"Kreizkruzefix"

Passionsspiele, Tradition, Mord

Am 16. Mai wäre es wieder so weit gewesen. Wie schon seit fast 400 Jahren hätten die Einwohner der bayerischen Gemeinde Oberammergau ein Versprechen aus der Zeit der großen Pestepidemie im 17. Jahrhundert erfüllt und wie alle zehn Jahre die Passionsgeschichte als Schauspiel aufgeführt. Vor der Pest war Oberammergau damals bewahrt worden, aber dem Coronavirus mussten sich die weltweit bekannten Passionsspiele jetzt beugen.

Davon konnte Monika Pfundmeier nichts ahnen, als sie ihren Krimi "Kreizkruzefix" schrieb, der die Proben zu den Passionsspielen 2020 als Hintergrund einsetzt.

Die Geschichte beginnt am Montagabend der Woche, die mit der Passionsspiel-Premiere enden soll. In einem ehemaligen Bauernhof am Rande des Ortes werden zwei Leichen gefunden. Das Ehepaar, das aus dem Hof eine Gin-Destillerie gemacht hatte und hochfliegende Pläne verfolgte, ist brutal ermordet worden. Mittendrin im Geschehen ist Theresa Hack, kürzlich noch Eventmanagerin in Wien, nun Metzgerin, Jägerin und Neugier in Person. Sie hat die Leichen gefunden, hatte geschäftliche Beziehungen zu den Toten und schon von daher ein persönliches Interesse daran, dass der Täter gefunden wird.

Monika Pfundmeier baut die Passionsspiele sehr geschickt in die Romanhandlung ein. Daneben findet "Kreizkruzefix" wiederholt Platz, den Konflikt zwischen Tradition und Modernisierung zu thematisieren. Das wirft ein durchaus interessantes Licht auf das Leben der Menschen in Oberammergau und die Passionsspiele, der Spannung ist das aber nicht gerade zuträglich. man

Monika Pfundmeier: Kreizkruzefix. Ein Oberammergau-Krimi. Servus Verlag, Salzburg und München, 316 Seiten, 14 Euro, ISBN 978-3-7104-0236-4.

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