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Der Tag, der die Bücherwelt veränderte

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Daniel Radcliffe war Harry Potter im Kino. Er hat sich von der Autorin Joanne K. Rowling distanziert. © dpa

Wie "Harry Potter" am 26. Juni 1997 die ganze Welt zu verzaubern begann

London -Zwölf Mal hieß es Nein zu Harry Potter. Erst bei Bloomsbury, dem 13. Verlag, bei dem Joanne K. Rowling ihr Manuskript einreichte, stießen die Abenteuer des Zauberschülers auf Interesse. Verlagschef Nigel Newton überließ das erste Lesen damals seiner achtjährigen Tochter Alice. "Sie tauchte eine Stunde später in einer Art Trance wieder auf", erzählte Newton kürzlich.

Damit war der Weg geebnet - vor 25 Jahren, am 26. Juni 1997, erschien in Großbritannien der erste Band der Saga um einen Jungen, den wenig später die ganze Welt kennen sollte. Mit mehr als 500 Millionen verkauften Büchern in rund 80 Sprachen gilt Harry Potter als erfolgreichste Buchserie der Welt.

Die erste Auflage des Debütromans "Harry Potter und der Stein der Weisen" umfasste gerade einmal 500 Exemplare - viele davon gingen an Büchereien. Heute sind die Erstausgaben Sammlerstücke, die für hohe Summen gehandelt werden. Als die ersten Leser in die magische Welt der Zauberschule Hogwarts eingetaucht waren und Harry Potter und seine Freunde Hermine und Ron kennen und lieben gelernt hatten, ließ der Boom nicht lange auf sich warten. "Die Rezensionen waren atemberaubend", sagt die damalige Marketing-Beauftragte im Bloomybury-Verlag, Rosamund de la Hey. Nach der Nominierung für die Shortliste des "Smartie"-Kinderbuchpreises habe sie mit ihrem Chef gewettet, dass bis Weihnachten 20 000 Exemplare verkauft sein würden.Er lachte, sie gewann.

Schon ab dem zweitem Band wurden die Buchveröffentlichung zu ersehnten Events: Die "Kammer des Schreckens" feierte im Londoner Bahnhof King's Cross mit dem berühmten Gleis 9 3/4 das Debüt. Der "Gefangene von Askaban" (Band 3) wurde an seinem Erscheinungstag exakt ab 15.45 Uhr verkauft, was zu langen Schlangen vor den Buchläden führte. Später, als die Bücher um Mitternacht erschienen und Buchhandlungen auch im Ausland um null Uhr ihre Türen öffneten, versammelten sich Potter-Fans bereits Stunden vorher und warteten sehnsüchtig auf die neueste Fortsetzung.

Auch heute, da Harrys Abenteuer längst auch auf der Kinoleinwand erzählt wurden, sind die Bücher noch immer Verkaufsschlager. Bloomsbury verzeichnet seit der Corona-Pandemie enorm steigende Umsätze. Die Corona-Lockdowns haben dem Lesen neue Popularität verschafft. Dass die Ansichten der in Schottland lebenden Autorin Joanne K. Rowling umstritten sind und sich Prominente der Verfilmungen wie Daniel Radcliffe mittlerweile von ihr distanziert haben, scheint darauf nur begrenzten Einfluss zu haben.

Rowling hatte mit Äußerungen zur Stellung und zu den Rechten von Transfrauen in der Gesellschaft für heftige Aufregung in bestimmten Milieus gesorgt. Die Autorin geriet in einen Shitstorm von fanatischen Ideologen, in dem Rowlings Argumente einfach untergingen.

Für Harry Potters britische Heimat bleibt die Saga in jedem Fall ein gigantischer Touristenmagnet.

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