Das überaus düstere Amerika

  • vonDPA
    schließen

Los Angeles, Silvester 1941. Drei Wochen nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor, mit dem für die USA der Zweite Weltkrieg begann, ist die Stadt voller Angst und Durcheinander. Genau das richtige Umfeld für einen Roman von James Ellroy. "Jener Sturm" heißt das voluminöse Buch, mit dem der Autor seinem Blick auf die düstere Seite der Metropole eine weitere Facette hinzufügt.

Der Roman beginnt mit einer einfachen Polizeiaktion. Ein gerade entlassener Sträfling soll in Gewahrsam genommen werden, weil er sich an Frauen vergangen haben soll. Die Erzählung beginnt mitten in der Aktion, unmittelbar geschildert von einem der Polizisten: "Eine Menschenjagd. Wie es beim Police Department Brauch ist. Vier Opfer hatten Tommy auf Verbrecherfotos identifiziert. Worauf sich der Chief und Dudley Smith zusammensetzten. Und den Einsatz befahlen. Der unmissverständlichen Vorgabe entsprechend: Auf perversen Scheiß mit Frauen steht TOD."

Dieser Kommentar entspricht natürlich nicht dem klassischen Image eines Ordnungshüters. Aber die gibt es ohnehin kaum in der Welt, die Ellroy in seinen Romanen erschafft.

Die Handlungen und Schauplätze sind atmosphärisch dicht geschildert. "Jener Sturm" ist ein faszinierender Roman, aber leicht zu lesen ist er nicht. dpa

James Ellroy: Jener Sturm. Ullstein Verlag, Berlin, 976 Seiten, 35 Euro, ISBN 978-3-550-05 041 -1

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare