Peter Schreier
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Peter Schreier

Aus Dresden auf die Opernbühnen der Welt

(dpa). Er war einer der führenden lyrischen Tenöre des 20. Jahrhunderts. Peter Schreier wurde weltweit gefeiert. Auch nach seinem Abschied von Opern- und Konzertbühne nach Jahrzehnten voller Stress und Druck mit 65 Jahren war sein musikalischer Rat als Dirigent und Lehrer weiter gefragt. In den letzten Jahren aber war es still um ihn geworden, er musste immer wieder sein Zuhause am Dresdner Elbhang mit dem Krankenhaus tauschen. Am ersten Weihnachtsfeiertag ist Peter Schreier nach langer Krankheit in Dresden gestorben.

»Ich lebe von der Erinnerung, aber nicht mit Wehmut, eher vielleicht mit etwas Stolz«, hatte Schreier kurz vor seinem 80. Geburtstag 2015 gesagt. Da ruhte die Tenorstimme schon seit einer Dekade. »Ich bin zufrieden mit meinem Leben und genieße den Ruhestand.« Vereinzelt gab der Künstler danach noch Meisterkurse, ließ das Dirigieren aber langsam auslaufen. »Es strengt mich zu sehr an«, erklärte der von Rückenproblemen Geplagte, der mit mehreren Bypässen lebte. Im Juni 2000 trat er als Tamino in Mozarts »Zauberflöte« - seiner vielleicht wichtigsten Partie - in Berlin von der Opernbühne ab. Mit 70 dann gab er die Lieder und Oratorien auf. Trotzdem war die Musik weiter präsent, die sein Lebenselixier war. »Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener Tag«, sagte er.

Der 1935 in Meißen geborene Schreier wuchs in einem Dorf in der Nähe auf: »Bei uns zu Hause wurde zweimal pro Woche musiziert«, sein Vater war Kantor und Lehrer. Mit acht Jahren kam Schreier auf dessen Betreiben zum Dresdner Kreuzchor. »Diese Zeit hat mich musikalisch und persönlich geprägt«, sagte er im Rückblick. Dort bekam er das Rüstzeug für den beruflichen Erfolg, lernte Ehrgeiz, Disziplin, Unterordnung und Kameradschaft. »Das ist sehr wichtig, weil man in der Musik ja auch auf andere hören soll.«Das, was er wollte, war in der DDR ohne Einschränkungen möglich. Für ihn kam es trotz Angeboten nie infrage, im Westen zu bleiben, er war in der Heimat verwurzelt. »Mir würde etwas fehlen, wenn ich nicht in Dresden leben könnte«, sagte er stets. Hier studierte er von 1956 bis 1959 Gesang und Dirigieren und stand im Abschlussjahr erstmals auf der Opernbühne - als Erster Gefangener in Beethovens »Fidelio«. Den Durchbruch schaffte er 1962 als Belmonte in Mozarts »Die Entführung aus dem Serail«. Danach gastierte er von New York bis Mailand auf den wichtigsten Opernbühnen der Welt, wurde international ausgezeichnet. Mehr als 60 Partien hat Schreier verkörpert, war bei den Salzburger Festspielen engagiert und der wichtigste DDR-Exportschlager auf sängerischem Gebiet. Er genoss Privilegien, und das ohne SED-Parteibuch.

Seit dem Abtritt von der Konzertbühne 2005 sang Schreier nicht mal mehr im Bad - »und es fehlt mir absolut nicht«, sagte er. FOTO: DPA

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