29. Januar 2018, 17:23 Uhr

Hate Speech

Hate Speech im Netz: Wie gehe ich am besten damit um?

Böswillige Kommentare und verletzende Bilder in sozialen Netzwerken seien keine Seltenheit mehr. Dadurch fühlten sich Jugendliche verunsichert oder ohnmächtig. Wir sagen, was man dagegen tun kann.
29. Januar 2018, 17:23 Uhr
Hate Speech, Internet, Urheber: Fotolia/Rawpixel.com

Es ist nicht selbstverständlich, dass wir in einer toleranten und demokratischen Gesellschaft leben«, sagt Julia Erb, Jugendbildungsreferentin bei der Fachstelle für Demokratie und Toleranz des Landkreises Gießen. Böswillige Kommentare und verletzende Bilder in sozialen Netzwerken seien keine Seltenheit mehr. Doch das Netz dürfe man nicht denen überlassen, die am lautesten schreien. »Im Netz sind die Hemmungen oft niedriger als in der Face-to-Face-Kommunikation«, sagt sie. Dadurch fühlten sich Jugendliche verunsichert oder ohnmächtig. Das bestätigt auch Ingrid Macht, Teamleiterin der Kreis-Jugendförderung.

Macht berät auch Schulen im Umgang mit extremen Ansichten und Hass. So warnt sie beispielsweise davor, Jugendliche vorschnell in eine rechte Ecke abschieben. »Wenn ein Siebtklässler zum Beispiel ein Hakenkreuz auf seinen Tisch kritzelt, ist er noch nicht unbedingt ein Rechtsextremer.« Man müsse mit ihm ins Gespräch kommen. Allein das Zuhören könne viel bewirken. Weitere Strategien seien hilfreich beim Aufeinandertreffen mit Hass – auch im Internet

 

Diese Tipps helfen gegen Hate-Speech im Netz

In Workshops und Kursen machen sie Jugendliche stark für eine Gesellschaft, in der jeder mitgestalten – und auch widersprechen – kann. Einige Tipps von den Profis gegen Trolle und Hater im Netz:

Ich-Aussagen machen: Auf verallgemeinernde Aussagen kann man gut mit Ich-Aussagen reagieren, sagt Julia Erb von der Fachstelle für Demokratie und Toleranz des Kreises Gießen. »Dann kommt man nicht in die Verlegenheit, die Welt erklären zu wollen«, sagt die Jugendbildungsreferentin.

Nicht endlos argumentieren: »Häufig kommt man mit Sachargumenten gar nicht weiter«, sagt sie. Sich Wissen und Argumente zuzulegen, sei zwar wichtig, führe jedoch nicht unbedingt zur Einigung. »Oft geht es denjenigen, die sich diskriminierend äußern, um Provokation«, ist Erbs Erfahrung.

Nachfragen stellen: »Gegen Hate Speech muss man nicht gleich argumentieren«, sagt Erb. Ruhig bleiben, einige Nachfragen stellen, sei oft eine gute Alternative. »Oft kommt dann gar nicht mehr viel.«

Respekt einfordern: Der Hinweis »was du gerade schreibst, ist verletzend und bringt die Debatte nicht voran«, verbunden mit einem Diskussionsangebot auf sachlicher Ebene, kann helfen, auf einer konstruktiven Ebene ins Gespräch zu kommen.

Mit Humor reagieren: Gegen unsachliche, diskriminierende Aussagen hilft manchmal nur noch Humor. Bilder mit lustigen und immer wieder auch entwaffnenden Sprüchen gegen Hasskommentare gibt es zum Beispiel im Internet unter www. no-hate-speech.de/de/kontern/

Straftaten melden: Beim Verdacht auf eine Straftat rät Erb, sich beim Seitenbetreiber oder der Polizei zu melden. Auf solche Kommentare solle man nicht antworten und sich gar in Gefahr bringen.

Info

Profis für Toleranz

Die Fachstelle für Demokratie und Toleranz ist Teil der Jugendförderung des Landkreises Gießen. Sie fördert bürgerschaftliches Engagement und soll den sozialen Frieden nachhaltig sichern. Dazu organisieren die Mitarbeiterinnen Julia Erb und Corinna Metzner unter anderem Workshops zum Umgang mit Hate Speech im Netz, Interkulturalität sowie Argumentationstraining gegen rechts.

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