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"Wir müssen vom Westen Waffen fordern"

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Hamburg -Der ukrainische Autor Serhij Zhadan, der in diesem Herbst mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet werden soll, verurteilt die Forderung deutscher Prominenter nach Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland.

Der größte Fehlschluss der Leute, die das verlangen, liege darin zu glauben, die Russen wollten verhandeln, schrieb der 47-Jährige in einem Beitrag für die auktuelle Ausgabe der Wochenzeitung "Die Zeit". "Wir können unseren Widerstand nicht aufgeben, weil wir sonst vernichtet werden. Wir müssen vom Westen Waffen fordern, weil wir sonst vernichtet werden", so der Schriftsteller.

Deutsche Prominente wie Juli Zeh oder Richard David Precht hatten vergangene Woche ein zweites Mal in einem offenen Brief Politiker dazu aufgefordert, den Ukraine-Krieg durch Verhandlungen zu beenden. Auch dieser Appell war wie der erste in der "Zeit" erschienen. Darauf antwortete Zhadan, der Brief vermittele für ihn den "Eindruck, die deutschen Intellektuellen hielten den Krieg für mehr oder weniger beendet".

Serhij Zhadan schreibt weiter: "Indem sie einem falsch verstandenen Pazifismus anhängen - der nach zynischer Gleichgültigkeit stinkt -, legitimieren die Verfasser die Putinschen Propaganda-Narrative, die besagen, dass die Ukraine kein Recht auf Freiheit, kein Recht auf Existenz, kein Recht auf eine eigene Stimme hat, weil ihre Stimme den großen und schrecklichen Putin womöglich reizen könnte." dpa

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