Zwei Wochen ohne Stundenplan

  • Patrick Dehnhardt
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Hüttenberg(pad). Keine Schulbücher, kein Stundenplan: Über einen holprigen Start der Grundschule Rechtenbach in das neue Schuljahr haben sich Eltern bei dieser Zeitung beschwert. Mittlerweile hat sich die Lage zwar entspannt, doch der Unmut über die ersten zwei Wochen ist immer noch groß.

Im Telefongespräch schildern Eltern die Probleme beim Start ins neue Schuljahr: Unter anderem hätten die Kinder auch Mitte der zweiten Unterrichtswoche noch keinen Stundenplan oder Schulbücher gehabt. Zudem kritisieren Eltern, dass es noch immer keine Seife auf der Toilette gebe. Diese sei lediglich im Klassenraum vorhanden, Kinder müssten den Spender beim Toilettengang mitnehmen und danach zurückbringen. Dies führe etwa dazu, dass sie die Hände nicht mit Seife waschen könnten, wenn sie etwa vor Unterrichtsbeginn auf die Toilette gehen. "Sollen wir unserem Kind jetzt ein Stück Seife dafür mitgeben?", fragt eine besorgte Mutter.

Schulleiterin Doris Fischer teilte auf Anfrage mit, dass der Stundenplan am Ende der zweiten Schulwoche an die Klassen ausgegeben worden sei. Auch die Lehrbücher seien "in den ersten beiden Schulwochen" verteilt worden. "Lediglich einzelne unvollständige Klassensätze wurden zunächst zurückgehalten und nach dem Eintreffen der Nachbestellung umgehend ergänzt und verteilt."

Auf den Toiletten seien Seifenspender vorhanden, schreibt die Schulleiterin. Jedoch habe man damit zu kämpfen, dass einige Schüler diese beim Toilettengang leer pumpen würden. Darum habe man "zwei handelsübliche Seifenspender zum Nachfüllen für jede Klasse angeschafft beziehungsweise in jeder Klasse ans Waschbecken gestellt".

Derzeit würden die Jahrgänge 1 und 2 von den Jahrgängen 3 und 4 getrennt Pause machen, zudem hätten die höheren Jahrgänge erst eine Stunde später Schulbeginn gehabt, um das Gedränge auf dem Pausenhof zu entzerren. "Die Kinder waren alle schnell wieder mit den Regeln vertraut", schreibt Fischer.

Beim zuständigen Staatlichen Schulamt in Weilburg sieht man derweil keinen Handlungsbedarf. Bislang seien keine Beschwerden von Eltern aus Rechtenbach eingegangen. Jede Schule habe zudem einen Hygieneplan erstellt, der auch umgesetzt werde. Die Behörde schreibt allerdings auch: "Eine regelmäßige Kontrolle des Hygieneplans durch Schulträger oder Schulaufsicht ist nicht vorgesehen."

Schulleiterin Fischer sagt, dass man sich auch auf eine zweite Corona-Welle vorbereitet habe. So könne der Unterricht tageweise oder zeitlich versetzt, mit halber Klassenstärke oder unter Maskenpflicht unter den jeweils gültigen Vorgaben stattfinden.

Doch genau dieses Szenario macht den Eltern Angst. Einige ältere Lehrer, so deren Argumentation, seien während des Homeschoolings mit digitalem Unterricht überfordert gewesen, andere hätten sich geweigert, E-Mails zu verschicken, da sie keinen Dienst-E-Mail-Account besäßen.

Heimunterricht gerät aus Sicht der Eltern ohnehin schnell an seine Grenzen, insbesondere wenn beide Elternteile "die deutsche Sprache selbst nicht perfekt beherrschen. Wie sollen sie ihrem Kind deutsche Grammatik beibringen?"

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