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Eine sehr besondere Familie

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Es beginnt abgedreht. "Ich stand einbeinig in der Küche beim Austernauslösen, als die Probleme begannen." Don Tillman (51) bereitet das Abendessen zu, füllt dabei einen Leistungsbeurteilungsbogen für seine Uni aus und macht Kniebeugen auf einem Bein. Ein Austernmesser in der Hand. Das steckt kurz darauf in seiner Kniekehle, denn natürlich verliert er das Gleichgewicht und stürzt. Nach den Bestsellern "Das Rosie-Projekt" und "Der Rosie-Effekt" ist Don wieder da. Im turbulenten und absolut lesenswerten Roman "Das Rosie-Resultat" mit unbeschwert-amüsantem Tonfall.

Don ist hochintelligent, ursprünglich Informatiker, jetzt Genetik-Professor, Autist - komplizierte Denke, aber auch immer strategisch und geradeaus. Diesmal ist er vor allem der Vater von Hudson (11). Der Sohn scheint kauzig zu geraten. Hudson fällt in der Schule negativ auf. Typ Außenseiter, verschroben, eigenwillig. Er hat keine Freunde, kann nicht Rad fahren, keine Bälle auffangen, ist "anders".

Don sieht Parallelen zu seiner eigenen unglücklichen Jugend, will Hudson Frust ersparen. Mit vollem Einsatz, generalstabsmäßiger Vorbereitung und "evidenzbasierten Entscheidungen" - so wie es eben seine Art ist - will er seinem Sohn auf die Spur helfen.

Das Buch des Australiers Graeme Simsion ist witzig und unterhaltsam, zugleich informativ, zeigt die Welt mit einem Schmunzeln aus der Sicht eines Wissenschaftlers mit Autismus. Im "Rosie-Resultat" hat man nichts Böses zu befürchten. Es gibt viel zu Lachen, nette Menschen und einige Überraschungen. Die größte ist Sohnemann Hudson selbst. Er verblüfft sie am Ende alle. dpa

Graeme Simsion: Das Rosie-Resultat, S. Fischer Verlag, 384 Seiten, 20 Euro, ISBN 978-3-8105-3066-0

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