So viele schöne Gärten

  • Burkhard Bräuning
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Für die Jury war es eine pure Freude. Gleichwohl aber auch harte Arbeit: Mehr als 1000 Fotos mussten gesichtet und die dazugehörigen Texte gelesen werden. Das kostet Zeit. Die haben Christine Schwarzer, Marco Seidl und Walter Reber aber gerne gegeben. Was Ihnen dagegen richtig schwerfiel: Die Gewinner des Gartenwettbewerbs zu küren.

Eigentlich hätten alle einen Preis verdient. Darin waren sich die Juroren einig. Diesem Urteil schließen sich Verlag und Redaktion dieser Zeitung als Veranstalter des Gartenwettbewerbs an. Wunderschöne Gärten gibt es im Verbreitungsgebiet, wahre Paradiese, Oasen der Ruhe. Dazu Nutzgärten, die Salat, Gemüse und Obst liefern, die gehegt und gepflegt werden. Da können die Gärtner mit Recht und Stolz sagen: Da weiß ich, was ich esse. Was uns aber gewundert hat: Nutzgärten waren ja lange Zeit gerade in den Dörfern nicht mehr angesagt. Die Argumente: Kostet viel Zeit und Geld spart man auch nicht, wenn Sämereien und Setzlinge recht teuer sind, der Eisbergsalat im Angebot aber nur ein paar Cent kostet. Und die Arbeit, die man sich macht, darf man da schon gar nicht rechnen. Aber das sehen viele Menschen heute wieder anders. Der Aufwand ist für sie mehr Vergnügen und sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Das Wissen darüber, woher die Nahrungsmittel kommen, hat einen hohen Stellenwert: "Den Salat habe ich selbst angebaut." Oder: "Den Kirschbaum habe ich vor zehn Jahren gepflanzt." Da schaut man dann nicht mehr so sehr aufs Geld. Und weil das so ist, bleibt kaum ein Schrebergarten unbearbeitet. Und rund um Einfamilienhäuser werden Rasenflächen wieder umgegraben und in Nutzgärten verwandelt. Eine auch für die Natur erfreuliche Entwicklung.

Bei den Ziergärten ist natürlich manches pure Geschmacksache. Aber Gärten, wie man sie noch vor Jahren zuhauf sehen konnte, werden immer weniger: Dichte und hohe Thuja-Hecken zum Beispiel sind nicht mehr angesagt. Der ökologische Aspekt spielt eine größere Rolle. Die Menschen fragen sich: Was ist gut für Vögel? Wo findet ein Igel einen geschützten Platz in meinem Garten? Worüber freuen sich Bienen und Schmetterlinge? Das Umdenken ist da, und wird auch praktisch umgesetzt. Der Klimawandel zwingt die (Hobby-)Gärtner dazu, neu zu denken. Und das tun sie auch. Robuste Stauden und mediterrane Pflanzen sind gefragt, zum Beispiel Bäume, die mit der Trockenheit besser zurechtkommen als etwa Fichten, die nicht nur in den Wäldern sterben.

Kreativ sind auch Gartenfreunde, die "nur" einen Balkon oder eine Terrasse haben. Wir haben jedenfalls tolle Beispiele dafür bekommen, dass man Blumenkästen auch mal anders bepflanzen kann als mit Geranien und Petunien.

Unterm Strich lässt sich sagen: Gärtnern ist in, und das sieht man auch in den Baumschulen und Gartenfachgeschäften, die insbesondere freitags und samstags geradezu überrannt werden.

Wir bedanken uns heute für alle Zusendungen, für die Mühe, die Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich gemacht haben.

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