Der russische Impfstoff Sputnik-V wurde im Rahmen einer vorab erschienenen Studie auf seine Wirksamkeit gegen Virus-Mutationen untersucht. (Symbolfoto)
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Der russische Impfstoff Sputnik-V wurde im Rahmen einer vorab erschienenen Studie auf seine Wirksamkeit gegen Virus-Mutationen untersucht. (Symbolfoto)

Sars-Cov-2

Corona-Impfstoff Sputnik-V: Mutationen machen kontinuierliche Anpassungen nötig

  • Lena Karber
    VonLena Karber
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Eine Studie aus Argentinien, die sich mit der Wirksamkeit von Sputnik-V beschäftigt, deutet darauf hin, dass Impfstoffe angesichts der Entstehung von Virus-Mutanten kontinuierlich überwacht müssen.

Während Impfstoffe entwickelt werden, entwickeln sich auch Corona-Mutationen. Inwiefern die vorhandenen Impfstoffe gegen aufkommende Mutanten wirken, ist daher eine zentrale Frage im Kampf gegen die Pandemie. Eine vorläufig veröffentlichte Studie aus Argentinien, die die Wirksamkeit des russischen Impfstoffs Sputnik-V untersucht hat, deutet nun daraufhin, dass eine kontinuierliche Anpassung der Impfstoffe nötig sein könnte.

Corona-Pandemie: Müssen die Impfstoffe an die Mutationen angepasst werden?

„Trotz des beispiellosen Tempos der Impfstoffentwicklung, bei dem bereits sechs Impfstoffe weltweit eingesetzt werden, deutet das Auftreten von SARS-CoV-2-Varianten (VOC) in verschiedenen geografischen Regionen darauf hin, dass die Herdenimmunität das Virus möglicherweise nicht eliminieren kann“, schreiben die Autoren zu ihrer Untersuchung, bei der sie die Wirksamkeit des Sputnik-V-Impfstoffes gegen verschiedene Corona-Mutationen anhand von Personen, die in Argentinien mit dem Vakzin geimpft wurden, untersucht haben. Veröffentlicht wurde die Studie allerdings bislang nur als Preprint – also als Vorab-Publikation, die noch nicht von unabhängige Wissenschaftler des selben Fachgebiets in einem sogenannten Peer Review-Verfahren begutachtet wurde.

Untersucht wurden die durch den Impfstoff hervorgerufenen Antikörper der geimpften Personen auf ihre Wirksamkeit gegen die britische Virus-Mutante B.1.1.7 und gegen die südafrikanische Variante B.1.351. Dazu erhielten Testzellen zum Schutz Serum der geimpften Studienteilnehmer und wurden anschließend mit modifizierten Virus-Varianten konfrontiert. Diese weisen Mutationen der sogenannten Spike-Proteine auf, gegen die sich durch die Impfung hervorgerufenen Antikörper wenden, weshalb sich die Frage nach der Wirksamkeit der Impfstoffe gegen Mutationen stellt.

Studie zur Wirksamkeit von Impfungen gegen Mutationen: Kontinuierliche Überwachung empfohlen

Das Ergebnis der Studie zu Sputnik-V: Viren mit dem B.1.1.7-Spike-Protein der britischen Variante wurden effektiv neutralisiert, gegen die südafrikanische Mutante B.1.351 hingegen schützte das Serum hingegen in 8 von 12 Proben (67 Prozent) die Testzellen nicht wirksam vor einer Infektion. Auch die E484K-Mutante des Spike-Proteins, die in verschiedenen Viruslinien auftritt, konnte demnach nicht effektiv neutralisiert werden.

„Zusammengenommen legen unsere Daten nahe, dass die Kontrolle neu auftretender SARS-CoV-2-Varianten von aktualisierten Impfstoffen profitieren kann“, schreiben die Autoren und sprechen dabei offenkundig nicht ausschließlich von dem Impfstoff Sputnik-V, sondern generell von Corona-Impfstoffen. Es sei davon auszusehen, „dass eine Überwachung der durch Impfseren ausgelösten neutralisierenden Aktivität kontinuierlich erforderlich sein wird“, heißt es weiter. Virale Neutralisationstests könnten anzeigen, welche SARS-CoV-2-Varianten angesichts der durch den Impfstoff ausgelösten Immunität wahrscheinlich übertragen werden können, und ob aktualisierte Impfstoffe erforderlich sind, um deren Auftreten und Ausbreitung zu kontrollieren.

Sputnik-V: Wo ist der Impfstoff zugelassen?

Aktuell prüft die europäische Arzneimittelbehörde die Zulassung des russischen Impfstoffes Sputnik V. In Brasilien wurde die Zulassung des Vakzins unter Verweis auf die unzureichende Datenlage bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit kürzlich abgelehnt. Eine zentrale Rolle spielte dabei, dass bei Laborproben offenbar vermehrungsfähige Viren entdeckt worden waren, die für Menschen mit einer Immunschwäche gefährlich sein könnten. Sputnik ist ebenso wie der Impfstoff von AstraZeneca ein Vektorimpfstoff, was bedeutet, dass er auf unschädlich gemachten Viren basiert, die eine „Bauanleitung“ in die Zellen transportieren, um eine Immunantwort im Körper anzuleiten. In etwa 60 Ländern, darunter Argentinien, ist der russische Impfstoff hingegen zugelassen.

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