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Corona-Zahlen in Deutschland sinken weiter - dennoch sollen härtere Maßnahmen kommen

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Von: Patrick Huljina, Katharina Haase, Martina Lippl

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Die Corona-Zahlen sind gesunken, doch der Blick auf eine mögliche Omikron-Welle bereitet Experten Sorgen. Das RKI zieht nun wegen Omikron Konsequenzen. Der News-Ticker.

Update vom 21. Dezember, 7.00 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen liegt der Wert nun bei 306,4. Am Vortag hatte er noch bei 316 gelegen, vor einer Woche bei 389,2. Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 23.428 Neuinfektionen verzeichnet. 

Corona in Deutschland: Zahlen sinken weiter - Bund-Länder-Konferenz am Nachmittag

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder am 18. November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Ab einem Wert von drei gilt in einem Bundesland flächendeckend für Veranstaltungen die 2G-Regel - das heißt, nur gegen das Coronavirus Geimpfte und von Covid-19 Genesene sind zugelassen. Am Montag lag die Hospitalisierungsinzidenz laut RKI bundesweit bei 4,73. Ob trotz der sinkenden Zahlen angesichts der drohenden Ausbreitung der Omikron-Variante schärfere Maßnahmen beschlossen werden, soll sich heute auf einer kurzfristig einberufenen Bund-Länder-Konferenz entscheiden, an der neben den Ministerpräsidenten auch Neu-Bundeskanzler Olaf Scholz teilnehmen wird.

Update vom 20. Dezember, 20.50 Uhr: Über 10 000 Menschen haben am Montagabend in Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin und in Rostock gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Allein in Rostock waren es nach Polizeiangaben in der Spitze bis zu 10 000 Teilnehmer. In Schwerin zählte der langgestreckte Demonstrationszug beim Start rund 2500 Teilnehmer. Beim Marsch durch die nordwestliche Innenstadt hätten sich aber weitere Personen der bislang größten Corona-Demonstration in der Stadt angeschlossen, hieß es. Masken wurden ungeachtet der dringenden Empfehlung durch Behörden und Polizei bei beiden Protesten nicht getragen, die Mindestabstände nur selten eingehalten.

Corona in Deutschland: Intensivbetten in Mecklenburg-Vorpommern ausgelastet

Update vom 20. Dezember, 19.10 Uhr: In Mecklenburg-Vorpommern sind sämtliche Corona-Intensivbetten ausgelastet, das geht aus einer Meldung des Landesamts für Gesundheit und Soziales vor. Am heutigen Montag lagen 100 Patienten dort, vier mehr als gestern. Auch die generelle Anzahl an Covid-19-Patienten sei gestiegen, teilte das Landesamt mit: Mit 415 Personen werden 28 Patienten mehr behandelt als am Vortag.

Corona in Deutschland: RKI erhöht wegen Omikron Risiko-Bewertung

Update vom 20. Dezember, 17.06 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat seine Risikobewertung durch Covid-19 für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland aufgrund des Auftretens und der rasanten Verbreitung von Omikron aktualisiert und als „sehr hoch“ eingeschätzt.

„Es kann zu einer schlagartigen Fallzahl-Erhöhung & rascher Versorgungs-Überlastung kommen“, schreibt das RKI auf Twitter.

Auf seiner Homepage führt das RKI aus: Vor allem für Ungeimpfte sei die Gefährdung einer Infektion „sehr hoch“, für die Gruppen der Genesen und Geimpften mit Grundimmunisierung (zweimalige Impfung) wird sie als hoch und für die Gruppe der Geimpften mit Auffrischimpfung (dreimalige Impfung) als moderat eingeschätzt.

Biontech liefert 20 Millionen Extra-Dosen

Update vom 20. Dezember, 13.34 Uhr: Biontech liefert nochmal 20 Millionen Impfstoffdosen an Deutschland. Das berichtet Bild. Dabei soll es sich um Zusatz-Dosen des Biontech/Pfizer Impfstoffes handeln. Im ersten Quartal 2022 sollen die extra Impfdosen zur Verfügung stehen. Das Mainzer Unternehmen liefert dem Bericht zufolge mehr Impfstoff aus der eigenen Produktion. Obendrein kaufe Biontech im Ausland Impfstoff zurück und liefere dann in Deutschland aus. Aus Rumänien sollen fünf Millionen Dosen zurückgeholt werden, die dort bisher nicht verimpft werden konnten, heißt es. Auch aus anderen Staaten Osteuropas wie Bulgarien sollen Restdosen herangeschafft werden.

Corona in Deutschland: Mehr als 26 Millionen geboostert

Update vom 20. Dezember, 11.20 Uhr: Am vierten Advent wurden in Deutschland 312.000 Impfdosen verabreicht. Das geht aus den Impfdashboard-Daten des Gesundheitsministeriums hervor am Montag hervor. 845.000 waren es noch am Samstag. 70,3 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft, 26,2 Millionen Personen haben eine Auffrischungsimpfung erhalten (31,5 Prozent).

Aktuell sind demnach 22,2 Millionen Menschen nicht geimpft (26,7  Prozent der Bevölkerung). Dazu gehören 4,0 Millionen im Alter von 0 bis 4 Jahren (4,8  Prozent), für die bisher kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA berät an diesem Montag über eine Zulassung des Corona-Impfstoffs des US-Pharmaunternehmens Novavax*. Nuvaxovid (NVX-CoV2373) erweitert die Impfstoff-Auswahl in Europa.

Virologin Protzer „Werden um Lockdown nach Weihnachten nicht drumherum kommen“

Update vom 20. Dezember, 9.46 Uhr: Die Verdopplungszahlen von Omikron zwingen zum Handeln, spätestens nach Weihnachten. Davon ist Virologin Ulrike Protzer von der TU München überzeugt. Im ARD-“Morgenmagazin sagte die Wissenschaftlerin: „Ich glaube, wir werden um den Jahreswechsel nicht drumherum kommen, noch einmal Kontaktbeschränkungen einzuführen. Warum? Weil diese heftige Welle, gerade wenn sie die vielen Ungeimpften und diejenigen, die noch nicht eine Infektion in Deutschland durchgemacht haben, trifft, wird das eine heftige Krankheitslast bedeuten. Das heißt, viele Menschen kommen ins Krankenhaus - auch wenn der Prozentsatz gering ist, sind es von der Zahl her viele. Und viele werden aus Krankheitsgründen ausfallen.“

RKI meldet 16.086 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz steigt wieder leicht

Update vom 20. Dezember, 7.05 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist nach längerer Abwärtstendenz erstmals wieder im Vergleich zum Vortag leicht gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 316,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der bundesweite Wert bei 315,4 gelegen, vor einer Woche bei 389,2.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 16.086 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.53 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 21.743 Ansteckungen gewesen. Die Zahl gemeldeter Infektionen geht seit knapp drei Wochen zurück. Experten befürchten wegen der besonders ansteckenden Omikron-Variante aber eine baldige Trendumkehr. Neu-Bundeskanzler Olaf Scholz hat deshalb für Dienstag zu einem Bund-Länder-Gipfel mit den Ministerpräsidenten geladen, um über eine mögliche Verschärfung der geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und der Ausbreitung der Omikron-Variante zu beraten.

Update vom 19. Dezember, 18.55 Uhr: Impfstoff-Boost wegen Omikron: Die EU bekommt Anfang des Jahres 20 Millionen Biontech-Dosen mehr geliefert als zunächst geplant. Wie die EU-Kommission am Sonntag in Brüssel mitteilte, erhalten die europäischen Staaten im Januar und Februar jeweils fünf Millionen zusätzliche Dosen von Biontech/Pfizer, im März sogar 10 Millionen mehr.

Damit erhöht sich die Gesamtzahl der erwarteten Biontech-Lieferungen im ersten Quartal des kommenden Jahres auf 215 Millionen. Ein ähnliches Abkommen sei mit dem Herstelller Moderna geschlossen worden, teilte die Kommission mit. Die zusätzlichen Dosen sollen insbesondere als Booster-Impfung eingesetzt werden – laut Experten ist das die beste Strategie gegen die besorgniserregende Virusvariante Omikron. Die Bundesregierung hatte schon am Mittwoch angekündigt, für insgesamt 2,2 Milliarden Euro mehr als 90 Millionen zusätzliche Impfdosen zu kaufen. Vorausgegangen waren hitzige Debatten über die Impfstoff-Lage in Deutschland*.

Corona-Lockdown wegen Omikron? Grünen-Politiker sieht neues Problem und bringt Schließungen ins Spiel

Update vom 19. Dezember, 15.35 Uhr: Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat für den Fall einer weiteren Ausbreitung der Omikron-Variante vor massiven personellen Engpässen etwa in Krankenhäusern gewarnt. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass in Bereichen der kritischen Infrastruktur sehr viel Personal krankheitsbedingt ausfallen wird“, sagte Dahmen dem Handelsblatt.

„Ich sehe diese Gefahr nicht nur in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, sondern beispielsweise auch bei der Feuerwehr, Polizei, in Apotheken und dem Lebensmittelhandel“, erklärte Dahmen, der zuletzt auch über eine Impfpflicht für einige Beamten nachgedacht hatte. „Es muss jeder Tag zum Impfen und Boostern in diesen Bereichen genutzt werden. Eine generelle FFP2-Maskenpflicht am Arbeitsplatz muss sichergestellt werden. Zudem braucht es eine vorausschauende Personalplanung.“ Die Erfahrungen aus Ländern wie den Niederlanden, die nun in einen Lockdown gehen, legten nahe, dass geringfügige Maßnahmen nicht ausreichten. „Die Schließung des nicht-essentiellen Einzelhandels kann genauso ein Instrument sein wie branchenweite Betriebsferien bis in den Januar hinein, um Omikron unter Kontrolle zu kriegen.“

Corona in Deutschland: FDP-Gesundheitsexpertin gegen einen Lockdown

Update vom 19. Dezember, 14.40 Uhr: Omikron ist in Europa auf dem Vormarsch. Dänemark hat seine Corona-Regeln drastisch verschärft. Österreich hat einen Lockdown bereits hinter sich, in den Niederlanden startet er heute. Droht Deutschland ein ähnliches Szenario? FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus bezeichnete die aktuelle Corona-Lage hierzulande als „sehr ernst“. Dennoch sprach sie sich gegen einen Lockdown wie in den Niederlanden aus.

„Statt eines Lockdowns sollten die bestehenden vielfältigen Instrumente ausgeschöpft werden. Insbesondere darf es keine Schulschließungen geben, denn unsere Kinder haben unter dem Verlust ihrer Sozialkontakte und Bildungschancen bereits sehr gelitten“, erklärte Aschenberg-Dugnus der dpa. „Fakt bleibt: Impfen ist und bleibt der Weg aus der Pandemie. Daher tun wir alles, um das Angebot zum Impfen und Boostern massiv auszuweiten.“

Zwei Frauen gehen an geschlossenen Buden auf einem Weihnachtsmarkt vorbei.
Die ersten Länder waren bereits oder sind wegen Omikron im Lockdown. Droht das auch in Deutschland? (Archivbild) © Roland Schlager/dpa

Das hohe Impftempo müsse während der Feiertage aufrechterhalten werden. „Die Bundesregierung hat innerhalb kürzester Zeit das Pandemiemanagement neu aufgestellt. Wir haben den Corona-Expertenrat eingeführt und die Impflogistik verbessert. Dies sind wichtige Maßnahmen zur Eindämmung der Omikron-Variante“, sagte die FDP-Gesundheitsexpertin weiter.

Corona in Deutschland: Bildungsministerin fordert mehr Impfangebote an Schulen

Update vom 19. Dezember, 13.45 Uhr: Die neue Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) will deutlich mehr Impfangebote direkt in den Schulen machen. „Das muss ganz oben auf der Agenda der Länder stehen, um die Schulen offen zu halten“, sagte sie dem Berliner Tagesspiegel. Denkbar sei beispielsweise, dass die Schulärztin in der großen Pause impfe oder mobile Impfteams in die Schulen gingen.

Stark-Watzinger betonte, dass dies „natürlich immer in Absprache mit den Eltern“ geschehen solle. Wichtig sei, dass das Angebot für die Impfungen der Kinder und Jugendlichen niedrigschwellig sei. „Das sehe ich zusammen mit Hygienemaßnahmen und digitalen Angeboten als Schlüssel, um den Schulbetrieb zuverlässig aufrecht zu erhalten“, erklärte sie. Zu flächendeckenden Schulschließungen solle es nicht noch einmal kommen. „Kurz gesagt: Solange wir noch ins Fußballstadion gehen können, darf keine Schule schließen“, so Stark-Watzinger.

Corona in Deutschland: Sorge vor der Omikron-Welle

Erstmeldung vom 19. Dezember: Berlin - Schaut man rein auf die Zahlen, scheint sich die Corona-Lage in Deutschland zu entspannen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag erneut gesunken. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) lag der Wert am Sonntagmorgen (19. Dezember) bei 315,4. Das ist zwar immer noch ein hoher Wert, in der Vorwoche hatte er allerdings mit 390,9 noch deutlich höher gelegen.

Doch Experten erwarten schon bald eine Trendumkehr in Deutschland. Der Grund: Omikron. Die neue Corona-Variante scheint deutlich infektiöser zu sein als die bisher bekannten. In einigen Ländern wie Großbritannien und Dänemark hat Omikron bereits zu einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen geführt. Wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante gilt Großbritannien ab Montag (20. Dezember) als Virusvariantengebiet. Damit gehen strenge Reisebeschränkungen für Rückkehrer nach Deutschland einher.

„Die Einreise sicherer zu machen, hilft, damit sich die Omikron-Variante nicht so schnell ausbreitet. Verhindern können wir die Verbreitung nicht, nur verzögern. Je länger es dauert, bis Omikron auch Deutschland im Griff hat, umso besser“, erklärte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die Entscheidung der dpa. Auch Virologe Christian Drosten warnte immer wieder vor der neuen Variante. Eine Omikron-Welle werde zu „massiven Arbeitsausfällen“* führen.

Passanten gehen vor dem Einkaufszentrum MyZeil entlang. Kurz vor Weihnachten ist die Frankfurter Einkaufsstraße Zeil voll mit Menschen.
Kurz vor Weihnachten sorgen sich viele Experten vor einer Omikron-Welle in Deutschland. © Hannes P. Albert/dpa

Corona-Umfrage zeigt: Jeder fünfte Deutsche will zu Weihnachten verreisen

Trotz der immer noch hohen Infektionszahlen und der drohenden Omikron*-Welle, will fast jeder fünfte Deutsche zu Weihnachten verreisen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der dpa sagten 13 Prozent, sie wollten verreisen, um mit Freunden oder Verwandten Weihnachten feiern zu können. Sechs Prozent der Befragten planen eine Urlaubsreise. 79 Prozent wollen dagegen über die Feiertage zu Hause bleiben. Zwei Prozent machten keine Angaben.

Die neue Bundesregierung hat angesichts der drohenden Omikron-Welle das Ziel ausgegeben, 30 Millionen Corona-Impfungen bis Jahresende zu schaffen. Der Leiter des neuen Corona*-Krisenstabs im Kanzleramt, Generalmajor Carsten Breuer, zeigte sich jetzt zuversichtlich, dass dieses Ziel erreicht werden kann. Seit Mitte November seien mehr als 24,4 Millionen Menschen in Deutschland geimpft worden. Jetzt seien noch knapp zwei Wochen Zeit. „Die 30 Millionen sind zu schaffen“, sagte Breuer der Bild am Sonntag. Berechnet wird das Impfziel ausgehend von einer Bund-Länder-Runde am 18. November. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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