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Faszinierendes Reich aus Müll

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Von: Maren Bonacker

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In der bizarren Welt, in der Clod Iremonger aufwächst, spielt Müll eine große Rolle. Das Haus seiner großen Familie ist aus Teilen von Abbruchhäusern zusammengesetzt, sodass sich ein bunter Mix aus unterschiedlich eingerichteten Zimmern und verschiedensten Treppen und Fenstern ergibt. Seine Familie herrscht über den Müll, der ihr Haus umgibt, und zieht ihren Gewinn daraus.

Die jüngeren Familienmitglieder werden nach strengen, viktorianisch anmutenden Regeln erzogen, die Atmosphäre wirkt düster und merkwürdig. Und doch erscheint die Ankunft in »Heap House« dem Waisenmädchen Lucy Pennant als die eine große Chance, ihrem bisherigen Elend zu entkommen. Als vermeintliche entfernte Verwandte wird sie als Dienstmädchen in Heap House angestellt und stolpert bald über die merkwürdigen Begebenheiten, die sich rund um die sogenannten Geburtsobjekte drehen, die jeder der Familie Iremonger bei sich zu tragen hat. Clod hört diese Gegenstände immerzu einen bestimmten Namen sagen; Namen jedoch sind besonders und vor allem den Bediensteten nicht gestattet. Während nun Clod auf die Stimmen lauscht und Lucy sich weigert, ihren Namen zu vergessen, spitzen sich die Ereignisse auf Heap House zu.

Ein düster illustrierter fantastischer Roman ganz besonderer Art, der sich mit nichts vergleichen lässt, was die Genre-Definitionen hergeben. Viktorianisch angehauchte Dystopie mit einer guten Portion Krimi, einer Prise Charles Dickens und ein wenig Downton Abbey - verstörend, irrwitzig, originell und faszinierend, verrät euch heute eure Maren

Edward Carey: Die dunklen Geheimnisse von Heap House. Die Iremonger Trilogie (Band 1). Aus dem Englischen von Ulli und Herbert Günther. München: Knesebeck, 2022. 384 Seiten. 18 Euro. Ab 12 Jahre.

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