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Bayreuths barocke Pracht

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Ein Blick in das Markgräfliche Opernhaus von Bayreuth, das 2012 Unesco-Weltkulturerbe wurde. © dpa

Seite zehn Jahren ist das Opernhaus Weltkulturerbe - Alles begann mit Markgräfin Wilhelmine

Bayreuth -Gerade einmal rund 75 000 Einwohner - und zwei weltweit bekannte Opernhäuser: In Bayreuth hat sich nicht nur Richard Wagner sein Festspielhaus bauen lassen. Das im 18. Jahrhundert errichtete Markgräfliche Opernhaus ist seit zehn Jahren Unesco-Weltkulturerbe.

Gefeiert werden zehn Jahre Welterbe am 6. Juli. Für Besucherinnen und Besucher ist der Eintritt an diesem Tag frei, zudem gibt es Sonderführungen und ein eigens aufgelegtes Rahmenprogramm, wie das Finanzministerium in München jetzt mitteilte. "Die Resonanz auf das Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus ist enorm", sagte Oberbürgermeister Thomas Ebersberger vorab. Das Markgräfliche Opernhaus entstand ab 1744 in vier Jahren Bauzeit. Es gehört zu den wenigen in Europa erhaltenen Theaterbauten des 18. Jahrhunderts und fällt mit einer reich verzierten Innenausstattung sowie mit der historischen Bühnentechnik auf. Anders als viele historische Aufführungsstätten wurde das Bayreuther Haus nicht von Bränden oder dem Krieg zerstört und auch nicht maßgeblich umgestaltet.

Am 30. Juni 2012 wurde es von der Unesco zum Weltkulturerbe gekürt - als einzigartiges Monument der Fest- und Musikkultur des 18. Jahrhunderts.

Doch kurz nach der Unesco-Auszeichnung musste das Opernhaus schließen - und wurde alsdann sechs Jahre lang saniert. 2018 eröffnete es schließlich. Bespielt wird es mit rund 30 Theateraufführungen und Konzerten aus konservatorischen Gründen nur von Mai bis Oktober: "Diese Sommerbespielung entspricht auch der historischen Gepflogenheit" der Zeit, sagte eine Sprecherin der Schlösserverwaltung. Die museale Nutzung des Hauses - also Besichtigungen - hätten Vorrang.

In den Jahren 2018 und 2019 - also vor der Corona-Pandemie - hätten jeweils mehr als 100 000 Menschen das Opernhaus besucht, teilte die Sprecherin der Schlösserverwaltung mit. Derzeit entsteht neben dem Haus auch ein eigenes Museum zum Welterbe, eröffnet werden kann die Einrichtung voraussichtlich im Frühjahr 2023.

Errichten ließ das Opernhaus die kunstsinnige Markgräfin Wilhelmine (1709-1758). Die Schwester Friedrichs des Großen machte aus der Provinzstadt Bayreuth seinerzeit ein Zentrum für Kunst und Kultur.

Das Markgräfliche Opernhaus war auch der Grund, warum der Komponist Richard Wagner im 19. Jahrhundert ursprünglich nach Bayreuth kam. Zwar erwies sich das barocke Haus für seine Bühnen-Ideen als unbrauchbar, in der Stadt blieb er trotzdem - und errichtete hier sein eigenes Festspielhaus.

"Bayreuth ist in der glücklichen Lage mit dem Festspielhaus und dem Markgräflichen Opernhaus gleich zwei der weltweit bedeutendsten Opernhäuser zu beherbergen", sagte Rathauschef Ebersberger. "Beide Häuser stehen für verschiedene Epochen der Architektur- und Musikgeschichte und sind auf ihre spezielle Art einzigartig." dpa

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