Nicht alle Handys sind gerüstet

Berlin- Nach einer monatelangen Diskussion und einer 180-Grad-Wende der Bundesregierung ging es dann doch sehr schnell: Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes steht seit Dienstagmorgen zum Download bereit. Die App soll dabei helfen, die Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu durchbrechen.

?Wie kommt man an die Corona-Warn-App?

Die App kann im Google Play Store (http://dpaq.de/KwuPk) für Android-Smartphones und im App Store von Apple (http://dpaq.de/27C0T) für iPhones heruntergeladen werden. Wenn man danach sucht, muss man den Begriff "Corona-Warn-App" eingeben, nicht "Covid-19" oder andere Suchworte. Startpunkt für eine Suche nach der offiziellen App kann auch die Homepage der Bundesregierung sein (www.corona-warn-app.de). Dort sind die Apps verlinkt.

?Wie sehen die Mindestanforderungen aus?

Beim iPhone muss das aktuelle Betriebssystem iOS 13.5 ins-talliert sein. Das gibt es für Geräte ab dem iPhone 6s oder dem iPhone SE. Die älteren iPhones 5, 5s oder 6 reichen nicht aus, weil auf ihnen die aktuellste Version von iOS nicht mehr läuft. Bislang sind rund 80 Prozent aller iPhones, die weltweit im Einsatz sind, mit iOS 13 oder neuer ausgestattet. Ein Teil der iPhones, die bislang mit iOS 12 oder älter laufen, könnte noch auf iOS 13 geupdatet werden, aber erst ab dem iPhone 6S.

Bei Android-Handys ist die Lage etwas unübersichtlicher. Hier ist Android 6 und die Unterstützung von Bluetooth LE Mindestvoraussetzung. Zudem müssen auch die Google Play Services laufen, weil der Konzern die Schnittstellen nicht über Android selbst zu Verfügung stellt, sondern über diese Google-Dienste. Nutzer eines freien Android-Systems ohne Google-Services können die App nicht installieren. Für die aktuellen Huawei-Modelle, die wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China die Google-Dienste nicht nutzen dürfen, will der chinesische Hersteller die notwendigen Schnittstellen nachbauen.

?Was soll die App überhaupt leisten?

Die App soll Infektionsketten frühzeitig erkennen und unterbrechen. Das Coronavirus kann schon ansteckend sein, bevor Krankheitssymptome bemerkbar sind. Die App hat die Aufgabe, Personen frühzeitig zu warnen, die mit Infizierten in Kontakt standen.

?Was wird über Bluetooth übertragen?

Mit der App verwandelt sich ein Smartphone in einen kleinen "Bluetooth-Leuchtturm", der regelmäßig eine temporäre Identifikationsnummer 16-mal in die nähere Umgebung funkt. Gleichzeitig lauscht das Telefon, ob es Bluetooth-Signale von anderen empfangen kann. Halten sich Nutzer, die beide die App laufen haben, nebeneinander auf, tauschen die Smartphones ihre IDs aus.

?Sieht damit meine nähere Ugebung all meine Kontaktdaten?

Nein. In dem Datenaustausch werden nie die Klarinformationen der Anwender verwendet. Die App generiert zunächst einen anonymisierten Tagesschlüssel. Aus diesem werden alle 15 Minuten neu temporäre IDs erzeugt, die dann mit den anderen Smartphones ausgetauscht werden. Sie lassen keinen direkten Rückschluss auf den Nutzer der App zu. Die ständig wechselnden temporären IDs werden für 14 Tage lokal auf dem Smartphone in Listen gespeichert und dann gelöscht.

?Greifen Google und Apple bei der App sensible Daten ab?

Es gibt keinerlei Hinweise in diese Richtung, selbst wenn das theoretisch möglich wäre. Dass die Programmschnittstellen (APIs) der beiden Konzerne im Gegensatz zur App selbst nicht quelloffen gemacht wurden, ist nach Einschätzung des Chaos Computer Clubs als "ein Schönheitsfehler für Transparenz und Überprüfbarkeit" zu bewerten. dpa

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