Zwei Wasserstoffbusse ab Ende 2022

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Gießen (pm). Ab Ende des kommenden Jahres sollen zwei Wasserstoffbusse im Landkreis Gießen unterwegs sein. Das gab der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) in einer Pressemitteilung bekannt. Fahma, eine Tochtergesellschaft des RMV kaufe jene zwei Brennstoffzellenbusse der belgischen Firma Van Hool NV.

Im Rahmen des Projektes »Lernwerkstatt Brennstoffzellenbusse im Landkreis Gießen« werden die Busse auf regionalen und lokalen Linien im Landkreis fahren. Mit der Lernwerkstatt strebe der RMV und seine Partner nach weiteren Erkenntnissen, wie man Wasserstoffbusse effizient im öffentlichen Nahverkehr einsetzen könne, heißt es in der Mitteilung.

»Wenn wir die EU-Klimaziele erreichen wollen, muss auch der Verkehrssektor massiv CO2 einsparen«, sagt RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. »Das heißt: Wir brauchen weniger Dieselfahrzeuge und mehr alternative Antriebe - und das schnell.«

350 Kilometer am Stück

Mit Projekten wie der Lernwerkstatt sammele man nicht nur selbst Erkenntnisse zu den noch selten eingesetzten Wasserstofffahrzeugen, sondern ermögliche es auch Verkehrsunternehmen, die Technologie in der Praxis zu erleben.

Laut Hersteller sind mit einer Tankfüllung 350 Kilometer Strecke am Stück und eine Tagesfahrleistung von 700 Kilometern mit einem kurzen Tankstopp möglich. Die Fahrzeuge sollen über eine öffentliche Wasserstofftankstelle in Gießen mit grünem Wasserstoff betankt. Der Antrieb ist vollelektrisch.

Nach der ersten Phase bis Ende 2024, in der die Busse von verschiedene Verkehrsunternehmen im Auftrag des RMW und der Verkehrsgesellschaft Oberhessen eingesetzt werden, ist anschließend der Betrieb in einem im Wettbewerb vergebenen regionalen RMV-Linienbündel geplant. Die Ausschreibung über acht Jahre erfolgt laut Mitteilung voraussichtlich 2023.

Das Gesamtinvestitionsvolumen der Fahrzeugbeschaffung des Projekts »Lernwerkstatt« beläuft sich auf rund 1,4 Millionen Euro. Das hessische Wirtschaftsministerium übernimmt 416 000 Euro. Dies entspreche 40 Prozent der Mehrkosten im Vergleich zur Anschaffung vergleichbarer Dieselbusse, heißt es in der Mitteilung. Der Landkreis beteiligt sich außerdem mit über 200 000 Euro jährlich an den Projektkosten. »Wir freuen uns sehr, dass der Landkreis Gießen Modellregion für Busse mit grünem Wasserstoffantrieb wird«, sagte Landrätin Anita Schneider. Das helfe, die Klimaziele zu erreichen.

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