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Nichts als die Wahrheit?

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"Aussage gegen Aussage":Als folgenreicher Justizirrtum ging der Fall Rupp Anfang der 2000er Jahre in die Rechtsgeschichte ein. Ein Landwirt in Oberbayern verschwand spurlos. Bald darauf gestanden seine Ehefrau, die zwei Töchter und ein Schwiegersohn, den Bauer getötet, zerstückelt und die Reste den Dobermännern zum Fraß vorgesetzt zu haben.

Doch Jahre später fand man die Leiche des Mannes in seinem Auto in der Donau, ohne eine Spur von Gewalt. Die Familie wurde freigesprochen, sie war offensichtlich Opfer einer fragwürdigen polizeilichen Verhörtechnik geworden.

Von Fällen wie diesem erzählt Alexander Stevens in seinem Buch "Aussage gegen Aussage". Es sind Gerichtsurteile, in denen es an Sachbeweisen fehlt, die allein aufgrund der Aussage der Beteiligten oder Dritter gefällt werden. Der Autor, selbst Fachanwalt für Strafrecht, berichtet anschaulich, spannend und sachkundig, wie schwierig oft die Wahrheitsfindung ist und dass selbst erfahrene Richter gründlich irren können. Ein "Tatort"-Krimi ist eben nichts gegen die Wirklichkeit.

"Diktator werden":Der Personenkult gehört zu einem ordentlichen Diktator dazu, ja, ohne diesen ist dieser eigentlich gar nicht vorstellbar. Man denke nur an die Kim-Dynastie in Nordkorea, die aus dem Personenkult eine Art Staatsreligion gemacht hat, mit geradezu grotesken Auswüchsen. Dafür gibt es so einige historische Vorbilder.

In seinem Buch "Diktator werden" zeigt der Historiker Frank Dikötter, wie Diktatoren des 20. Jahrhunderts aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen den Personenkult zum Mittelpunkt ihrer Tyrannei machten. Neue Technologien oder Propagandamittel wie Radio und Film kamen ihnen dabei zugute. Die Beispiele reichen von Mussolini über Hitler und Stalin bis zu Ceausescu und Mengistu, dem sozialistischen Diktator Äthiopiens.

Der Autor analysiert dabei auch die düstere Kehrseite des Personenkults, nämlich Angst und Repression. Sehr interessant wäre eine Weiterführung des Themas in die Gegenwart hinein: Wie stellt sich der Personenkult heute mithilfe des Internets dar, etwa bei Erdogan, Xi Jinping oder Putin? dpa

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