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Corona: Test-Engpässe in Deutschland – Union setzt Lauterbach unter Druck

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Von: Lukas Rogalla

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Die Corona-Zahlen steigen – und damit wächst auch der Bedarf für PCR-Tests. Die Labore sind „unvorbereitet“, die Union appelliert an Karl Lauterbach.

+++ 13.00 Uhr: Angesicht drohender Engpässe bei Corona-Tests hat die Unionsfraktion im Bundestag von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach* (SPD) rasches Handeln gefordert. „Das Bundesgesundheitsministerium muss schnellstens eine Handlungsempfehlung zur Priorisierung bei PCR-Tests vorlegen“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der Union, Tino Sorge (CDU), am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. „Die Labore und Teststellen brauchen dringend Orientierung für ihre Entscheidungen.“

„Die Kapazitäten für PCR-Tests müssen so schnell wie möglich erweitert werden - gerade jetzt, weil sie Omikron viel verlässlicher erkennen als Schnelltests“, sagte Sorge. Solange eine Überlastung drohe, „müssen die vorhandenen Kapazitäten in erster Linie nach Dringlichkeit und medizinischem Bedarf genutzt werden“. Dies könne in den kommenden Wochen auch dazu führen, „dass ein Urlauber länger warten muss, damit ein Pflegebedürftiger sein Resultat zügig erhält“. Auch für Bereiche sogenannter kritischer Infrastruktur wie Polizei, Feuerwehr oder Energieversorgung müssten „Testkapazitäten vorgehalten werden, um dort kurzfristig auf Ausbrüche reagieren zu können“.

Corona: Ansturm auf PCR-Tests – Labore stoßen an ihre Grenzen

Erstmeldung von Donnerstag, 13.01.2022, 09.00 Uhr: Frankfurt – Die Omikron-Variante des Coronavirus gilt als hochansteckend. Zuerst war sie in Südafrika entdeckt worden, nun dominiert sie in zahlreichen Ländern das Infektionsgeschehen. Auch in Deutschland steigt der Anteil der Corona-Variante* rasend schnell. Zwar gehen Fachleute davon aus, dass Omikron infolge einer Infektion zu milderen Verläufen* führt, allerdings ist auch eine „schlagartige Erhöhung der Infektionsfälle“ sowie eine „schnelle Überlastung des Gesundheitssystems und gegebenenfalls weiterer Versorgungsbereiche“ möglich, wie das Robert Koch-Institut warnt.

Corona-Test
In Deutschland drohen Corona-Test-Engpässe. (Symbolfoto) © Dipayan Bose/Imago Images

„Die hohen Infektionszahlen gehen mit vielen Tests einher“, mahnt nun der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin, Michael Müller, im Gespräch mit der Rheinischen Post. Die Medizinlabore in Deutschland nähern sich in der Corona-Krise demnach zunehmend den Grenzen ihrer Auslastung. „Weil derzeit kaum priorisiert wird bei PCR-Tests, stoßen die Labore in Deutschland zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen“. Das sei kritisch, sowohl für Kranke als auch für Krankenhäuser.

Corona: Labore wegen vieler PCR-Tests am Limit

„Daher ist es zwingend, dass insbesondere die Arztpraxen und Testzentren dazu angehalten werden, sich an der Nationalen Teststrategie auszurichten“, fordert Müller. Bei knappen Kapazitäten müssten PCR-Tests entsprechend den dortigen Empfehlungen erfolgen. Mit den neuen Corona-Regeln in Deutschland kann man sich bald aus der Quarantäne freitesten: Das werde „unweigerlich zu einem Mehraufwand der Labore führen“. Vonseiten der Bundesregierung und der Länder habe es keine Prognosen gegeben, „auf wie viel mehr Tests wir uns einstellen müssen“. Nun würden die Labore dem Ansturm „weitgehend unvorbereitet begegnen müssen“.

Kunststoffröhrchen mit Corona-Abstrichen stehen nach dem PCR-Test in einem Labor.
Ein Labor-Verband warnt vor einer zunehmenden Auslastung der Corona-Testkapazität. (Symbolbild) © Andreas Arnold/dpa

Am Dienstag (11.01.2022) hatte der Verband die Auslastung der Testkapazität noch auf 64 Prozent beziffert. Zur Diskussion über Kapazitätsengpässe sagte Müller einer Mitteilung zufolge: „Die Belastung in den Laboren ist zwar erheblich, aber ich sehe keinen Grund für zu große Sorgen.“ Vielmehr komme es bei zunehmendem Testgeschehen und begrenzten Testkapazitäten darauf an, die Teststrategie tatsächlich umzusetzen.

Corona-Tests: Krisenstabs-Chef erwartet Engpässe

Auch der Leiter des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, Generalmajor Carsten Breuer, warnt: „Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist. Das gilt auch für Tests“, sagte er der Süddeutschen Zeitung. Sobald es irgendwo eng werde, müsse priorisiert werden. „Da haben Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur Vorrang“, sagte er. Das Ziel sei aber, das bisherige Testregime so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. „Wir brauchen möglichst genaue Daten, um zu sehen, wie sich die Welle bei uns auswirkt“, so Breuer.

Der Grünen-Gesundheitsexperte* Janosch Dahmen sprach sich für eine Priorisierung von PCR-Tests aus. Sie müssten einerseits für wichtige medizinische Diagnostik von Schwersterkrankten und andererseits für das Personal der kritischen Infrastruktur priorisiert bereitgehalten werden, sagte Dahmen am Donnerstag im RBB-Inforadio.

„Das kann bedeuten, dass im Einzelfall, beispielsweise beim Freitesten, es zu Verzögerungen kommt. Das bedeutet nicht nur lange Schlangen vor den Test-Zentren, sondern auch, dass es dauert, bis das Test-Ergebnis vorliegt“, räumte Dahmen ein. Die Situation werde sich erst verbessern, wenn man die in die Höhe schnellenden Corona-Fallzahlen* unter Kontrolle bringe. (lrg mit AFP/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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