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Das Frankenstein-Monster sorgt überall für Aufregung, so natürlich auch in Genf. 

Tangente-Festival

Gruseln am Mainufer: Comoedia Mundi bringt Schauerroman „Frankenstein“ nach Frankfurt

Horror-Schocker beim Theater- und Musikfestival Tangente in Frankfurt: Frankensteins Monster jagt den Besuchern den Schreck in die Glieder.

Wer mag, wird sich am Frankfurter Mainufer bald gruseln können. Comoedia Mundi bringt beim Theater- und Musikfestival Tangente von Sonntag, 23. Juni, bis Dienstag, 6. August, den Schauerroman „Frankenstein“ der britischen Autorin Mary Shelley auf die Bühne. Doch das Festivalprogramm hat noch mehr zu bieten: Musik- und Zauberabende, Komik sowie Kindertheater.

Das Spiel mit einem für viele unheimlich klingenden Harmonium brachte das Ensemble von Comoedia Mundi im vergangenen Jahr beim Warm-up vor einer Probe auf die Idee, für das Festival in diesem Sommer eine Gruselgeschichte zu inszenieren. Die Klassiker „Dracula“ und „Frankenstein“ kamen in die engere Wahl. Shelleys Geschichte des jungen Schweizers Viktor Frankenstein, der an der Universität Ingolstadt einen künstlichen Menschen erschafft, machte das Rennen.

Bühnenbild von „Frankenstein“ ist bewusst abstrakt gehalten

„Uns hat es gereizt, das Menschliche in der Kreatur zu suchen, die von Frankenstein geschaffen und dann von ihm sich selbst überlassen wird und darüber verbittert“, sagt Theatermacher Fabian Schwarz, einer der Gründer von Comoedia Mundi. Er hat den Roman von Shelley für die Bühne bearbeitet, seine Ehefrau, die Schauspielerin und Sängerin Loes Snijders, inszenierte das Stück. Premiere war im April im Schloss Trautskirchen, der Heimatbühne des Ensembles. Das Bühnenbild ist bewusst abstrakt gehalten: 30 Taue werden von der Kuppel des Theaterzeltes hängen, das am Schaumainkai stehen wird, und je nach Szene ein Zimmer, einen Garten oder etwa das Schiff bilden, auf dem die Kreatur ihren toten Schöpfer findet.

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„Wir müssen mit der Reduktion leben“, sagt Schwarz. Vor über 30 Jahren gastierte Comoedia Mundi, 1983 gegründet, das erste Mal in Frankfurt. Inzwischen ist das von der Theatergruppe organisierte Theater- und Musikfestival Tangente zu einem festen Bestandteil des Frankfurter Kultursommers geworden. Neben dem festen Ensemble werden am Schaumainkai Schauspieler und Musiker auftreten, die mit der Truppe um Fabian Schwarz und Loes Snijders, künstlerische Leiterin des Festivals, verbunden sind. Sie alle sorgen für ein buntes Programm, das allerdings seinen Preis hat.

Kosten für das Tangente-Festival: Knapp 30.000 Euro

Auf 30.000 Euro schätzt Theatermacher Schwarz die Kosten für das Tangente-Festival. Der Aufwand, mitten in der Stadt ein Theater aufzubauen, ist groß. Das Theaterzelt, das 150 Zuschauern Platz bietet, die für die Aufführungen notwendige Technik, ein Caféwagen, das alles, insgesamt 50 Tonnen, muss mit drei Lastern und elf Zirkuswagen an den Main gebracht werden. 

Comoedia Mundi wird vom Freistaat Bayern gefördert und erhält für das Gastspiel am Main auch Geld von der Stadt Frankfurt. Doch die Gelder decken nur etwa 30 Prozent der Jahreskosten. Anders als andere Theaterfestivals in der Stadt wie beispielsweise der Stoffel des Stalburg-Theaters im Günthersburgpark, bei dem von den Besuchern nur Spenden erbeten werden, ist Comoedia Mundi auf die Einnahmen durch den Verkauf der Eintrittskarten und die Gastronomie angewiesen. Und weil auch die nicht immer alle Kosten decken, wirbt die Truppe bei ihren Zuschauern dafür, sogenannte „Zukunftspatenschaften“ zu übernehmen. 

Nur eine Veranstaltung ist deswegen kostenlos. Das Abschiedsfest „Au Revoir Francfort“ am Dienstag, 6. August. Doch bevor es so weit ist, steht einiges auf dem Programm, etwa eine Hommage an den aus Deutschland stammenden, US-amerikanischer Komponisten Kurt Weill (Sonntag, 14. Juli), Mindmagic, ein Zauberabend mit Samuel Lenz (Freitag, 19. und Samstag, 20. Juli) und Kindertheater (Sonntag, 7. Juli und 4. August).

Von Anja Laud

Das Tangente-Festival

Das Theater- und Musikfestival Tangente gastiert von Sonntag, 23. Juni, bis Dienstag, 6. August, am Schaumainkai 42 - 48 in Frankfurt.

Karten können unter der Rufnummer 0151/26 93 97 81 oder per E-Mail an kontakt@comoedia-mundi.de bestellt werden. Sie sind im Vorverkauf auch von Sonntag, 23. Juni, an täglich von 13 bis 24 Uhr im Caféwagen am Schaumainkai 42 - 48 erhältlich. Die Preise für den Eintritt liegen für Erwachsene, je nach Veranstaltung, zwischen 20 und 25 Euro.

Wer am Mainufer bei Comoedia Mundi einen Kaffee trinken oder auch kleine Snacks essen möchte: Der Caféwagen ist, abhängig vom Wetter, während der Festspielzeit täglich von 13 bis 24 Uhr geöffnet. Trotz der Einnahmen aus dem Verkauf der Eintrittskarten und der Gastronomie ist Comoedia Mundi auf Hilfe angewiesen. Die Truppe wirbt bei Zuschauern dafür, „Zukunftspatenschaften“ zu übernehmen. lad

Informationen zum Tangente Programm und zu den „Zukunftspatenschaften“ finden sich unter www.comoedia-mundi.de

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