Philosophie vom Glück

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Die Glücksindustrie boomt: Glücksratgeber schaffen es regelmäßig auf die Bestseller-Liste, Glücks-Coaches machen gute Geschäfte und in einem Ranking wird jedes Jahr das glücklichste Land der Welt gekürt. Glück kann man lernen, jeder ist seines Glückes Schmied, suggeriert die Positive Psychologie. Doch jetzt holt die bekannte Soziologin Eva Illouz zu einem Frontalangriff gegen diese Glücksmacher aus.

Zusammen mit ihrem spanischen Kollegen Edgar Cabanas nimmt sie in ihrem Buch "Das Glücksdiktat" die Positive Psychologie regelrecht auseinander. Sie bezeichnet sie sogar als gefährliche Pseudowissenschaft. Nicht nur würden Verluste und Schmerz, die zum Leben nun einmal dazu gehörten, zu etwas Unnützem stigmatisiert. Der einzelne Mensch würde auch noch dafür verantwortlich gemacht.

Insgesamt führe die Positive Psychologie zur Vereinzelung und Entsolidarisierung und entlasse den Staat aus der sozialen Verantwortung.

Die Glücksindustrie ist für die Autoren so also ein kongenialer Begleiter des Neoliberalismus. dpa

Edgar Cabanas/Eva Illouz: "Das Glücksdiktat - und wie es unser Leben beherrscht", Suhrkamp Verlag, Berlin, 242 Seiten, 15 Euro, ISBN 978-3-7371-0002-1

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