Zukunftsweisende Entscheidung

  • Patrick Dehnhardt
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Hüttenberg(pad). Der TV Hüttenberg und die Wassergymnastik sprechen sich im Vorfeld des Bürgerentscheids über die Zukunft des Hallenbades für den Neubau aus. Das alte Schwimmbad ist seit Monaten aufgrund von Baufälligkeit gesperrt, eine Bürgerinitiative will den im November getroffenen Beschluss der Gemeindevertretung für einen Neubau kippen. Die Abstimmung erfolgt am 1. November.

Herbert Glomb vom Verein Wassergymnastik Hüttenberg fürchtet um die Zukunft des Vereins mit rund 90 Mitgliedern: "Wir haben keine Alternative." Der Verein stelle Übungsleiter, kümmere sich um Angebote für Senioren und Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Dazu zähle auch ein Fahrdienst. Diesen könne man zu keinem anderen Schwimmbad anbieten.

Die Angebote in das Europabad in Wetzlar zu verlegen, hält er für nicht realistisch: Dieses sei bereits jetzt durch andere Vereine und das Schulschwimmen ausgelastet, die Öffnungszeiten für private Schwimmer dadurch stark eingeschränkt.

Der Lockdown im März, danach die Sperrung des Hallenbades habe dazu geführt, dass seit Monaten das Vereinsleben ruhe. Für die Senioren falle damit ein wichtiger sozialer Kontakt weg, sagt Glomb. "Das fehlt uns jetzt alles."

Bad und Sporthalle eng verzahnt

"Der TV Hüttenberg steht geschlossen hinter diesem Schwimmbad", sagt Markus Happel, Vorsitzender des TV. Der Verein habe neben Handball und Breitensport auch Aqua-Aerobic-Kurse im Programm. Zudem wurde das alte Hallenbad von Sportlern aus allen Sparten genutzt. Für Senioren und Verletzte sei die gelenkschonende Bewegung im warmen Wasser wichtig.

Der TV nutzt die an das marode Hallenbad angrenzende Sporthalle. Beide Gebäude sind eng verzahnt, etwa über die Lüftungsanlage oder die Heizung, die im Keller des Hallenbades steht. Wie der Heizungsbetrieb nach dem Abriss des Hallenbades aufrechterhalten wird, darüber seien mit dem TV-Vorstand noch keine konkreten Gespräche geführt worden, sagt Happel.

Der TV-Vorsitzende appelliert an die Solidarität der anderen Ortsteile. Als beispielsweise 2013 die Sporthalle in Rechtenbach kurzfristig wegen Baufälligkeit gesperrt werden musste, habe man in Hüttenberg sofort Platz geschaffen, um dem Sportverein ein Ausweichquartier zu bieten.

Als Zuzugsgemeinde müsse Hüttenberg seine Infrastruktur erhalten, um für die Menschen attraktiv zu bleiben, sagt Happel. Dazu zähle auch das Hallenbad.

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