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Aktive des Naturschutzbundes haben an mehreren Stellen im Kreisgebiet Zugvögel gezählt. Eine Erkenntnis: Die Witterung hat großen Einfluss. (Symbolfoto: dpa)

"Zuggeschehen von Witterung abhängig"

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Gießen (pm). Ornithologen haben in den vergangenen Wochen im Kreisgebiet Zugvögel gezählt. Die Ergebnisse legt der Kreisverband des Naturschutzbundes (NABU) jetzt vor.

Anfang Oktober standen die Ornithologen an fünf Standorten im Kreisgebiet und zählten die am Vormittag vorbeiziehenden Vögel - kleine wie große. Anfang November wiederholten die Vogelgucker ihre Aktion. "Daran kann man schön erkennen, wie das Zuggeschehen von Jahreszeit und Witterung abhängig ist", sagte Achim Zedler vom NABU-Kreisverband Gießen. Waren es im Oktober über 20 000 Vögel, darunter gut die Hälfte Buchfinken, so konnten am 3. November insgesamt nur 3752 Vögel erfasst werden.

Statt - je nach Beobachterstandort - zwischen 300 und 2300 Vögeln pro Stunde wie im Oktober zogen nun zwischen 100 und 375 Vögel pro Stunde durch. Und der Anteil der Buchfinken betrug nur noch ein Drittel.

Massenhafter Kranichzug

Ringeltauben machten mit 11 beziehungsweise 12 Prozent an beiden Tagen einen nennenswerten Anteil. Stare zogen verstärkt im November (2 beziehungsweise 16 Prozent), wogegen der Anteil der Feldlerchen von 15 auf 8 Prozent abnahm.

"Vogelzug findet eigentlich ganzjährig und überall statt", erläuterte Tim Mattern, ebenfalls Vorstandssprecher im NABU-Kreisverband. "Viele Arten ziehen verteilt über die ganze Fläche Deutschlands. An manchen Stellen konzentriert sich der Vogelzug bedingt durch das Gelände." Flusstäler seien ein Beispiel oder Einschnitte in Höhenrücken, die überwunden werden müssten. Ein großer Teil der Vögel ziehe zudem nachts und entziehe sich damit den Erfassungen der Vogelzähler. Der Kranich gehört zu den Schmalfrontziehern, die überwiegend nur entlang bestimmter Korridore beobachtet werden können. Gezählt wurde erneut im Alten Feld bei Allertshausen von Peter Mende, an der Grüninger Warte von Martin Wenisch, auf dem Lützelberg bei Odenhausen/Lahn von Dietmar Jürgens, zwischen Vetzberg und Gleiberg von Tim Mattern und auf dem Steinbacher Lutherberg von Achim Zedler.

Zuvor hatten die NABU-Gruppen Heuchelheim-Kinzenbach, Rodheim-Bieber und Wettenberg erneut zu einem gemeinsamen Beobachtungsnachmittag am Kinzenbacher Wasserhäuschen eingeladen. Wie im Vorjahr wollte man Ende Oktober vor allem nach Kranichen und anderen großen Vögeln Ausschau halten. Witterungsbedingt blieben aber die allermeisten Vögel am Boden - Regen und Wind waren für Tier und Mensch widrige Bedingungen. Einen Tag danach waren deutlich andere Bedingungen: massenhafter Kranichzug war über dem Kreis Gießen zu beobachten.

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