Prägende Technik

(dpa). Die Vorsitzende des Kulturausschusses im Bundestag, Katrin Budde, will mehr Aufmerksamkeit für die Erhaltung von Industriekultur. »Industrielles Erbe darf nicht einfach in Containern entsorgt werden«, sagte die SPD-Politikerin in Berlin. Der digitale Wandel werde »viel rasanter als nach der Einführung der Dampfmaschine«.

Aus Sicht der Ausschussvorsitzenden bekommt durch die schnelle Entwicklung Industriekultur eine neue Bedeutung. »Wir sind damit groß geworden, dass es industriell technischen Fortschritt gab. Aber wir kannten noch das, was dahintersteckte«, sagte Budde. »Meine Kinder kennen schon kein Telefon mit Wählscheibe mehr.«

Sie sei mit Röhrenfernseher, dann Farbfernseher, schließlich Flachbildschirmen aufgewachsen. Die junge Generation schaue nur noch Streaming-Dienste auf dem Tablet. Das Thema Industriekultur habe auch eine kulturelle Dimension: »Was hat das mit Menschen gemacht? Wie sind die Kulturtechniken der Menschen gewesen? Wie haben die Techniken die Menschen geprägt? Wie haben die gedacht? Wie haben die gefühlt? In welcher Umwelt haben sie gelebt?«, zählte Budde Ansätze auf. Damit sei Industriekultur ein gesellschaftliches Thema.

Aus Sicht der SPD-Politikerin »geht ganz viel verloren, wenn wir das nicht erhalten«. Budde nannte ein Beispiel aus der kleinen Gemeinde Gröbitz in Sachsen-Anhalt. Dort seien Spinndüsen aus Metall erfunden worden. »Ohne dieses Erfinden der Spinndüsen gäbe es überhaupt gar keine Kleidung, außer Baumwolle. Die ganzen Kunstfasern sind nur möglich durch die Erfindung dieser Spinndüse.«

»Auf solche Sachen sollte die Kulturpolitik in der Region schauen«, forderte Budde.

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