Neuerscheinungen mit starken Frauen

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Hausfrauen sind erfinderisch. Tatsächlich haben einige von ihnen Dinge ersonnen, die den Alltag vieler Menschen leichter machen. So geht der Kaffeefilter auf eine Idee der Sächsin Melitta Bentz zurück und die erste funktionierende Geschirrspülmaschine erfand Josephine Cochrane. Die Amerikanerin Marion Donovan wiederum ärgerte sich nach der Geburt ihrer Töchter so sehr über auslaufende Windeln, dass sie aus einem Duschvorhang ein wasserfestes Überhöschen für Stoffwindeln gestaltete. Daraus entwickelte sie später die erste Einwegwindel. Melanie Jahreis stellt in ihrem Buch "Rebel Minds" 44 Erfinderinnen vor. Darunter sind auch Frauen, die in Technik und Naturwissenschaften brillierten. Ada Lovelace gilt als Erfinderin des Computer-Algorithmus, die Schauspielerin Hedy Lamarr entwickelte das Frequenzsprungverfahren, Vorläufer der Bluetooth- und WLAN-Technologie. Die Luftakrobatin Käthe Paulus erfand den ersten zusammenlegbaren Fallschirm. Neben bekannten würdigt das schön gestaltete Buch auch viele vergessene Pionierinnen.

Dem König den Kopf verdreht

Sie gilt als berüchtigte Skandalnudel, die einem veritablen König von Bayern erst den Kopf verdrehte und dann in eine politische Krise stürzte. Die außergewöhnliche Lebensgeschichte der Tänzerin Lola Montez war Vorlage für Filme, Romane und viele Pamphlete. Braucht es da noch eine neue Biografie? Ja. Denn bis heute kursiert eine Vielzahl an "Fake News" über die Montez. Teilweise hat die gebürtige Irin, die sich als feurige Spanierin ausgab, auch selbst dazu beigetragen. Die Augsburger Historikerin Marita Krauss versucht in ihrem fundierten Buch, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, auch durch neue Quellen. So konnte sie erstmals das Tagebuch von König Ludwig I. einsehen, das seine stark romantisch verklärte Liebe dokumentiert. Für Krauss war Lola Montez eine für ihre Zeit erstaunlich emanzipierte, unkonventionelle und freiheitsliebende Frau. Aus eigener Kraft baute sie sich mit Intelligenz, Charme und Marketing nach einer verkorksten Ehe eine internationale Karriere auf.

Eine Kämpferin im Boxring

Boxen im Hijab? Warum eigentlich nicht? Die Berliner Boxerin Zeina Nassar zeigt, dass beides möglich ist. Auf ihre Initiative hin hat der Internationale Amateur-Boxverband unlängst die Kleiderordnung im Boxsport geändert: Kopftuch und lange Kleidung sind nun erlaubt. Zweifellos ein großer Sieg der 22-jährigen deutschen Boxmeisterin, die den Sport und den Hijab als zwei gleichberechtigte Teile ihrer Identität ansieht. In ihrer Autobiografie "Dream Big" beschreibt die junge Sportlerin ihren ungewöhnlichen Weg als Kind libanesischer Flüchtlinge, das in Berlin-Kreuzberg im Spannungsfeld zweier Kulturen aufwuchs. Das Buch einer ungewöhnlich starken Frau, die jungen Mädchen Mut macht. dpa

Melanie Jahreis: Rebel Minds. 44 Erfinderinnen, die unsere Welt verändert haben, C.H. Beck Verlag, 189 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-406-75 758-7 / Marita Krauss: Ich habe dem starken Geschlecht überall den Fehdehandschuh hingeworfen. Das Leben der Lola Montez, C.H. Beck Verlag, München, 343 Seiten, 24 Euro, IBSN 978-3-406-75 524-8 / Zeina Nassar: Dream Big. Wie ich mich als Boxerin gegen alle Regeln durchsetzte. Hanser Verlag, München, 208 Seiten, 15 Euro, ISBN 978-3-446-26 654-4

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