VfB_Stuttgart_Boruss_680_4c_1
+
Ein verworrenes Netz aus Korruption und Verbrechen rund um die Fußballweltmeisterschaft 2034 müssen die Ermittler in Gerhard Henschels neuer Krimikomödie »SOKO Fußballfieber auflösen.

KLAPPENTEXT

Schräger Krimi um Geld und Sport

  • VonDPA
    schließen

Fußball-Großveranstaltungen wie Welt- und Europameisterschaften ziehen viel Interesse auf sich. Zudem ist viel Geld im Spiel. Da ist für Gerhard Henschel und die »SOKO Fußballfieber« das Verbrechen ganz nah.

Die Killer sind so treffsicher wie Robert Lewandowski. In Südkorea, Argentinien und Griechenland werden hochrangige Fußballfunktionäre kurz und herzlos vom Leben zum Tode befördert. Auch in Deutschland lässt Gerhard Henschel in seinem neuen Roman die Mörder zuschlagen. Im Uelzener Hundertwasser-Bahnhof wird ein Mann vor einen Zug gestoßen.

Ausgerechnet im niedersächsischen Uelzen, dem Arbeitsort der Kommissare Gerold Gerold und Ute Fischer, denen Henschel schon im vergangenen Jahr die Hauptrollen in »SOKO Heidefieber« gegeben hatte. Da waren die beiden Provinzpolizisten so erfolgreich, dass sie sofort in die neu gegründete und international besetzte »SOKO Fußballfieber« aufgenommen werden. Und schon beginnt Gerhard Henschels neue Krimipersiflage.

Besonders auf Ute Fischer kommt eine Sonderaufgabe zu. Mit einer falschen Identität ausgestattet, wird sie als persönliche Assistentin bei Roderich Bärlapp eingeschleust, einem hohen Funktionär des internationalen Fußballverbands FIFA.

Bestens getarnt, kommt Ermittlerin Ute Fischer so einem gigantischen Korruptionsskandal auf die Spur. Der Herrscher von Brunei hat es sich in den Kopf gesetzt, die Fußball-Weltmeisterschaft 2034 in sein Sultanat auf der südostasiatischen Insel Borneo zu holen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ihm offenbar jedes Mittel recht.

Die Vorstellung einer Fußball-WM im Sultanat Brunei ist schon einigermaßen absurd. Im Gespräch mit dem Portal kulturnews.de erzählte Henschel, wie er auf die Idee kam: »Es sollte ein Land sein, das als Austragungsort noch absurder wäre als Katar, und es sollte von einem Schurken regiert werden. Da hat das Sultanat Brunei sich wie von selbst angeboten.«

Ute Fischers Recherchen führen sie rund um die Welt, nach Nordkorea, Neuseeland und Brasilien. Dann wird sie sogar Assistentin des Gianni Infantino, ermittelt also mitten im Zentrum der Fußball-Macht.

Auch Gerold Gerold kommt in der Welt herum. Zwischen Uelzen, Casablanca und Greetsiel verfolgt er verdeckte Spuren, entschlüsselt geheime Botschaften und erlebt die absurdesten Abenteuer, bis der Fall schließlich gelöst ist.

Neben diesen polizeilichen Ermittlungen hat Henschel mehrere Handlungen in den Roman eingebaut, die nichts mit dem Auftrag der »SOKO Fußballfieber« zu tun haben. So erlebt der Satiriker Thomas Gsella, mit dem Henschel beim Magazin »Titanic« zusammengearbeitet hatte, nach einer Flugzeugentführung im Nahen Osten eine Odyssee von einem Sklavenhalter zum nächsten. Genau umgekehrt geht es dem Mann, der Gsella sucht: Auf seiner Reise fällt er von einem erotischen Abenteuer ins nächste.

Besondere Fußballer tauchen auch noch im Roman auf. Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß begeben sich auf ihre eigene Weltreise. Die beiden Fußballlegenden können auf ihre Bekanntheit und ihre Kontakte setzen bei ihren Versuchen, abenteuerliche Investitionen zu bewerben: »Wir müssen rund um den Fußball spannungsgeladene, packende und aufwühlende Themenwelten kreieren«, deklamiert die Romanfigur Uli Hoeneß und übersieht, dass der Fußball das alles schon ist.

Natürlich ist das alles nicht ernst zu nehmen. Die Mördersuche wird bald zu Nebensache, so wie der Fußball zur Nebensache beim großen Geschäft mit dem Sport wird. Aber angesichts der vielen skurrilen Episoden, die Autor Henschel zusammengeführt hat, ist für Unterhaltung gesorgt.

Gerhard Henschel: SOKO Fußballfieber. Verlag Hoffmann und Campe. Hamburg, 304 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-455-01 062 -6

Wenn die Spieler auf dem Platz stehen, sind Millionen Augenpaare auf sie gerichtet. Doch was hinter den Kulissen, in den Büros der Funktionäre, vor sich geht, bleibt vor der Öffentlichkeit verborgen. In Gerhard Henschels Krimikomödie »SOKO Fußballfieber« sind die Ermittler groß angelegter Korruption und sogar Mord auf der Spur. Der Krimi ist Nebensache, meint der Rezensent, doch unterhaltend sei dieses Buch allemal.

Ferien, Meer, Strand und ein magisches Tier - das sind die Zutaten des Kinderbuchs, das Maren heute vorstellt. Perfekte Sommerlektüre für die jungen Leser. kan

Im November 1868 wird Kommissar Gideon Horlitz mit seinen Assistenten Julius Bentheim und Albrecht Krosick aus Berlin zum Herrenhaus des Herzogs von Gerolstein gerufen. Der alte Mann ist durch einen Schuss ins Gesicht getötet worden. Einige Ungereimtheiten lassen den Kommissar jedoch stutzen. Es stellt sich heraus, dass das Mordopfer gar nicht der Herzog ist, der vielmehr putzmunter in Paris weilt. Bei ihren Nachforschungen stoßen die Polizisten auf eine Geheimloge, die ein Attentat auf den französischen Kaiser Napoleon III. plant. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Armin Öhris Krimi »Das schwarze Herz« ist mehr als nur ein historischer Roman, er ist eine kurzweilige Hommage an den im 19. Jahrhundert populären Schauerroman. So finden sich die genreüblichen Elemente und Motive wie Verfolgungsjagden im Nebel, ein altes Herrenhaus, eine Geheimloge, Verschwörungen, finstere Gestalten, sogar ein Werwolf sorgt für wohligen Grusel.

Missionare im Tropenparadies

Dass Deutschland einmal ein Kolonialreich in der Südsee hatte, ist heute fast vergessen. Die Tropenkolonie Kaiser-Wilhelms-Land auf Neuguinea zog vor dem Ersten Weltkrieg Glücksritter, Pflanzer und Missionare an. Vom Leben und Treiben dieser letzten Kolonistengruppe handelt Katharina Döblers Roman »Dein ist das Reich«. Dabei greift sie auf ihre eigene Familiengeschichte zurück. Döblers Großväter gehörten beide der Neuendet- telsauer Mission an. Die fränkischen Glaubensbrüder hatten sich in den Kopf gesetzt, den Papuas nicht nur den kindlichen Aberglauben auszutreiben, sondern ihnen auch deutsche Zucht und Ordnung sowie kapitalistisches Wirtschaften einzubläuen. Welche Welten da aufeinandertrafen, zeigt ein surrealer Dialog zwischen dem Plantagenverwalter Heiner und seinem Arbeiter Baluna über Sinn und Unsinn von Arbeit. Döbler gelingt es exzellent, das verstörend Schräge in der Denkweise dieser Missionare einzufangen, die zu keiner Minute verstehen, dass sie nur Gäste, wenn nicht gar Eindringlinge im Tropenparadies sind. dpa

Armin Öhri: Das schwarze Herz, Gmeiner Verlag, Meßkirch, 280 Seiten, 14 Euro, ISBN 978-3-8392-2804-3

Katharina Döbler: Dein ist das Reich, Classen Verlag, Berlin, 480 Seiten, 24 Euro, ISBN 978-3-546-10 009 -0

Die Kinder der Wintersteinschule haben ein Geheimnis: Wer dort hingeht, bekommt früher oder später ein magisches Tier, das ihnen ein wertvoller Helfer ist. Benni hat so die schlaue Schildkröte Henrietta bekommen, Max die weise Eule Muriel und Franka eine coole Ratte. Hatices besonderes Tier ist die Robbe Mette-Maja. Seit sie an ihrer Seite ist, hat Hatice keine Angst mehr vor dem Schwimmen, und sie brennt darauf, die Ferien mit ihrer Familie in Dänemark zu verbringen, der Heimat von Mette-Maja… Zusammen mit ihrer Robbe durchs Meer zu schwimmen, mit ihren Brüdern zu tauchen und wieder in das fantasievolle Forscherspiel einzusteigen, das die etwas älteren Jungs im Vorjahr in der Türkei gestartet hatten, als sich Hatice noch nicht ins Wasser traute, das klingt nach den besten Sommerferien ever!

Doch dann wird Hatice von Zweifeln geplagt: Ihre Brüder spielen viel lieber Volleyball und Mette-Maja schwimmt am liebsten mit ihren Robbenfreunden weit weg von der Küste herum. Ob sie ihre kleine Menschenfreundin da überhaupt noch braucht? Es dauert ein wenig, bis Hatice erkennt, dass sie auch ohne ihre Brüder Spannendes erleben kann, dass sie neue Freunde findet, und dass Mette-Maja ihr zur Seite steht, egal, was kommt! Und so wird Hatice nicht nur zur Forscherin, sondern darüber hinaus noch zur Entdeckerin und sogar zur Lebensretterin! »Endlich Ferien« ist ein Spin-off der eigentlichen Reihe, in der der Fokus jeweils auf einem Kind und seinem Tier liegt. Wir können jedes Ferienabenteuer genießen, auch ohne die anderen Bände zu kennen - wunderbar, nicht nur für die Ferien, findet heute eure Maren

Margit Auer: Die Schule der magischen Tiere - endlich Ferien (Band 6): Hatice und Mette-Maja. Bilder von Nina Dulleck. Hamburg: Carlsen, 2021. 241 Seiten. 12 Euro. Ab 8 Jahre.

_9783546100090_cover_230_4c
_9783839228043_230621_4c
pondus_product---21046_2_4c

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare