Ewelina Benbenek
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Ewelina Benbenek erhält den Dramatikpreis für „Tragödienbastard“.

Tragödienbastard

Ewelina Benbenek erhält Mülheimer Dramatikpreis

Eine Mülheim-Debütantin hat in diesem Jahr das Rennen um den begehrten Dramatikpreis gewonnen. „Ewe“ Benbenek setzte sich am Ende mit ihrem ersten Theaterstück gegen große Autoren durch.

Mülheim/Ruhr (dpa) - Der Mülheimer Dramatikpreis geht in diesem Jahr an die Autorin Ewelina Benbenek für ihr Theaterdebüt „Tragödienbastard“. Dies hat am Samstagabend im Rahmen der Mülheimer Theatertage eine fünfköpfige Jury aus Kritikern und Theaterschaffenden entschieden.

Die Debatte wurde live im Internet übertragen. Der Dramatikpreis (früher: „Dramatikerpreis“) ist mit 15.000 Euro dotiert und gilt als eine der wichtigsten Theaterauszeichnungen im deutschsprachigen Raum.

Benbenek wurde 1985 in Polen geboren. Ende der 1980er Jahre kam sie nach Deutschland. Die gelernte Kultur- und Literaturwissenschaftlerin war von 2014 bis 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Neuere deutsche Literatur/Theaterforschung der Universität Hamburg. Sie lebt in Berlin.

Uraufführung vor sieben Monaten

„Tragödienbastard“ wurde Ende Oktober 2020 im Schauspielhaus Wien uraufgeführt. In dem Stück geht es um drei Frauengenerationen zwischen Deutschland und Polen und den „wütenden Gedankenstrom einer um ihre Sprache und ihren Platz in der Welt ringenden Protagonistin“, wie es in einer Ankündigung des Schauspielhauses hieß.

Der Text habe berührt, sagten gleich mehrere Juroren während der Debatte. Regisseur und Juror Jakob Weiss bescheinigte dem Stück eine „unglaubliche Aufrichtigkeit und Verletzlichkeit“. Wie mit Sprache umgegangen werde, sei „extrem charmant und witzig“. Der Theaterkritiker und Juror Janis El-Bira nannte das Werk „für ein Debüt überwältigend“.

Nominiert waren sieben Stücke, die seit dem 13. Mai im Internet gezeigt wurden. Ein Auswahlgremium hatte zuvor 85 Theatertexte, die seit Februar 2020 uraufgeführt wurden, gesichtet. Im vergangenen Jahr waren die Mülheimer Theatertage wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Benbenek lässt große Autorinnen und Autoren hinter sich

„Tragödienbastard“ setzte sich in der Debatte zuletzt gegen „Reich des Todes“ von Rainald Goetz durch. Nominiert waren außerdem „Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden“ von Sibylle Berg, „Der goldene Schwanz“ von Rebekka Kricheldorf, „9/26 - Das Oktoberfestattentat“ von Christine Umpfenbach, „Stummes Land“ von Thomas Freyer und „Erste Staffel. 20 Jahre großer Bruder“ von Boris Nikitin.

Vergangene Woche hatte eine andere Jury bereits den Mülheimer KinderStückePreis vergeben. Er geht in diesem Jahr an die Autorin Nino Haratischwili für ihr Kindertheaterstück „Löwenherzen“.

© dpa-infocom, dpa:210530-99-792715/4

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