Das Marburg-Virus unter dem Mikroskop. 
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In Guinea ist das gefährliche Marburg-Virus ausgebrochen. So sieht es unter dem Mikroskop aus. 

Westafrika

Ein Toter durch Marburg-Fieber: WHO meldet Virus-Ausbruch in Guinea

  • VonSophie Mahr
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In Guinea wurde der erste Fall des lebensbedrohlichen Marburg-Virus bestätigt. Experten der WHO versuchen, den Ausbruch einer Epidemie zu verhindern.

Conakry – In der Präfektur Guéckedou des westafrikanischen Staates Guinea ist zum ersten Mal das Marburg-Virus – welches das Marburg-Fieber auslöst – ausgebrochen, wie die World Health Organisation (WHO) am Montag (09.08.2021) mitteilt. Bei dem Marburg-Virus handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Krankheitserreger, der mit dem Ebola-Virus verwandt ist. Erst im Juni hatte Guinea mit einem Ausbruch des Ebola-Virus zu kämpfen gehabt.

Das Team, das den Ebola-Ausbruch erfolgreich eingedämmt hat, kümmert sich laut WHO nun auch um den Ausbruch des Marburg-Virus. Dadurch soll eine Epidemie in Guinea verhindert werden. Deren Gefahrenpotential sieht die WHO als „hoch“ an, das einer weltweiten Ausbreitung, also einer Pandemie, aber als „gering“.

Erster Infizierter des Marburg-Virus in Westafrika ist gestorben

Das Marburg-Virus wurde Anfang August bei einem männlichen Patienten festgestellt. Dieser wurde Ende Juli in einem örtlichen Krankenhaus behandelt. Zu seinen Symptomen zählten Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Bauchschmerzen und Zahnfleischbluten. Zunächst sei ein Malaria-Schnelltest durchgeführt worden – dieser fiel jedoch negativ aus. Trotz einer Behandlung mit Rehydratation und parenteralen Antibiotika verstarb der Patient.

Erst nach seinem Tod sei festgestellt worden, dass er mit dem Marburg-Virus infiziert gewesen war. Das Marburg-Fieber habe eine hohe Sterblichkeitsrate. Die Suche nach den Kontaktpersonen des Erkrankten sei eingeleitet, um einen Ausbruch zu kontrollieren, wie die WHO mitteilte. Ein Eindämmen der Krankheit werde jedoch durch den Kampf gegen das Coronavirus erschwert, berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Marburg-Virus: Bisher gibt es noch keinen Impfstoff

Das Virus hat seinen Namen der mittelhessischen Universitätsstadt Marburg zu verdanken. Denn die Krankheit wurde erstmals im Marburger Tropenhaus identifiziert. Das Virus gilt als hochansteckender und zu Epidemien neigender Krankheitserreger. Das Marburg-Virus zu diagnostizieren, kann laut WHO schwierig sein, da es nicht einfach sei, dieses von anderen Infektionskrankheiten wie Malaria, Typhus, Shigellose, Meningitis und anderen viralen hämorrhagischen Fiebern zu unterscheiden.

Zu den Symptomen der Virusinfektion zählen unter anderem starkes Fieber sowie oftmals innere Blutungen. Das Marburg-Virus wird laut WHO hauptsächlich durch den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Bisher sind keine Impfstoffe oder antiviralen Medikamente gegen das Marburg-Virus zugelassen. Eine Behandlung der Symptome könne das Leben eines Infizierten jedoch verlängern. (Sophie Mahr)

Es gibt noch eine ganze Reihe potenziell tödlicher Erreger, die die WHO ganz genau beobachtet. Zu ihnen zählt auch das MERS-Coronavirus, ein Verwandter des Pandemievirus Sars-CoV-2.

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