21. November 2018, 12:46 Uhr

Gastro-Tipp

»Fondue geht immer« - Zu Gast in der Hungener Käsescheune

Die Käsescheune in Hungen ist eine innovative Gastro-Adresse in bester Lage, sogar für ihr Preis-Leistungs-Verhältnis von Michelin ausgezeichnet. Wir haben uns dort umgesehen und das Käsefondue probiert.
21. November 2018, 12:46 Uhr
(Foto: jwr)

Ein Stück weit führt der Name der Käsescheune auf eine falsche Fährte: Zwar ist die alte Fachwerkscheune voller Blickfänge zum Thema – die Schaukäserei neben dem Eingang, eine breit gefächerte Käsetheke mit regionalen Köstlichkeiten im Lädchen. Und im Obergeschoss kann man sich an bestimmten Terminen zum »Hilfskäser« ausbilden lassen. Doch im Restaurant, das einen Teil des Gesamtkonzepts ausmacht, werden ganz unterschiedliche Gerichte angeboten, weit mehr als »nur« von Käse dominierte.

Auf Frühstücks-, Mittags- und Abendkarte finden sich auch deftige Wurstplatten, Kabeljaufilet, Flammkuchen, Risotto, Entenbrust und mehr, teils in ausgefallenen Variationen. Ganz klassisch geht Schnitzel gut, verrät Küchenchef und Betriebsleiter Tobias Gerschewski. Er selbst mag am liebsten »Gerichte, für die man noch Handwerk braucht«, etwa Rinder- und Rehbraten. Seit 2013 hat der 29-Jährige im Restaurant den Hut auf, stand vorher unter anderem im »Tandreas« und im »Heyligenstaedt« am Herd. Auch in der Schweiz hat er sich einiges abgeguckt, und dort kennt man sich ja bekanntlich bestens mit Käse aus.

Mit Raclette und Fondue ist es wie mit den Winterreifen – von Oktober bis Ostern

Tobias Gerschewski

In der denkmalgeschützten Scheune bietet er mit seinem Team saisonale Küche an, die Karte wechselt regelmäßig. Ab Januar ist ein Brunch zweimal pro Monat geplant, zurzeit locken zwei Käsespezialitäten viele Genießer an: »Mit Raclette und Fondue ist es wie mit den Winterreifen – von Oktober bis Ostern«, sagt Gerschewski. Die Raclette-Abende in diesem Jahr sind schon ausgebucht, aber »Fondue geht immer« – am besten allerdings vorab reservieren. Ein voller Kessel reicht für sechs Gäste, pro Person kostet das Schweizer Käsefondue ab 20 Euro.

Meistens wird in der alten Scheune Zisterzienserkäse als Fondue gereicht. Würzig und doch recht mild im Geschmack, perfekt in der Sämigkeit: Cremig umschließt die zähflüssige Leckerei Brot- oder Kartoffelstücke, ohne lang zu tropfen. Auf Wunsch gibt es auch andere Sorten aus dem heißen Kessel, etwa mit Apfelwein oder Schafskäse. Das »große« Fondue-Menü wird von weiteren Gängen flankiert: Zum Auftakt Brot mit »Spundekäs«, dann eine feine Kürbissuppe mit Kresse. Wer nach dem sättigenden Hauptgang noch Luft hat, kann sich zum Dessert Zwetschgen-Crumble und Eis nebst knusprigen, hauchdünnen Brotscheiben schmecken lassen.

Geflügel aus Fulda, Rind aus der Rhön: Wenn möglich, kommen in der Käsescheune weitgehend regionale Produkte auf den Teller, auch Käse aus der Schäferstadt Hungen. Andererseits ist auch das Restaurant Lieferant für Gastronomie, kooperiert unter anderem mit dem »Who Killed The Pig« und dem »Gutburgerlich« in Gießen. »Wir wollen jeden Tag sehr gute, frische Küche bieten und es soll trotzdem bezahlbar bleiben«, erläutert Gerschewski das Konzept. Daher verzichte er auf Luxusprodukte wie Gänseleber oder Kaviar. Für ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis und regionale Ausrichtung hat Michelin das Hungener Restaurant ausgezeichnet. Preise hin oder her: Die Käsescheune ist jedenfalls eine innovative Gastro-Adresse in bester Lage und einen Besuch wert.

Info

Im Überblick

Brauhofstr. 3-7 · 35410 Hungen · 0 64 02/5 18 85 72 · www.hungener-kaesescheune.de

  • Plätze: 50 innen/ 35 außen

  • Küche: regional, saisonal

  • Spezialitäten: Fondue, Raclette

  • Öffnungszeiten: Di. 17.30-22 Uhr, Mi.-Sa. 10-22 Uhr, So. 10-15.30 Uhr

Schlagworte in diesem Artikel

  • Gaststätten und Restaurants
  • Innovation
  • Käsescheune Hungen
  • Michelin
  • Preis-Leistungsverhältnis
  • Raclette
  • Jonas Wissner
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