corona-Krise: „Ich trage keine Waffe“ - Das steckt hinter den neuen skurrilen Begrüßungen

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Corona-Krise: Im Zuge der Ausbreitung des Corona-Virus etablieren sich neue Begrüßungen, die teils sehr skurril wirken - auch Politiker mischen kräftig mit.

  • Auf Händeschütteln verzichten: Das ist einer der wichtigsten Tipps zur Bewältigung der Corona-Krise.
  • Auf der Suche nach Alternativen werden Menschen kreativ.
  • Im Alltag führt das zu komischen Szenen - so auch bei Merkel und Seehofer.

München - Ein Video von Angela Merkel  (CDU) und Horst Seehofer (CSU) geht um die Welt: Angela Merkel möchte Horst Seehofer zur Begrüßung beim Integrationsgipfel die Hand reichen*, doch der verweigert den Gruß. Angela Merkel reagiert irritiert, bekommt dann aber sofort die Erklärung: „Keine Hände“. Sie nickt und versucht es mit einer anderen Form von Gruß - nämlich zwei halb erhobenen Händen. Einige Tage später scheint sie bereits geübt zu haben: Hand aufs Herz ist ihr neuer Gruß.

Ähnlich skurrile Szenen spielen sich derzeit im Alltag von vielen ab: Während viele bereits automatisch auf das Händeschütteln verzichten*, sind andere noch nicht daran gewöhnt, strecken ihre Hand aus - und fassen ins Leere. Was tun?

Corona-Krise: Neue Begrüßung in Israel

Sieht man das Video genauer an, entdeckt man noch ein weiteres Detail: Eine Teilnehmerin am Integrationsgipfel reagiert prompt und zeigt eine Art Verneigung, mit beiden vor der Brust verschränkten Armen. 

Diese Art zu grüßen wirkt respektvoll - und könnte, etwas abgewandelt, bald zum wichtigsten Gruß in ganzen Ländern während der Ausbreitung des Coronavirus* werden. So hat Israels Präsident Benjamin Netanjahu auf einer Pressekonferenz seine Landsleute dazu aufgefordert, sich mit „Namasté“ zu grüßen. Das freut besonders indische Medien:

Denn der Gruß wird vor allem in Indien praktiziert - und soll ursprünglich „Ich verbeuge mich vor dem Göttlichen in dir“ heißen. 

Corona-Krise: So könnten wir uns alle begrüßen

Ähnlich skurril und etwas pathetisch wirken könnte ein Gruß, den der Zündfunk von Bayern2 vorschlägt. Wohl eher zum Spaß wollen die Radiomoderatoren einen altenStar-Trek-Gruß zum neuen Standard machen: „Lebe lang und gedeihe“, kann man seinem Gegenüber zur Begrüßung wünschen, wenn man die Hand hebt und die Finger zwischen Mittel- und Ringfinger teilt:

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Also: LIVE LONG AND PROSPER!

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Corona-Krise: Bleiben diese Corona-Grüße?

Zwei andere Grußformen wurden bereits kurzerhand neu getauft und tragen jetzt Namen, die sie direkt mit dem Coronavirus* in Verbindung bringen:

Erstens die Corona-Faust, die eigentlich salopp als „Ghetto-Faust“ bezeichnet wird und sagen will: „Ich trage keine Waffen.“ Wer genau das dem Gegenüber vermitteln will, schlägt also mit der Faust ein. 

Noch viel hygienischer ist der neu ernannte Wuhan-Shake: Sich einfach mit den Füßen, statt mit den Händen zu begrüßen.

Begrüßungen nach Viren zu benennen ist übrigens nichts Neues: In Zeiten des Ebola-Ausbruchs ging eine andere Begrüßungsform durch die betroffenen Regionen - nämlich, sich mit der Hinterpartie anzustupsen. Daraus wurde die „Ebola-Bumb“. Und vielleicht bleiben manche dieser neuen Angewohnheiten ja auch nach der aktuellen Corona-Krise erhalten.

Corona-Krise: Das müssen wir noch besser machen

Einfach lächeln oder einander zunicken - die Begrüßung kurz und knapp zu halten, schlagen andere vor. 

Dass Manches an den Begrüßungen noch ziemlich paradox ist, machen Fußballfans und Fußballer unter anderem an einer Sache fest, die doch ziemlich seltsam wirkt: Jegliche Vorsicht von vor dem Spiel scheint nach dem Spiel nämlich - manchmal - komplett vergessen:

Also, liebe Fußballer, das müssen wir noch üben!

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Rubriklistenbild: © dpa / Michael Kappeler

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