29. August 2018, 10:53 Uhr

EC Bad Nauheim

Check vor dem Saisonstart: Die Teufel brennen wieder

Endlich wieder Eishockey: .Der Streifzug nimmt den EC Bad Nauheim vor dem Saisonstart unter die Lupe und stellt Fragen, die sich selbst die härtesten Kritiker nicht zu stellen trauen.
29. August 2018, 10:53 Uhr
Mike Dalhuisen und der EC Bad Nauheim starten am 14. September gegen die Kassel Huskies in die neue DEL2-Saison. (Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim


Der große Umbruch blieb den Verantwortlichen des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim in diesem Sommer erspart. Zumal einige Personalien schon frühzeitig feststanden. Dafür ist die Erwartungshaltung vor der neuen Saison klar: Die Playoffs müssen es sein. 
 

Das Sportliche

Christof Kreutzer geht in seine erste Saison als Trainer des EC Bad Nauheim. (Foto: Merz)
Christof Kreutzer geht in seine erste Saison als Trainer des EC Bad Nauheim. (Foto: Merz)

Die Legende aus Düsseldorf: Christof Kreutzer ist eine lebende Legende der Düsseldorfer EG. Beim DEL-Klub stand der Verteidiger insgesamt zehn Jahre als Spieler unter Vertrag und feierte zwischen 1991 und 1996 fünf Meisterschaften. 2014, zur selben Zeit als der EC Bad Nauheim Petri Kujala als neuen Trainer vorstellte, wurde Kreutzer bei der DEG zum Cheftrainer befördert. Als Trainer erreichte er mit der DEG 2015 und 2016 die Playoffs. Nachdem im dritten Jahr an der Bande die Endrunde verpasst wurde, trennten sich die Wege von Vereinslegende Kreutzer und der mondänen Stadt am Rhein.

+++ Das sagt Christof Kreutzer vor dem Saisonstart +++

Nun also Bad Nauheim und die Wetterau – ein ordentlicher Tapetenwechsel für den DEL-Trainer des Jahres 2016. Der neuen Aufgabe begegnet er mit Respekt, schließlich weiß er um die Erwartungshaltung der Fans. »Ich habe schon hier und da das Gefühl, die Leute etwas auf den Boden holen zu müssen. Im Sport läuft nichts von alleine. Da gehört sehr viel Arbeit dazu«, sagt Kreutzer.

 

Sie sind jetzt weg

Dass Torwart Felix Bick und Verteidiger Marius Erk nach der vergangenen Saison lukrativere Angebote bekommen würden, war schnell klar. Beide stehen nun 30 Kilometer südlich bei den Löwen Frankfurt unter Vertrag, ebenso wie Dominik Meisinger. Der Stürmer war eine zuverlässige Kraft in der dritten Reihe, sein Wechsel nach Frankfurt kam aber im Vergleich zu Bick und Erk etwas überraschend. Die Verpflichtung von Noureddine Bettahar beschränkte sich auf die vergangene Saison.
 

+++ Das ist der aktuelle Kader des EC Bad Nauheim +++


Mit Andreas Pauli (Tölzer Löwen) und Harry Lange (Karriereende) hat das Team zwei Typen verloren, die in jeder Situation vorangingen. Immerhin bleiben die Erfahrungswerte von Lange den Roten Teufeln erhalten, der Österreicher steht nun als Co-Trainer hinter der Bande. Ein anderer Oldie schnürt hingegen weiter die Schlittschuhe, allerdings künftig in Rosenheim. Dusan Frosch absolvierte seit 2014 insgesamt 206 Spiele im Dress der Roten Teufel. Nun lässt der 37-Jährige die Karriere in der Oberliga ausklingen. Kontingentspieler Mike McNamee komplettiert die Abgänge. Der 25-jährige Kanadier kam in 49 Spielen auf 51 Punkte (20 Tore, 31 Vorlagen), entfaltete sein Potenzial über das Jahr gesehen aber zu selten. In der kommenden Saison stürmt er für die Aalborg Pirates in Dänemark.

 

Frischer Wind 

Jonathan Boutin ist die neue Nummer 1 beim EC. (Foto: Chuc)
Jonathan Boutin ist die neue Nummer 1 beim EC. (Foto: Chuc)

Der sportliche Leiter Matthias Baldys hat bei seinen Verpflichtungen eine gute Balance aus Erfahrung und Entwicklungspotenzial hinbekommen. Mit Jonathan Boutin steht einen DEL-erfahrener Routinier als Bick-Ersatz zwischen den Pfosten. Verteidiger Mike Dalhuisen avanciert schon zum neuen Publikumsliebling, bevor er überhaupt auf dem Eis steht. Der Niederländer kommt aus der zweiten russischen Liga, ist eine imposante Erscheinung und dürfte die nötige Härte für einen Abwehr-Chef mitbringen.
 

+++ Alle News vom EC Bad Nauheim auf einen Blick +++


Im Sturm bekommt Topscorer Cody Sylvester seinen Bruder Dustin an die Seite gestellt, sicher auch ein Faktor, der den Stürmer zum Verbleib in Bad Nauheim bewegte. Mit den beiden letztjährigen Oberliga-Stürmern Andrej Bires (kommt aus Essen) und Max Hadraschek (kommt aus Sonthofen), sowie Marcel Kahle von Erstligist Iserlohn Roosters, der Trainer Kreutzer aus dem Düsseldorfer Nachwuchs kennt, ergänzen Spieler die hinteren Reihen, die ihren nächsten Schritt machen wollen.

 

Die Vorbereitung

Wo andere Urlaub machen, schlug der EC Bad Nauheim sein Trainingslager auf. Vom 12. bis 19. August trainierten die Roten Teufel in Kärnten, der Heimat von Assistenz-Coach Harry Lange. Die beiden Testspiele zum Abschluss des Camps ließ die Vorfreude auf die neue Spielzeit endgültig in den maximalen Bereich steigen. Gegen den Villacher SV, der in der multinationalen Erste-Bank-Eishockey-Liga spielt, gewannen die Roten Teufel mit 4:3, einen Tag später gab es ein klares 4:0 gegen den österreichischen Zweitligisten Zeller Eisbären, inklusive eines Feuerwerks der Sylvester-Brüder (drei Tore Cody, zwei Tore Dustin). Das 0:10-Debakel gegen den EHC Olten schüttelten die Roten Teufel beim 7:2 im Rahmen der Saisoneröffnung gegen Herne schnell aus den Kleidern.

Vor dem Liga-Start testet der EC im heimischen Colonel-Knight-Stadion am 31. August gegen den DEL2-Konkurrenten aus Heilbronn, am 4. September gegen den Oberligisten Duisburg und am 7. September gegen die U20 von Red Bull Salzburg (alle 19.30 Uhr). Dazu gastieren die Roten Teufel am 2. September in Herne (16.30 Uhr) und am 9. September in Heilbronn (19.30 Uhr).

 

So sieht’s aus

Die Hausaufgaben in der Sommerpause haben die Verantwortlichen des EC gut gemeistert. Viele Fragen werden sich aber erst im Laufe der Saison beantworten: Bleibt der Kader über weite Strecken der Saison verletzungsfrei? Können die Teufel knappe Spiele mehrheitlich für sich entscheiden? Letztlich wird aber wie immer an Ergebnissen gemessen.

 

Sollte machbar sein

Mit dem SC Riessersee zog sich ein Playoff-Stammgast aus der Liga zurück. Nun sollten mindestens die Pre-Playoffs Pflicht sein, möchte man meinen. Das werden die Eishockey-Freunde in Freiburg, Weißwasser und Heilbronn aber auch sagen. Es spricht für den EC, dass die offensiven Eckpfeiler der vergangenen Saison fast alle in Bad Nauheim geblieben sind. Da mit Christof Kreutzer ein ehemalig kompromissloser Verteidiger an der Bande steht, dürfte es den Gegnern künftig mehr wehtun, wenn sie gegen die Roten Teufel punkten wollen. Die Playoffs sind nicht nur das erklärte Ziel, sondern ohne allzu großes Zwischentief machbar. Prognose: Heimrecht in den Pre-Playoffs.

 

Gemeinsam sind wir stärker

 
Der EC wird auch weiterhin mit Erstligist Düsseldorfer EG kooperieren. Von dort werden Torhüter Hendrik Hane, Verteidiger Nicklas Mannes und Stürmer Stefan Reiter mit Förderlizenzen für den EC Bad Nauheim ausgestattet. »Die DEG-Spieler können uns punktuell helfen und ergänzen, aber wir können nicht stabil mit ihnen für die Saison planen«, sagte Kreutzer angesichts des dünnen Kaders seines ehemaligen Vereins.
 
Der EC Bad Nauheim kooperiert zur neuen Saison nicht mehr mit Oberligist Moskitos Essen, dafür mit deren Ligakonkurrent EV Herne. Aus dem Kader der Teufel sollen Garret Pruden, Nico Kolb und Marvin Ratmann mit Förderlizenzen ausgestattet werden. Zudem könnten Nils Flemming und Jan Wächtershäuser aus dem eigenen Nachwuchs in Herne Spielpraxis sammeln. In Herne wiederum soll die Kooperation Spielern wie Dennis Arnold und Moritz Schug Perspektiven bieten.
 
Leon Köhler, Topscorer des DNL2-Teams der Roten Teufel, kämpft aktuell im DNL-Nachwuchs des Kölner EC um einen Platz im Kader, während Jannik Langer, das Verteidiger-Talent, einen Winter fest bei einem Oberligisten geparkt werden soll. Mit Essen bestand die Kooperation in der vergangenen Saison nur auf dem Papier. 
 

Das letzte Wort

Christof Kreutzer: »Im Sport läuft nichts von alleine. Da gehört sehr viel Arbeit dazu. Im Hintergrund wird diese geleistet, und nun liegt es an uns, unsere Qualitäten und unsere Ideen auf das Eis zu bringen. Ich habe sehr großen Respekt vor dem fünften Platz in der vergangenen Saison. Man muss andererseits auch mit Realismus in die Saison gehen. Platz fünf ist da nicht selbstverständlich. Wenn wir in die Pre-Playoffs müssen, werden wir dort weiterkämpfen.Wir wollen aber hart arbeiten, um dies zu vermeiden."

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