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„Titanic“ - Das endgültige (und stets provokative) Satire-Magazin wird 40 Jahre alt

40-jähriges Jubiläum 

„Titanic“-Parade in der Frankfurter Altstadt

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Buntstiftwette und Einzug ins Europa-Parlament durch die PARTEI: In Frankfurt haben um die 200 Menschen an der Jubiläumsfeier des Satire-Magazins „Titanic“ teilgenommen. 

Update vom 2. Oktober 2019, 19.10 Uhr: Aktuell treten mehrere Redner bei der „Titanic“-Jubiläumsfeier auf. Nicht vor Ort, aber per Video zugeschaltet, sprechen Roberto Blanco und Martin Sonneborn Grüße aus. Laut Sonneborn sei Frankfurt die „vorbildlichste Stadt Deutschlands“. Zuvor hielt der ehemalige Titanic-Chefredakteur Oliver Maria Schmitt eine fulminante Rede. 

Oliver Maria Schmitt 

Update vom 2. Oktober 2019, 18.29 Uhr: Zirka 200 Leute haben an der Parade anlässlich des Satire-Magazins „Titanic“ teilgenommen uns sitzen jetzt am Main vor einer Bühne. 

Update vom 2. Oktober 2019, 17.15 Uhr: Der Festzug hat sich in Bewegung gesetzt. In der Frankfurter Innenstadt feiert die Titanic-Redaktion samt Anhängern und "PARTEI"-Sympathisanten heute ihr vierzigjähriges Bestehen. Bericht unserer Redakteurin vor Ort: „Die Parade zum "Titanic“-Jubiläum zieht mit Blasmusik durch die Altstadt. Das Medieninteresse ist riesig. Die Touristen irritiert. Machen aber fleißig Bilder."

Ein Wagen mit "Zonen-Banane" auf dem Umzug zum 40-jährigen "Titanic"-Jubiläum.

Erstmeldung vom 1. Oktober 2019: Frankfurt - Das älteste Satire-Magazin Deutschlands wird - noch älter. In den 40 Jahren ihres Bestehens hat sich das Magazin zur meistverkauften Satire-Zeitschrift des Landes gemausert. Eine Auflage von 99.760 Exemplaren weist das Magazin auf seiner Website aus. 

40 Jahre „Titanic“-Magazin: Politiksatire mit Martin Sonneborn

Aber längst ist die „Titanic“ mehr als ein Print-Produkt: Mit der Partei "Die PARTEI" im Europaparlament und Martin Sonneborn als Gesicht zeigt sie, wie Satire politisch wirken kann. Nun feiert das Heft mit redaktionellem Sitz in Frankfurt-Bockenheim vierzigjähriges Bestehen. Auf ihrer Facebook-Seite kündigt die „Titanic“ eine „festliche Parade durch Frankfurt“ am Mittwoch, 2. Oktober, an. Diese „Prachtparade“ soll vom Römer über den Krönungsweg in der neuen Altstadt, am Caricatura Museum vorbei zum Mainufer führen. Teilnehmen sollen Heftgründer, Marschkapelle, Fans und „PARTEI-Soldaten“.

Zur Feier des Tages sind außerdem Festreden von den Ex-Chefredakteuren des Magazins, Martin Sonneborn und Oliver Maria Schmitt, angekündigt. Um 16.30 Uhr soll es am Römer losgehen.

40 Jahre „Titanic“-Magazin: Gründung in der Neuen Frankfurter Schule

Die Geschichte der „Titanic“ beginnt in Frankfurt: Nachdem sich Robert Gernhardt, F. K. Waechter, Peter Knorr, Hans Traxler und Chlodwig Poth beim Magazin „Pardons“ abgespalten hatten, gründeten sie 1979 die „Titanic“. Sie sind Vertreter der „Neuen Frankfurter Schule“, einem Kreis aus Schriftstellern und Zeichnern. Der erste Chefredakteur des Satire-Magazins war Lionel van der Meulen. 

Der heutige Chefredakteur Moritz Hürtgen sagt in einem Interview mit dem neuen Deutschland: „,Titanic' hat funktioniert in den Zeiten der Spaßgesellschaft, in den späten 1990ern mit Schröder, Fischer usw. Und ,Titanic' funktioniert heute mit der AfD. Wenn die AfD Wahlen gewinnt oder hohe Prozentzahlen holt, finde ich das persönlich furchtbar. Aber es ist nicht gut oder schlecht für Satire.“

40 Jahre „Titanic“-Magazin: Die Buntstift-Wette bei „Wetten dass..?“

Eine der bisher spektakulärsten Aktionen der „Titanic“-Redaktion war die unrühmliche „Buntstift“-Wette in der Sendung „Wetten dass...?“ im Jahr 1988, als der damalige Chefredakteur Bernd Fritz sich als Wettkandidat einschmuggelte. Er gab an, durch das bloße Lecken an Buntstiften erschmecken zu können, welche Farbe die Stifte hatten. Dass der ganze Zauber daraus bestand, dass Fritz' Brille, die seine Augen verdunkeln sollte, nicht richtig saß, wusste einen Tag nach der nächsten Ausgabe der „Titanic“ ganz Deutschland.

Gegründet 1979, ist die „Titanic“ in den Jahren ihres Bestehens zu einer satirischen Größe in Deutschland aufgestiegen. Der Einzug des ehemaligen Chefredakteurs Martin Sonneborn ins Europäische Parlament mit der "PARTEI" (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative) zeigt eindrucksvoll, wie die Satire über das gedruckte Wort hinaus wirkt. Sonneborn wurde 2019 wiedergewählt und zog dieses Mal mit seinem Parteikollegen Nico Semsrott sogar zu zweit nach Brüssel ein. 

Am 2. Oktober wird die "endgültige Titelausstellung" der „Titanic“ in dem "Museum für komische Kunst" in Frankfurt eröffnet. 

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