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Auf der Suche nach Wahrheit

  • vonMaren Bonacker
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Der elfjährige Riley versteht nicht, warum ihn der Kommissar immer und immer wieder zum Verschwinden seiner Mutter befragt. Warum glaubt er ihm nicht, dass sie verschleppt wurde? Warum tut er nichts? Und warum sehen ihn sein Vater und sein Bruder immer so merkwürdig an, als machten sie ihm Vorwürfe, dass er nicht die ganze Wahrheit sagt?

Weil er sich von allen unverstanden fühlt, setzt Riley seine ganze Hoffnung in die Flüsterer: kleine magische Waldwesen, die besonderen Menschen ihre Herzenswünsche erfüllen. Immer wieder hatte seine Mutter ihm von ihnen erzählt. Zusammen mit seinem Freund Gary plant er einen verbotenen nächtlichen Ausflug in den Wald, obwohl er ahnt, dass eine Begegnung mit den Flüsterern gefährlich sein könnte.

Greg Howards Debütroman "Wie ein Flüstern im Wind" packt uns von der ersten Seite, denn wir ahnen, dass etwas Furchtbares Rileys Leben zerrissen haben muss - und wir wollen wissen, was das war! Wir erfahren von Rileys Problem und dass er deshalb jede Nacht heimlich seine Bettlaken waschen muss, und von seinem anderen Problem, das immer dann zutage tritt, wenn er dem etwas älteren Dylan begegnet, dessen Nähe ihn ganz kribbelig macht. Durch Rileys Ich-Erzählung tauchen wir in eine Welt ein, in der die Existenz von Flüsterern und Hobgoblins lange möglich scheint, bis wir uns dem realistischen Kern des Geschehens nähern und eine zutiefst berührende psychologische Kindheitserzählung über Verlust und Verstörung erkennen, an deren Ende Riley nicht nur die Wahrheit, sondern auch sich selbst endlich akzeptieren kann. Ein sehr sensibles Buch für Kinder ab elf Jahren, das aber auf jeden Fall gleichzeitig auch für erwachsene Leser als bereichernde Lektüre dienen kann, findet heute eure Maren

Greg Howard: Ein Flüstern im Wind. Aus dem Amerikanischen von Beate Schäfer. München: dtv reihe Hanser, 2020. 300 Seiten.

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