23. Februar 2018, 10:32 Uhr

Kreative Werbung

Postkarten und Gummistiefel - Frankfurter Museen machen mit kreativen Ideen auf sich aufmerksam

Die einen werben mit gelben Gummistiefeln, andere loben einen Künstlerpreis inklusive Bilderkauf aus – deutsche Museen und ihre Fördervereine müssen immer kreativer werden, um Geld sammeln zu können.
23. Februar 2018, 10:32 Uhr

Der Schauspieler Axel Prahl war besonders kreativ: Rote Linien schlängeln sich wild und doch nach einem gewissen System um einen blauen und gelben Punkt. »Abstrakter Expressionismus der 50er Jahre«, sagt Museumsdirektorin Marlene Lauter dazu und lacht. Sie leitet das Würzburger Museum im Kulturspeicher. »Kreatives Potenzial ist überall!«, ist sie überzeugt. Deshalb hat sie gemeinsam mit dem Frauen-Wohltätigkeitsclub Soroptimist eine Spendenaktion mit zu bemalenden leeren Postkarten ins Leben gerufen.

Mit Beteiligungen von Promis wie Axel Prahl soll so Geld für ein neues Bild zusammenkommen, für das sonst keines da gewesen wäre. Das weckt die Erinnerung an eine Spendenaktion des Frankfurter Städelmuseums mit gelben Gummistiefeln vor einigen Jahren.

Um Geld für Kunst einzuwerben, gehen viele Museen in Deutschland mittlerweile neue Wege. Wie Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbundes bestätigt, werden die Fördervereine, Freundeskreise und Museumschefs in dieser Hinsicht gern auch kreativ. So hat das Städelmuseum in Frankfurt vor einigen Jahren gelbe Gummistiefel erfolgreich zum Leitmotiv einer Spendenaktion für einen millionenteuren Anbau gemacht. Sogar die Fußballprofis von Eintracht Frankfurt tauschten im Rahmen dieser Kampagne für ein Mannschaftsfoto die Stollenschuhe gegen die knallgelben Gummistiefel.

 

4000 Benefizstiefel verkauft

Fast 4000 Benefizstiefel wurden zudem verkauft. »Nicht zuletzt war der Stiefel Anregung für eine Reihe von kreativen Aktionen«, schrieb das Museum in seinem Jahresbericht 2010. »Es ging uns nicht nur ums Geld. Uns war wichtig, dass sich die Bürger mit dem Museum identifizieren. Das Ziel haben wir erreicht, indem die ganze Stadt mitgemacht hat«, sagt Museumssprecher Axel Braun. Am Ende kamen von den nötigen 52 Millionen Euro für Neubau und Sanierung rund 26 Millionen Euro aus privaten Mitteln.

Die Würzburger Museumsdirektorin Lauter und die Soroptimisten verschickten im Sommer an rund 600 Prominente und Künstler eine leere Postkarte. Auf der Vorderseite zeigten alle einen gelben und einen blauen Punkt. Dieses Motiv sollten die Angeschriebenen kreativ vervollständigen und zurückschicken.

 

Andrea Nahles schreibt zurück 

Rund 200 kleine Kunstwerke kamen zurück. Unter den Absendern sind neben Prahl auch SPD-Politikerin Andrea Nahles, der Kabarettist Urban Priol, der Autor Paul Maar, die Schlagersängerin Nicole und viele weitere. Als »unglaublich fantasievoll« beschreibt Lauter beispielsweise das Bild des Sängers Max Raabe. Er hat die zwei Punkte zu Luftballons gemacht, die einen Mann auf einem Stuhl über eine Landschaft schweben lassen.

Der Großteil der einzigartigen Postkarten wurde in den vergangenen Wochen für 10 bis 80 Euro das Stück verkauft. Die Schmankerl wurden versteigert.

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