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Preisgekröntes Werk über Lebenslektionen

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Paul Hansen ist ein unscheinbarer Mann. Er verrichtet seine Aufgaben, wie sie ihm aufgetragen wurden. Er ist freundlich, hilfsbereit, ruhig. Und sitzt doch im Knast. Dort reflektiert er sein Leben. Hinter den Gefängnisgittern. Zum Beispiel mit seinem Zellengenossen, einem Hells-Angels- Biker, der knallhart ist, aber Angst vor Mäusen und dem Haareschneiden hat.

Und er reflektiert seine Vergangenheit. Die Eltern, die sich auseinanderlebten. Er Pfarrer aus Dänemark. Sie Kino-Erbin aus Frankreich, die Provokationen liebte und keinen Schritt in seine Kirche setzte. Seine Frau, die aus einem indigenen Volk stammte und Angler per Wasserflugzeug zu kanadischen Seen flog. Seine Hündin. Seine Arbeit als Hausverwalter in einem Gebäudekomplex - und quasi nebenamtlich als Seelentröster betagter Mitbewohner.

Sie alle haben unterschiedliche Schicksale, sie alle eine andere Einstellung zum Leben. Sehr treffend lautet der Titel von Jean-Paul Dubois’ Werk daher "Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise".

Das Original wurde im Herbst mit dem französischen Literaturpreis Prix Goncourt ausgezeichnet. Der ist zwar nur mit symbolischen zehn Euro dotiert, kurbelt aber vor allem die Verkaufszahlen an. Die zehnköpfige Jury würdigte so einen von Frankreichs bekanntesten Gegenwartsautoren.

Dubois puzzelt die verschiedenen Lebensweisen in eine stimmige Geschichte auf rund 250 Seiten. Eine latente Spannung wird die ganze Zeit aufrechterhalten, weil er den Lesern erst ganz zum Schluss verrät, was genau Hansen ins Gefängnis brachte.

Jean-Paul Dubois: Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise, dtv Verlag, 256 Seiten, ISBN 978-3-423-28 240-6, 22 Euro

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