2002 erhielt US-Schauspieler Denzel Washington als zweiter Afroamerikaner einen Oscar für die Hauptrolle in "Training Day". Heute feiert er seinen 65. Geburtstag.	FOTO: DPA
+
2002 erhielt US-Schauspieler Denzel Washington als zweiter Afroamerikaner einen Oscar für die Hauptrolle in »Training Day«. Heute feiert er seinen 65. Geburtstag. FOTO: DPA

Ruhestand noch kein Thema

Von Rente keine Spur: Mit 65 Jahren hat Denzel Washington zwei neue Filme in der Pipeline. Mit zwei Oscar-Trophäen ist er Hollywoods höchstdekorierter schwarzer Schauspieler. Doch er bleibt auch seiner ersten Liebe, dem Theater, treu.

Mit einem guten Glas Wein wird Oscarpreisträger Denzel Washington wohl nicht auf sein neues Lebensjahr anstoßen. »Als ich 60 wurde, habe ich mein letztes Glas Wein getrunken, seitdem nichts mehr«, verriet der Schauspieler im vorigen Juni dem US-Branchenblatt »Hollywood Reporter«. Er habe sich gesagt, dass er einfach keine Tage mehr mit einem Kater verschwenden wolle. Heute wird der Hollywood-Star 65 Jahre alt.

Das runde Jubiläum vor fünf Jahren war wohl ein Weckruf. Weniger Fett essen, ein simpleres Leben führen, auf Geist, Körper und Seele achten, das ist seine Devise, sagt Washington. Und das zahlt sich offenbar aus. Das Alter ist ihm nicht anzusehen. Er steht pausenlos vor der Kamera, auch in Rollen, die ihm körperlich viel abverlangen.

Gerade hat er den Cop-Thriller »The little things« mit dem viel jüngeren Kollegen Rami Malek abgedreht. 2020 steht eine Neuverfilmung des Shakespeare-Klassikers »Macbeth« an, mit Washington in der Hauptrolle des machtgierigen, skrupellosen Fürsten, unter der Regie von Joel Coen.

Liebe zum Theater

Das zeigt schon die ganze Bandbreite Washingtons, dessen heimliche Liebe immer noch dem Theater gilt. »Dort habe ich begonnen«, sagt Washington über seine Anfänge als Schauspielschüler in den 1970er Jahren. Damals habe er Filme mit Robert De Niro, Al Pacino und Dustin Hoffman gesehen. Außer Sidney Poitier und einigen Komikern wie Richard Pryor habe es keine schwarzen Film-Stars gegeben.

Den wichtigsten US-Bühnenpreis, einen Tony, steckte Washington 2010 für seine Hauptrolle in dem Familiendrama »Fences« ein. Er trat in dem Klassiker »A raisin in the sun« auf, im vorigen Jahr stand er in Eugene O’Neills Stück »The iceman cometh« auf der New Yorker Broadway-Bühne.

Sein Herz mag dem Theater gehören, doch seinen Ruhm hat er Hollywood zu verdanken. Als Movie-Star wird er weltweit verehrt, Dutzende Auszeichnungen sind der Beweis. Seine erste Oscar-Nominierung als Nebendarsteller holte er 1988 in der Rolle des südafrikanischen Freiheitskämpfers Steve Biko in dem Drama »Schrei nach Freiheit«. Zwei Jahre später hielt er den Nebenrollen-Oscar in der Hand - für seine Soldatenrolle in dem Bürgerkriegsdrama »Glory«. Weitere Nominierungen als bester Hauptdarsteller gab es für die unterschiedlichsten Rollen. Ausgerechnet mit einem Action-Thriller und seiner ersten Schurkenrolle holte er den Hauptrollen-Oscar. Regisseur Antoine Fuqua castete ihn für »Training day« als korrupten Cop. Als Washington 2002 die Trophäe entgegennahm war er erst der zweite Afroamerikaner, dem diese Ehre zuteil wurde.

Sein Privatleben hält er mit Erfolg unter Verschluss. Mit seiner Frau Pauletta ist Washington seit über 35 Jahren verheiratet. Das Paar hat vier Kinder, die alle ihrem Vater als Schauspieler oder Produzenten ins Filmgeschäft folgten. Am bekanntesten ist der älteste Sohn John David Washington (35).

2018 war dieser an der Seite von Robert Redford in der Krimi-Komödie »The old man and the gun« zu sehen. Mit 81 Jahren hatte Redford damals erklärt, dass dies vermutlich sein letzter Filmauftritt war. Den angekündigten Rückzug von der Schauspielerei konnte Washington nachempfinden. »Ich gehe in seinem Alter auch in Rente«, stellte er im vorigen Jahr in Aussicht. »Vielleicht macht mein Sohn auch bei meinem letzten Film mit«, erklärte Washington.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare