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Affenpocken in Deutschland: RKI meldet erstmals zwei infizierte Jugendliche

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Von: Martina Lippl

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Affenpocken breiten sich in Europa und in Deutschland aus. Das RKI vermeldet erstmals zwei Fälle bei Minderjährigen.

Berlin – In Deutschland sind im Mai die ersten Affenpocken-Fälle offiziell gemeldet worden. Inzwischen sind 2.724 Affenpocken-Fälle aus allen Bundesländern an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt worden (Stand: 1. August).

Affenpocken: Erstmals zwei Jugendliche in Deutschland infiziert

Erstmals sind zwei Jugendliche darunter, wie das RKI am Dienstag in seiner Einschätzung der Situation mitteilt. „Bislang sind nur fünf weibliche Fälle in Deutschland übermittelt worden, bei allen Fällen, außer zwei Jugendlichen, handelt es sich um Erwachsene“, ist auf der RKI-Webseite zu lesen.

Affenpockenvirus
Eine kolorierte elektronenmikroskopische Aufnahme von Partikeln des Affenpockenvirus. © Niaid/Niaid/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

Zunächst hatte der Spiegel über zwei Betroffene im Alter von 15 und 17 Jahren berichtet. Wie aus einer RKI-Datenbank hervorgeht, stammen die Fallmeldungen aus Stuttgart und Erfurt, beziehen sich auf die erste Julihälfte (Meldewochen 27 und 28) und auf männliche Jugendliche.

Affenpocken-Ausbruch in Deutschland – RKI bleibt gelassen

„Nach derzeitigem Wissen ist für eine Übertragung des Erregers ein enger Kontakt erforderlich. Es scheint weiterhin möglich, den aktuellen Ausbruch in Deutschland zu begrenzen, wenn Infektionen rechtzeitig erkannt und Vorsichtsmaßnahmen umgesetzt werden“, so das RKI. Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland schätzt das RKI eigenen Angaben zufolge nach derzeitigen Erkenntnissen als gering ein.

„Soweit bekannt, erkranken die meisten Betroffenen nicht schwer“, schreibt das RKI. Wichtige Informationen zu Affenpocken hat das RKI auf einem Flyer zusammengestellt. Bei Symptomen einer Affenpocken-Infektion sind Hygienemaßnahmen und Isolation sehr wichtig. Affenpocken-Infizierte müssen mindestens 21 Tage in Quarantäne.

Was sind Affenpocken?

Affenpocken werden durch das Affenpockenvirus (auch Monkeypox Virus, MPXV) verursacht. Eine Affenpockenerkrankung verläuft bei den meisten Menschen mild und heilt in der Regel von alleine ab. Es können aber auch schwere Verläufe auftreten (insbesondere bei Kindern oder Personen mit geschwächtem Immunsystem).
Quelle: RKI

Affenpocken: Spanien meldet erste Todesfälle in Europa

In Spanien meldete am Wochenende binnen weniger Stunden zwei Todesfälle im Zusammenhang mit dem Affenpockenvirus. Auch Indien meldete den ersten möglichen Affenpocken-Todesfall am Montag (1. August).  Bei dem Toten handele es sich um einen 22-Jährigen, der kürzlich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten eingereist war und anschließend in einem Krankenhaus behandelt wurde, teilte das Gesundheitsministerium des Bundesstaats Kerala am Montag mit.

Symptome von Affenpocken laut RKI

Symptome einer Infektion mit Affenpocken können, laut RKI, innerhalb von 5 bis 21 Tagen nach Kontakt mit einer Person mit Affenpocken auftreten. Es seien aber auch Inkubationszeiten zwischen 2 bis 4 Tagen möglich.  

Affenpocken: So schätzt ein Experte die Todesfälle ein

Die Mortalitätsrate in den Ländern außerhalb Afrikas bleibe „extrem gering“, teilte der Leiter der Ambulanz für Infektiologie und Immunologie am Universitätsklinikum Bonn, Jürgen Rockstroh, auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit.

Dass Affenpocken-Todesfälle in Ländern bekannt werden, hat nach Ansicht des Experten mehrere Gründe: So könne etwa das Ausrufen der gesundheitlichen Notlage mit internationaler Tragweite durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einigen Tagen zu einer verbesserten Überwachung geführt haben. Gleichzeitig gebe es nun mehr als 20.000 Fälle weltweit, sodass auch mehr Fälle ausgewertet würden.

Rockstroh betonte darüber hinaus, dass Erkrankungen der Betroffenen erfasst werden müssten, um Faktoren zu finden, die das Risiko für Krankenhauseinweisung und Tod erhöhen. Schwere Immunsuppression scheine das Risiko für einen ungünstigen Verlauf zu vergrößern. (ml/dpa)

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