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Das »Baumgartenfeld« von oben: Das Neubaugebiet vor den Toren Grünbergs, hier in einer Aufnahme aus dem Jahr 2019, wird in Richtung Queckbörner Höhe (die Linie zeigt in etwa die überplante Fläche) um einen vierten Abschnitt erweitert. ARCHIVFOTO: HENSS

Zuwachs vor den Toren der Stadt

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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Grünberg (tb). Der Vergleich mit den warmen Semmeln hinkt zwar - gerade im Blick auf den Preis -, geht aber noch in Ordnung: Rund fünf Jahre nach Beginn der Erschließung des dritten Abschnitts von Grünbergs Neubaugebiet »Baumgartenfeld« sind nahezu alle 118 Parzellen verkauft und auch bebaut.

Gut für die Stadtkasse, die so allein im vergangenen Jahr eine ungeplante Mehreinnahme von über 500 000 Euro verbuchen durfte. Eher schlecht für jene, die zu spät gekommen sind. Doch schafft Grünberg bereits ein neues Angebot in der begehrten Kernstadt: »Baumgartenfeld IV« lautet der Arbeitstitel. »Alle Grundstücke sind inzwischen angekauft«, konnte soeben Bürgermeister Frank Ide auf GAZ-Nachfrage vermelden. In diesem und nächsten Jahr stünden zunächst die artenschutzrechtlichen Untersuchungen an. Nächster Schritt wäre die Eröffnung des Bauleitplanverfahrens. Bis zur Erschließung, Ide rechnet mit 2023, und erst recht bis zum Verkauf der geschätzt 80 Einfamilienhaus-Parzellen bedarf es jedoch noch etwas Geduld.

Vorzug für kompakte Planung

Die Weichen für den neuen Bauabschnitt waren endgültig im Februar gestellt worden. In nicht öffentlicher Sitzung folgte damals das Plenum bei fünf Neinstimmen dem Magistrat. Und zwar, was die zu überplanende Fläche wie auch den Preis von 28 statt bisher 25 Euro für den Quadratmeter Rohbauland angeht. Wohlgemerkt in der Kernstadt, auf den Stadtteilen bietet die Stadt (noch) 7,67 Euro an.

Die Neinstimmen in der Februarsitzung kamen von den Bündnisgrünen, die eine Voraberörterung vor allem der Erweiterungsfläche vermisst hatten. Dass es so viele Alternativen nicht gebe, Abstandsflächen beziehungsweise Schutzzonen, etwa zum Radweg, einzuhalten seien, hielt Bürgermeister Frank Ide entgegen. Wie er gestern dazu weiter erläuterte, sei auch zur Hochspannungsleitung unweit der Straße nach Queckborn eine Freihaltezone von 50 Metern vorgegeben. Zudem ende davor der Geltungsbereich des Flächennutzungsplans. Natürlich kein Hindernis für einen weiteren Abschnitt in diesem Bereich, wie er anfügte. Allerdings wäre zunächst die Stromleitung unter die Erde zu verlegen, was mit geschätzten Kosten von 200 000 Euro teuer käme. Daher und um das Baugebiet kompakter zu gestalten, habe man sich für die Wiesen in Richtung Queckbörner Höhe entschieden

Nichts Neues: Die Nachfrage nach Bauplätzen in Grünberg ist anhaltend hoch, allerdings auch weiter auf die Kernstadt fokussiert. Dort wiederum bietet sich nun den Häuslebauern in spe, von hochpreisigen privaten abgesehen, die Hoffnung auf die dritte Erweiterung im »Baumgartenfeld«. Im Abschnitt III waren für den Quadratmeter bei eingeschossiger Bauweise 129 Euro zu zahlen, bei einer weiteren Etage 138 Euro. Damit waren sämtliche Kosten der Stadt (Erwerb, Erschließung, Verwaltungskosten, Ausgleichsmaßnahmen) abgedeckt.

Bleibt noch eine »bittere« Nachricht zu vermelden: Dank der raschen Bebauung des dritten Bauabschnitts wohnen in dem »Stadtteil« vor den Toren Grünbergs inzwischen rund 1700 Menschen, Queckborn steht damit nicht mehr auf Rang zwei der Einwohnerstatistik der Großgemeinde.

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