Auswanderung gemeldet

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Groningen (dpa). Im rätselhaften Fall einer isolierten Familie in den Niederlanden konzentrieren sich die Ermittlungen auf die Motive des 67-jährigen Vaters. Er hatte vor etwa zehn Jahren bei den Behörden seine Auswanderung gemeldet. Kurz darauf aber war er mit sechs Kindern auf einem Bauernhof in Ruinerwold in der östlichen Provinz Drenthe untergetaucht. Der Mann wird der Freiheitsberaubung der heute erwachsenen Kinder verdächtigt und soll heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Gerrit Jan van D. habe sich 2009 aus der niederländischen Einwohnermeldeliste streichen lassen, teilte die Staatsanwaltschaft in Groningen am Wochenende mit. Dabei habe er angegeben, er sei ausgewandert.

Die Hintergründe des Falles sind auch eine Woche nach Entdeckung der Familie unklar. Die Staatsanwaltschaft schließt nicht aus, dass es um eine sektenähnliche Gemeinschaft ging. Weiterhin in Haft ist auch ein 58-jähriger Österreicher. Josef B. war Mieter des Hofes. Auch er wird der Freiheitsberaubung verdächtigt.

Die Polizei setzte am Wochenende die Durchsuchung des Hofes fort. Auch ein Geldsuchhund zum Aufspüren versteckter Geldscheine sei eingesetzt worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Groningen, Bart Olmer. "Es wurde aber kein weiteres Geld gefunden." Vor einigen Tagen war ein "substanzieller Betrag" entdeckt worden. Der Vater und die vier Mädchen und zwei Jungen im Alter von 18 bis 25 Jahren hatten vermutlich seit 2010 in einem abschließbaren Raum auf dem Hof gelebt. Die Familie war vor knapp einer Woche entdeckt worden, nachdem der 25-jährige Sohn Jan in einer Kneipe um Hilfe gebeten hatte.

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