Abgründe in Hollywood und eine heikle Thematik

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Hardy Engel arbeitet Anfang der 1920er Jahre im skandalerprobten Hollywood als Privatdetektiv. Prompt wird er von Dorothy Reid engagiert, deren Mann Wally, einer der Superstars im Filmbusiness, an seinem Drogenkonsum gestorben ist. Trotz seiner gesundheitlichen Probleme hatte ihn Will Hays, der Chef der Produzentenvereinigung, noch zum Dreh gezwungen. Nun will die rachsüchtige Witwe den Produzenten zu Fall bringen.

Der Detektiv soll dunkle Flecken auf Hays blütenweißer Weste finden. Bei seinen Nachforschungen bekommt es Hardy Engel nicht nur mit dem Ku-Klux-Klan zu tun, er deckt auch einen Skandal auf, der bis nach Washington reicht.

Christof Weigold gelingt mit »Die letzte Geliebte« eine faszinierende Mischung aus historischen Fakten und Fiktion. »Die letzte Geliebte« ist ein tiefschwarzer politischer Thriller über die Abgründe der glitzernden Filmwelt. Mit leichter Hand wird eine Story serviert, die man kaum glaubt.

Täter als Ich-Erzähler

Im Mai 1942 verübt der tschechische Widerstand ein Attentat auf Reinhard Heydrich, den berüchtigten Nazi-Statthalter in der besetzten Tschechoslowakei. Der Gestapo-Beamte Heinz Pannwitz wird mit der Leitung einer Sonderkommission zur Aufklärung des Mordanschlages beauftragt. Die NS-Führung will Stärke demonstrieren. Pannwitz muss schnellstens die Täter präsentieren, um Unschuldige vor der deutschen Rache zu schützen.

Laura Noll greift in »Der Tod des Henkers« eine heikle Thematik auf. Nämlich einen der Täter, einen Gestapo-Offizier, als Hauptperson und Ich-Erzähler agieren zu lassen und damit menschlich zu machen. Noll gelingt dieser schwierige Spagat recht gut, denn Pannwitz war kein fanatischer Nazi, sondern hat versucht, sich eine moralische Unabhängigkeit zu bewahren. dpa

Christof Weigold: Die letzte Geliebte, Kiepenheuer & Witsch, Köln, 656 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-462-05326-5 / Laura Noll: Der Tod des Henkers, Gmeiner Verlag, Meßkirch, 416 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-8392-2700-8

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