Reichlich Fläche für Mehl, Rohstoffe, Tiefkühlprodukte, Süßwaren, Betriebsstoffe, Maschinen und vieles mehr: Rund drei Millionen Euro hat die BÄKO in die Erweiterung am Standort Langgöns investiert. Die Kapazität des Lagers an den Lützelwiesen wuchs von 3500 auf nun 5300 Quadratmeter. FOTO: PM
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Reichlich Fläche für Mehl, Rohstoffe, Tiefkühlprodukte, Süßwaren, Betriebsstoffe, Maschinen und vieles mehr: Rund drei Millionen Euro hat die BÄKO in die Erweiterung am Standort Langgöns investiert. Die Kapazität des Lagers an den Lützelwiesen wuchs von 3500 auf nun 5300 Quadratmeter. FOTO: PM

DIE BÄKO

Zuversicht trotz Umsatzrückgang

  • Gabriele Krämer
    vonGabriele Krämer
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In Bäckereien und Cafés kehrt das Leben zurück, obwohl coronabedingte Einschränkungen einen Normalbetrieb längst noch nicht ermöglichen. Die Einkaufsgenossenschaft BÄKO sieht trotz Einbußen vorsichtig optimistisch in die nähere Zukunft.

Keine Verschnaufpause für Bäcker und Konditoren: Kaum sind die Folgen des Jahrhundertsommers 2019 durch veränderte Ess-und Konsumgewohnheiten der Verbraucher überwunden, werden auch diese Betriebe hart von der Corona-Krise getroffen.

Jene Unternehmen, die in der Bäckerei- und Konditorengenossenschaft (BÄKO) organisiert sind, profitieren nun einmal mehr von d en Konditionen, die durch die Einkaufsgenossenschaft für rund 20 000 Produkte gegenüber 1500 Lieferanten verhandelt wurden. Das unterstrich Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Holzapfel am Mittwoch im Ernst-Leitz-Hotel in Wetzlar anlässlich der Hauptversammlung der BÄKO Fulda-Lahn, einer von bundesweit 27 Regionalgenossenschaften mit Sitz in Langgöns.

2019 sei für das Bäcker- und Konditorenhandwerk "äußerst herausfordernd" gewesen; im "Jahrhundertsommer" seien von den Verbrauchern weniger Süßwaren, dafür aber mehr Limonaden und Eiswaren nachgefragt worden. Mit bundesweit rund 1,2 Milliarden Besuchern in den Läden habe das Bäckerhandwerk den Außer-Haus-Markt in Deutschland angeführt; im Vergleich dazu hätten McDonalds, Burger King und Co. im Vorjahr etwa 800 Millionen Besucher verbucht. Holzapfels Fazit: "Kunden gehen lieber zur Feinbäckerei als zum Discounter. Sie sind bereit, für Qualität mehr zu zahlen."

Die Corona-Krise habe das Handwerk "wie ein Tsunami" erwischt. Dieter Pausner (geschäftsführender Vorstand), berichtete, allein im April sei der Umsatz der BÄKO in Langgöns um 1,3 Millionen Euro (24 Prozent) und im Mai um 1,2 Millionen Euro (22 Prozent) zurückgegangen. Erst seit Anfang Juni sei eine leicht vorsichtige Belebung dieser Negativentwicklung festzustellen. Zusätzlich aber habe man im Bereich Fulda-Lahn Betriebsschließungen zu beklagen, die hochgerechnet auf das Jahr 2020 um die 700 000 Euro Umsatzverlust mit sich bringen.

Die Umsatzentwicklung der BÄKO Fulda-Lahn belief sich 2019 auf 66,5 Millionen Euro gegenüber 71,6 Millionen Euro 2018 (-2,3 Prozent). In diesen Zahlen bilden sich auch Betriebsschließungen aufgrund von Geschäftsaufgaben bzw. aus wirtschaftlichen Gründen ab - Strukturveränderungen, die laut Pausner einen Umsatzverlust von nahezu drei Millionen Euro zur Folge hatten.

Mit 60,9 Millionen Euro hat das Lagergeschäft, ein Kerngeschäft der BÄKO in Langgöns, einen Umsatzanteil von 91,6 Prozent. Die Erweiterung des Lagers an den Lützelwiesen um 1800 auf 5300 Quadratmeter wurde 2019 abgeschlossen, zeitgleich wurden Kühl- und Tiefkühlhaus vergrößert und eine Fotovoltaikanlage installiert. Kostenpunkt: insgesamt rund drei Millionen Euro.

"Spare in der Zeit, dann hast du in der Not": Getreu des Sprichwortes gelang der BÄKO Fulda-Lahn im Geschäftsjahr 2018 eine Steigerung des Eigenkapitals um 432 000 auf 9 985 000 Euro - ein solider Grundstock für die weitere Entwicklung und Zukunft der Einkaufsgenossenschaft.

Die Bäckerei- und Konditorengenossenschaft (BÄKO) bündelt innerhalb des deutschen und österreichischen Backwarenmarktes die Interessen von fast 14 000 Handwerksbetrieben, Bäckern und Konditoren. Ende 2019 gehörten der Regionalgenossenschaft BÄKO Fulda-Lahn 336 Mitglieder an. Am Standort in Langgöns werden 25 kaufmännische Mitarbeiter in Vollzeit und drei in Teilzeit beschäftigt. Im gewerblichen Bereich, also im Lager und im Fuhrpark, arbeiten durchschnittlich 55 Mitarbeiter in Voll- und vier in Teilzeit. Sechs junge Leute absolvieren hier ihre Berufsausbildung. pm/ik

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