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„11-mal effektiver“ – Forscher entwickeln Impfpflaster gegen Corona

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Von: Martina Lippl

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Virusmutation Symbolbild zum Thema Virus-Mutation
Das Coronavirus verändert sich (Symbolfoto). Forschende arbeiten an neuen Impfstoffen und Methoden gegen Covid-19. © imago

Ein Impfpflaster gegen Corona soll besser vor einem schweren Covid-19-Verlauf schützen. Davon sind Forscher in Australien überzeugt. Auch vor Omikron-Varianten.

Brisbane – Es ist eine Herkulesaufgabe, einen wirksamen Impfstoff gegen Corona zu entwickeln. Eine neue Impf-Methode ohne eine Nadel ist nach Ansicht von Forscher in Australien ein wegweisender Schritt: ein Impfpflaster. Das Impfstoffpflaster kann Coronavirusvarianten wie Omikron und Delta besser bekämpfen, wie ein herkömmlicher Nadelimpfstoff. So das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der The Universtity of Queensland.

Corona-Impfstoff: Impfpflaster 11-mal wirksamer als über Nadel - schützt auch vor Omikron

Das Impfpflaster soll auch gegen Omikron-Varianten wirksam sein. Diese Art der Impfung sei herkömmlichen Impfstofftypen, die durch eine Nadel verabreicht werden, überlegen. Das Forscher-Team sieht nach eigenen Angaben ein „bahnbrechendes Potenzial“ in der Pflaster-Variante.

„Wir haben festgestellt, dass die Impfung über ein Pflaster etwa 11-mal wirksamer bei der Bekämpfung der Omikron-Variante war als mit dem gleichen Impfstoff, der über eine Nadel verabreicht wurde“, sagte Dr. Christopher McMillan laut einer Mitteilung der Universität.

Bei dem Pflaster handelt es sich um ein sogenanntes High-Density-Microarray-Pflaster. Das, den Impfstoff präzise in die Hautschichten einbringt, die reich an Immunzellen sind, erklärt Studienautor McMillan. Jeder Impfstoff habe beim Test mit dem Pflaster eine überlegene Immunantwort im Vergleich zu herkömmlichen Nadelimpfmethode, so der australische Forscher.

Covid-Impfstoffe wirken nicht mehr so gut gegen die immer wieder neuen Varianten. Die Omikron-Variante mit über 30 Mutationen auf dem Spike-Protein umgeht die Immunantwort, der aktuellen mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. Eine neue Methode, wie das Impfpflaster, könnte eine bessere Wirksamkeit bei den derzeitig verfügbaren Impfstoff-Kandidaten erreichen.

„Die Patch-Technologie hat jedoch das Potenzial, eine neue – und effektivere – Waffe in unserem Arsenal anzubieten, in einer Zeit, in der neue Varianten mit hoher Geschwindigkeit mutieren“, unterstreicht Mitautor der Studie Dr. David Muller.

Corona: Impfen immer noch wirksames Mittel gegen schwere Covid-Verläufe

Die Pflaster seien wirksamer als die nadelbasierten Impfstoffe und ließen sich auch leichter verabreichen. „Aber es ist wichtig zu betonen, dass bestehende Impfstoffe immer noch ein wirksames Mittel zur Bekämpfung schwerer Krankheiten und Krankheiten durch dieses Virus sind und es nicht an der Zeit ist, unsere Wachsamkeit aufzugeben.“

Impf-Pflaster: Vielversprechende Ergebnisse bei Studie an Mäusen

Allerdings sind diese erfreulichen Ergebnisse im Rahmen einer Maus-Studie entstanden. Mäuse sind einer der wichtigsten Modellorganismen in der Forschung. Doch Maus ist nicht gleich Mensch. Ob sich die medizinischen Studienergebnisse vom Maus-Modell, die im Fachmagazin Vaccine veröffentlicht wurde, auf den Menschen übertragen lässt? Die Maus (Mus musculus) ist genetisch nicht unser engster Verwandter. Nur „50“ Prozent der Mausgene haben eine Entsprechung beim Menschen. Zum Vergleich: Vom Schimpansen unterscheiden uns genetisch nur 4 Prozent - 96 Prozent sind identisch.

Neue Covid-19-Impfmethode: Nasenspray gegen Corona

Ein Forscherteam aus Nürnberg arbeitet an einem Nasenspray gegen Corona. Das Coronavirus gelangt über die Nasen- oder Mundschleimhäute in den Körper. Vakzine, die über die Nase- oder Mundschleimhaut verabreicht werden, setzten an der sogenannten Schleimhautimmunität an. Das Virus wird schon an den Schleimhäuten direkt abgewehrt und ausgeschaltet. Auch diese neue Impfmethode ist bei ersten Tests an Mäusen vielversprechend.

Für den Berliner Virologe Christian Drosten wäre ein solcher Impfstoff der „nächste Meilenstein“. In Form einer „Lebend-Impfung“ mit einem abgeschwächten Virus oder mit einer modernen Variante. „Die müsste man in die Nase geben und so dann Schleimhaut-Immunität auslösen. Das wäre ein viel besserer Übertragungsschutz, es wäre der nächste Meilenstein“, erklärte Drosten in einem Tagesspiegel-Interview im Januar. (ml)

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