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Zuversicht und Mitgefühl

  • VonMaren Bonacker
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So viel hören und lesen wir über Flüchtende und wissen dabei kaum, dass vor gerade mal 100 Jahren auch wir zu den Flüchtenden gehörten. Die dreizehnjährige Alice aus dem belgischen Ypern erzählt von ihrer Flucht. Wie niemand so recht an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs glauben mochte, wie ihre Mutter immer versicherte, es würde alles gut werden. Doch wie kann es gut werden, wenn eine Familie mit fünf Kindern sich so unsicher in ihrem eigenen zu Hause fühlt, dass sie sich zur Flucht entschließt?

Wie kann es gut werden, wenn diese Familie merkt, dass der Ort, den sie sich für ihre Flucht ausgesucht haben, nicht sicherer ist als ihre Heimat? Alice erzählt vom endlosen Laufen, der Müdigkeit, dem Hunger und ihren gemischten Gefühlen, wenn sie glaubt, mehr Mitleid mit den verendeten Tieren am Straßenrand zu haben als mit den toten Soldaten, und wie sie das nächtliche Glühen am Horizont so schön findet, einfach weil sie nicht weiß, dass es sich dabei um brennende Städte handelt. In allem, was sie erzählt, verliert sie nie die Zuversicht, die ihr die Mutter so fest mitgegeben hat. Sie hört die Amseln singen und ist dankbar für die Witze, die ein Dorfbewohner erzählt, um den Kindern die Angst zu nehmen. Nicht alles wird gut in dieser bewegenden Geschichte, aber Alice kann bis zum Schluss das Gute erkennen, wieder glücklich sein und nach vorne schauen.

Kathleen Vereecken hilft uns dabei, die Erinnerungen an das Damals zu bewahren. Sie lehrt uns Mitgefühl und schlägt damit eine wichtige Brücke ins Hier und Heute. Ein wichtiges Buch, empfiehlt euch heute eure Maren

Kathleen Vereecken: Alles wird gut, immer. Aus dem Niederländischen von Maike Blatnik. Bilder von Julie Völk. Hildeheim: Gerstenberg, 2021. 132 Seiten. 14 Euro. Ab 10 Jahre.

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